München - Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen kaum sein. Während der Tabellenzweite Eintracht Frankfurt im Montagsspiel bei Alemannia Aachen den ersten Matchball zum direkten Wiederaufstieg in der Hand hat, stehen die Hausherren nach den Ergebnissen vom Wochenende bereits dicht am Abgrund. Die Anspannung vor dieser wegweisenden Partie (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) ist greifbar - und zwar hüben wie drüben.

"Ich bin eigentlich die ganze Saison über vor jedem Spiel angespannt. Aber klar, jetzt wo es immer weniger Spiele werden, muss man die Nerven behalten", gab SGE-Cheftcoach Armin Veh eine gewisse Aufregung zu. Dabei spricht auf dem Papier eigentlich alles für sein Team, das nicht nur mehr als doppelt so viele Punkte gesammelt hat (65) wie das Schlusslicht (25), sondern als Torfabrik der 2. Bundesliga auch mehr als doppelt so viele Treffer (73) erzielt hat wie der TSV (27).

Dennoch ist der Respekt groß: "Die Aachener haben sich in den letzten Wochen sehr gesteigert, so haben sie da unten auf dem letzten Tabellenplatz eigentlich nichts zu suchen. Sie haben ein paar Umstellungen vorgenommen und sind jetzt wesentlich besser aufgestellt und verfügen über mehr Schnelligkeit", warnte der 51-Jährige, der personell aus dem Vollen schöpfen kann - und schob nach: "Die Alemannen werden hochmotiviert sein, deshalb wird es für uns ein ganz schweres Spiel werden."

Jung erwartet "ein interessantes Spiel"



Trotzdem gehen die Hessen insgeheim wohl schon davon aus, am Tivoli alles klarzumachen - denn nicht umsonst reisen selbst diejenigen Akteure mit, die nicht im Aufgebot stehen. "Aachen muss gewinnen und ich denke es wird ein interessantes Spiel werden, weil beide Mannschaften die Punkte holen müssen. Ich denke aber auch, dass wir einen kleinen Vorteil haben werden", zeigte sich Verteidiger Sebastian Jung im Interview mit bundesliga.de durchaus zuversichtlich.

Aber Vorsicht: Die "Schwarz-Gelben" hätten den Favoriten aus der Main-Metropole schon im turbulenten Hinspiel beinahe zum Stolpern gebracht, bevor diesem 60 Sekunden vor Schluss der Siegtreffer zum 4:3 gelang. "Wenn man sich den Kader anschaut, müssen wir über die Qualitäten der Frankfurter gar nicht sprechen. Viele Positionen sind doppelt besetzt, häufig mit Erstligaqualität", sah Trainer Ralf Aussem die Rollen im Vorfeld erneut klar verteilt - und setzt darum umso mehr auf den eigenen Heimvorteil.

Alemannia setzt auf den "12. Mann"



"Das wird ein wunderbarer Rahmen", meinte der Übungsleiter, der in den drei Partien seit seinem Amtsantritt je einen Sieg, ein Remis und eine Niederlage eingefahren hat. "Es muss uns gelingen, die Fans als 12. Mann mit ins Boot zu holen." Dafür seien allerdings Leidenschaft und Laufbereitschaft gefordert. Shervin Radjabali-Fardi (Kreuzbandriss) kann dabei zwar nicht mitwirken, dafür steht der zuletzt gelbgesperrte Alper Uludag genauso wieder zur Verfügung wie die angeschlagenen Aimen Demai, Boy Waterman und Kim Falkenberg.

Den Druck, angesichts von fünf Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz 16 unbedingt gewinnen zu müssen, schoben die Kaiserstädter verbal so gut wie möglich von sich - sobald Referee Michael Weiner vor voraussichtlich mindestens 25.000 Zuschauern anpfeift, soll alles andere nebensächlich sein: "Es ist Montagsspiel, unter Flutlicht, das Stadion wird ziemlich voll sein - so oft haben wir das ja noch nicht gehabt. Darauf kann man sich als Spieler freuen, egal wie es in der Tabelle aussieht", erklärte Albert Streit.



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