Zusammenfassung

  • Nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg gewinnt der 1. FC Köln erstmals wieder ein Spiel

  • Der Erfolg bei Hertha BSC im DFB-Pokal soll nun auch die Wende für die Liga sein

  • FC-Coach Peter Stöger: "Es ist ein positives Gefühl, mehr aber nicht"

Köln - Im feurigen Jubelreigen von Berlin kühlte Peter Stöger schnell wieder ab. "Ich finde, das kann man nicht als Befreiungsschlag bewerten. Es ist ein positives Gefühl, aber mehr ist es momentan nicht", sagte der Trainer des 1. FC Köln nach dem Pokal-Coup bei Hertha BSC. Die Geißböcke, in dieser Bundesliga-Saison noch sieglos, bewiesen 48 Stunden nach der überraschenden Trennung vom Geschäftsführer Jörg Schmadtke eindrucksvoll, dass sie noch Fußballspiele gewinnen können.

>>> Die voraussichtlichen Aufstellungen am 10. Spieltag

Ein Husarenstück wie der 3:1 (2:0)-Erfolg in der zweiten DFB-Pokalrunde in der Hauptstadt muss den Kölnern in der Bundesliga aber erst einmal gelingen. In Berlin stand die Zeit für die krisengeschüttelten Domstädter kurz still. Nach 74 Tagen und zwölf Pflichtspielen ohne Sieg jubelte die Mannschaft endlich wieder mit ihren Fans in der Kurve. Der frenetisch gefeierte Stöger strahlte und verbeugte sich. "Damit ist das Thema aber auch schon wieder durch. Jetzt heißt es, die nächste Aufgabe anzugehen", sagte der österreichische Coach im Anschluss.

Derby in Leverkusen vor der Brust

Recht hat er. Denn die nächste Hürde sind in Wirklichkeit mehrere. Die offensichtlichste heißt Bayer Leverkusen und empfängt Köln am Samstag zum Derby. Für den ersten Liga-Sieg der Saison wäre es mal Zeit, der FC ist - auch nach dem Pokal-Triumph - mit zwei Punkten Tabellenschlusslicht. "Den Erfolg muss man klar von der Situation in der Bundesliga differenzieren", meinte auch FC-Torwart Timo Horn. 

Dominique Heintz und Simon Zoller feiern den Führungstreffer des 1. FC Köln in Berlin mit FC-Trainer Peter Stöger, Derby
Dominique Heintz und Simon Zoller feiern den Führungstreffer des 1. FC Köln in Berlin mit FC-Trainer Peter Stöger, Derby © imago / Contrast

Und da wäre ja noch das Vakuum in der sportlichen Führung, das Schmadtke durch seinen Abgang am Montag hinterließ. Stichwort: Wintertransfers. In der Länderspielpause im November sollen erste Gespräche stattfinden. "Ob Jörg Schmadtke da ist oder nicht, gestaltet den Wintertransfermarkt nicht anders. Der Transfermarkt ist wirklich schwierig. Da wird es keinen radikalen Umbruch geben", sagte Stöger. Eher einzelne Ergänzungen sollen geholt werden, gerade im Sturm haben die Kölner durchaus noch Verbesserungspotenzial.

Video: Werder und Köln mit Remis

Dass Stöger und Sportdirektor Jörg Jakobs nun die Geschicke leiten, stimmt den Trainer nicht mulmig. Bei der Suche nach Schmadtkes Nachfolger solle sich der Verein Zeit lassen. "Wenn das ein paar Wochen oder Monate länger dauert und es danach Sinn macht, dann sollten wir die Zeit aussitzen. Die Kleinigkeiten im Winter werden wir irgendwie hinkriegen", sagte Stöger.

Erleichterung nach dem Ende der Sieglos-Serie

Die Kleinigkeiten, die dem FC zuletzt so schwer fielen, wirkten in Berlin plötzlich ganz leicht. "In den letzten Wochen haben wir auch nicht schlecht gespielt, aber es ist immer schwierig, das zu sagen, wenn man verliert oder nur einen Punkt holt. Aber heute haben wir wieder ein gutes Spiel gemacht, und dieses Mal ist die Pille halt vorne reingegangen und dann gewinnst du auch verdient", betonte Offensivallrounder Leonardo Bittencourt.

>>> "Haben ein Zeichen gesetzt": Kölner Stimmen nach dem Pokal-Erfolg in Berlin

Auch Stöger zeigte sich nach dem ersten Erfolg nach zwölf sieglosen Pflichtspielen erleichtert: "Wir haben in den letzten Wochen nicht so viele Erfolgserlebnisse gehabt, bei denen man den Grund und das Gefühl hatte, dass man wirklich etwas zusammen feiern könnte. Es tut gut, dass die Jungs mal wieder wissen, wie es sich anfühlt, etwas Zählbares und Positives mit nach Hause zu nehmen", so der Österreicher. Am Samstag im Derby gilt es für die Geißböcke, dieses Gefühl abermals abzurufen.

SID