München - Alle drei Clubs aus der 2. Bundesliga, die am Freitagabend in der 1. Runde des DFB-Pokals antraten, mussten in die Verlängerung. 1860 München und der FC Erzgebirge Aue nutzen die 30 Minuten Nachschlag und gewannen, der 1. FC Union Berlin ging gegen Rot-Weiss Essen sogar ins Elfmeterschießen - und verlor.

VfL Osnabrück - TSV München 1860 2:3 n.V.

1860 München hat sich mit einem glanzlosen Pflichtsieg in die 2. Runde gezittert. Die "Löwen" siegten bei Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück erst nach Verlängerung mit 3:2 (2:2, 1:2). Zwar gingen die Gastgeber durch Gerrit Wegkamp (2.) und Jan Mauersberger (34.) zwei Mal in Führung, doch Doppeltorschütze Benjamin Lauth (11., Foulelfmeter und 107.) sowie Kevin Volland (48.) stellten den Erfolg für den zweimaligen Pokalsieger gegen den in der Schlussphase nach einer Gelb-Roten Karte für Mauersberger (109. wiederholtes Foulspiel) dezimierten Niedersachsen sicher.

Die Zuschauer an der Bremer Brücke, wo die Hausherren vor rund zwei Monaten in der Relegation gegen Dynamo Dresden ihre Zweitliga-Zugehörigkeit verspielt hatten, erlebten einen typischen Pokal-Fight. Beide Mannschaften lieferten sich über weite Strecken einen offenen Schlagabtausch und kamen zu mehreren Torraum-Szenen. Mitte der zweiten Halbzeit allerdings ließen bei den Spielern des neuen VfL-Trainers Uwe Fuchs die Kräfte zusehends nach. München konnte dadurch besonders in der Verlängerung seine größere Spielstärke besser zur Geltung bringen und sich glücklich durchsetzen.

Beste Münchner waren Torschütze Volland und Defensivspieler Kai Bülow. In Osnabrücks Mannschaft, die 2009 als Favoritenschreck das Viertelfinale erreicht hatte und gegen München lange keinen Klassenunterschied erkennen ließ, überzeugten Andreas Glockner und Kevin Kampl.


Rot-Weiss Essen - Union Berlin 4:3 i.E.

Rot-Weiss Essen hat Zweitligst Union Berlin aus allen Pokal-Träumen gerissen und ist in die zweite Runde des lukrativen Wettbewerbs eingezogen. Der Viertligist führte beim 2:2 (2:2, 1:0) nach Verlängerung und 4:3 im Elfmeterschießen durch Treffer von Timo Brauer (22.) und Benedikt Koep (71.) schon mit 2: 0, bevor Patrick Zoundi (82.) und Simon Terodde (90.+1) in der Schlussphase der regulären Spielzeit für die Gäste trafen. Für die Entscheidung sorgte schließlich RWE-Keeper Dennis Lamczyk, der gleich zwei Elfmeter parierte und zum Pokal-Helden avancierte.

Scheinbar ohne Respekt vor dem höherklassigen Gegner und hochmotiviert starteten die Gastgeber im altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion. Zwar zeigten die Berliner in der kampfbetonten Begegnung die klareren Aktionen, doch die erste große Chance besaßen die Essener, die zuletzt 1994 das Pokalendspiel erreicht hatten. Lukas Lenz schoss freistehend über das Tor, bevor Brauer nur wenige Sekunden später nach einem Eckball per Kopfball den Führungstreffer markierte. Der erste Torschuss der Gäste wurde hingegen in der 39. Minute registriert.

Erst gegen Ende der ersten Halbzeit verstärkten die Berliner den Druck, Torsten Mattuschka verfehlte das Essener Gehäuse mit einem Freistoß aus rund 30 Metern nur knapp. Dennoch war zu diesem Zeitpunkt kein Klassenunterschied auszumachen.

Für Zählbares sorgten dann die Rot-Weissen. Der erst in der 63. Minute eingewechselte Koep nutzte den Blackout der Union-Abwehr nach einem Fehler von Torhüter Jan Glinker konsequent zum zweiten Treffer. In der Schlussphase versuchte Union mit einem Sturmlauf zumindest noch eine Verlängerung zu erzwingen - und wurde durch die Treffer von Zoundi und Terodde belohnt. In der Verlängerung versuchte RWE aufgrund schwindender Kräfte aus einer verstärkten Defensive zum Erfolg zu kommen.


1. FC Saarbrücken - FC Erzgebirge Aue 1:3 n.V.

Erzgebirge Aue hat mit viel Mühe das drohende Erstrunden-Aus vermieden. Der Zweitligist musste beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken in die Verlängerung, in der erst Tore von Jan Hochscheidt (100.) und Mike Könnecke (119.) das 3:1 (1:1, 1:0) sicherten.

In einer phasenweise turbulenten Begegnung im Ludwigsparkstadion hatte Thomas Paulus (35.) Aue mit einem Foulelfmeter in Führung geschossen, Marc Lerandy (79.) ließ Saarbrücken hoffen. Doch am Ende setzte sich der favorisierte Zweitligist dank der größeren Cleverness durch.