Köln - Sie stehen vor dem HSV und Hertha BSC, auch vor dem FC Schalke und Borussia Dortmund: Die Zwischenbilanz der beiden Aufsteiger SC Paderborn (9. Platz) und 1. FC Köln (10.) kann sich nach elf Bundesliga-Spieltagen absolut sehen lassen.

Alles Zufall oder klassische Aufstiegseuphorie? bundesliga.de hat sich die Stärken der beiden Clubs genauer angeschaut.

1. FC Köln

Starkes Kollektiv beim 1. FC Köln

Ähnlich wie Paderborn lebt der 1. FC Köln von seiner mannschaftlichen Geschlossenheit. Gerade die taktische Disziplin ist beim FC enorm hoch, das starke Kollektiv gleicht individuelle Schwächen aus.

Bezahlt macht sich das vor allem in der starken Defensive, die die Basis des Kölner Erfolges ist: Nur drei Mannschaften kassierten weniger Gegentore als Köln (elf, Ligaschnitt: 15). Kein einziges Gegentor von Köln wurde durch einen krassen Fehler begünstigt!

Fast immun gegen Konter

Kein Team ließ weniger Gegentore nach ruhenden Bällen zu als Köln (zwei). Gerade das Verteidigen von Standardsituationen kann man sehr gut trainieren, individuelle Klasse spielt eine kleinere Rolle.

Köln ist noch ohne Konter-Gegentor. Und Köln wurde auch am seltensten vor einem Torschuss ausgekontert - nur fünf Mal. Beim FC arbeitet das ganze Team nach Ballverlusten konzentriert nach hinten.

Horn hält (fast) alles

Nur bei zwei Vereinen haben die Mittelfeldspieler eine bessere Trefferquote als bei Köln; im Durchschnitt benötigt man zehn Torschüsse für ein Tor, Ligaschnitt: 13. Und: Kein Team erzielte mehr Weitschusstore als Köln (vier).

Individuell herausragend ist U21-Nationaltorwart Timo Horn. Er gehört mit 21 Jahren bereits zu den besten Torhütern der Liga, spielte fünf Mal zu null und wehrte starke 78 Prozent der Torschüsse ab.

SC Paderborn 07

Alle können Tore schießen beim SCP

Auch Paderborn lebt von hoher taktischer Disziplin und mannschaftlicher Geschlossenheit: Kein Team hat mehr unterschiedliche Torschützen als Paderborn (zehn).

Der Aufsteiger verschenkt nichts, Paderborn profitierte am häufigsten beim Torerfolg von einem schweren Fehler des Gegners (vier Mal). Dazu überzeugt Paderborn im Umschaltspiel: Nur Wolfsburg erzielte mehr Kontertore (sechs) als der SCP (vier).

Treffsicher aus der Distanz

Kein Team erzielte mehr Weitschusstore als Paderborn (vier, wie Köln). Das war schon in der letzten Saison eine große Stärke der Breitenreiter-Elf. Außerdem stimmen Kondition und Wille: Nur Bayern traf öfter in den letzten 30 Minuten der Spiele (zwölf Mal) als Paderborn (elf Mal).

Auch für den SCP gilt wie für den FC: Paderborn ist nach Eckbällen noch ohne Gegentor.

Abwehrchef Uwe Hünemeier überragt

Paderborn hat einen überragenden Akteur, Abwehrchef Uwe Hünemeier. Hünemeier fehlte am 11. Spieltag erstmals, schon ging der Aufsteiger in Augsburg mit 0:3 unter. Der Kapitän ist nicht nur der zweikampfstärkste Spieler des SCP (65 Prozent), er überragt auch in der Offensive, traf zwei Mal und bereitete zwei Tore vor.

Eine starke Saison spielt bislang auch Elias Kachunga, der beste Torschütze seines Teams (vier Treffer).