München - Sechs Spieltage sind absolviert in der 2. Bundesliga, und die ersten Tendenzen sind schon erkennbar.

bundesliga.de analysiert, was im bisherigen Saisonverlauf gut lief und was besser werden muss. In Teil 1 stehen die Clubs auf den Plätzen Platz 1 bis 9 im Fokus.

SpVgg Greuther Fürth

Mit 14 Punkten aus sechs Spielen verbuchten die Fürther einen erfolgreichen Saisonstart und stehen zu Recht auf dem 1. Tabellenplatz. Nach dem Abstieg hat das Kleeblatt den Abgang von 20 Spielern kompensieren können und darf sich mal wieder zum Favoritenkreis auf den Aufstieg zählen. Bitter für die Franken: Mit Nikola Djurdjic (Kreuzbandriss) fällt einer ihrer gefährlichsten Knipser lange aus.

Positiv: Fürth ist schwer auszurechnen, kein Team hat mehr unterschiedliche Torschützen als das Kleeblatt (sieben).
Negativ: Kein Tor aus der zweiten Reihe: Fürth wartet noch auf das erste Weitschusstor der Saison.

1. FC Union Berlin

Die Berliner lassen sich von Tabellenrängen nicht blenden. "Das ist eine schöne Momentaufnahme. Aber es bedeutet nicht viel am 6. Spieltag", sagte Unions Sechser Michael Parensen. Elf Punkte aus den ersten sechs Spielen und Tabellenplatz 2 sind für die Eisernen der beste Start seit vier Jahren - zu Beginn der vergangenen Saison hatte Union aus den ersten sechs Partien nur vier Punkte geholt.

Positiv: Lufthoheit für Union - die Truppe erzielte die meisten Kopfballtore (fünf).
Negativ: Die Eisernen haben Probleme beim Umschalten und warten noch auf das erste Kontertor der Saison.

1. FC Köln

Der FC ist da, wo er sich am liebsten sieht: im oberen Tabellendrittel. Ging es nach dem Geschmack der Kölner, darf es auch gerne noch ein Stückchen nach oben gehen. Nach einem verhaltenen Start in die Saison haben sich die Rheinländer gefangen und mit ihrem neuen Coach Peter Stöger die ersten Dreier eingefahren. Mit der Neuverpflichtung von Patrick Helmes ist der Aufstieg nun Pflicht.

Positiv: Der FC beherrscht die schnelle Rückwärtsbewegung perfekt und musste noch kein Konter-Gegentor hinnehmen.
Negativ: Über die Außen läuft zu wenig. Köln bereitete erst zwei Treffer über die Flügel vor, durch die Mitte waren es bereits sieben.

1. FC Kaiserslautern

Das 0:4-Debakel gegen Aalen hatte das Fass beim FCK zum Überlaufen gebracht. Nach gerade einmal sechs Spieltagen haben die "Roten Teufel" schon die erste Trainerentlassung hinter sich. Franco Foda musste seine Sachen packen, für ihn sprang der bisherige Fitnesstrainer Oliver Schäfer ein und sorgte bei seinem Debüt gegen Cottbus (Bericht) gleich für gute Stimmung."Wir haben die Leute emotional gepackt", resultierte Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz.

Positiv: Keine andere Mannschaft erspielte sich so viele Großchancen wie Kaiserslautern (zehn).
Negativ: Der FCK bekommt die zweite Reihe beim Gegner nicht in den Griff und kassierte ligaweit die meisten Gegentore durch Mittelfeldspieler (sieben).

Karlsruher SC

Nach einjähriger Abstinenz hat sich der KSC erfolgreich zurückgemeldet. Erst eine Niederlage haben die Karlsruher auf dem Konto. Der Aufsteiger ist gefürchtet in der Liga. "Sie waren keine typische Drittligamannschaft und sind jetzt kein typischer Aufsteiger", beschrieb Fürths Coach Frank Kramer die Badener vor dem Spiel seiner Fürther gegen den KSC. Ein Grund für die Stärke: Markus Kauczinski. Folglich haben die Verantwortlichen den Vertrag mit dem Erfolgstrainer verlängert.

Positiv: Karlsruhe kassierte die wenigsten Gegentore durch Angreifer (eins).
Negativ: Der Aufsteiger agiert vorne zu harmlos, kein anderes Team vergab so viele Großchancen wie Karlsruhe (sechs).

TSV 1860 München

Für die ambitionierten Sechziger verlief die bisherige Saison alles andere als zufriedenstellend. Die Leistungen schwankten stark - die Folge: Trainer Alexander Schmidt musste gehen. Als Nachfolger haben die Löwen sich für Friedhelm Funkel entschieden (Bericht). Mit dem Aufstiegsexperten soll es jetzt aufwärts gehen. "Funkel hat den Rock 'n' Roll für den Aufstieg", sagte Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer.

Positiv: Kein Team ist lauffreudiger als 1860 München: Durchschnittlich spulten die Löwen 120,1 Kilometer pro Spiel ab.
Negativ: 1860 ist die Mannschaft mit den wenigsten Großchancen.

FC Erzgebirge Aue

Den FC Erzgebirge hatte am Anfang keiner so richtig auf dem Zettel. Aue startete gut in die Saison (zwei Spiele, zwei Siege), landete dann auf dem Boden der Tatsachen, was jedoch nicht wirklich für Unruhe sorgte. Denn mit Aufstiegsgedanken beschäftigen sich die Sachsen nicht. "Unsere Motivation ist, unser Polster zu vergrößern", stellte Coach Falko Götz klar, denn letzte Saison schaffte Aue den Klassenerhalt erst kurz vor Schluss.

Positiv: Aue steht bei Freistößen gegen sich sehr gut und musste nach dieser Standard-Variante noch kein Gegentor hinnehmen.
Negativ: Die Veilchen gaben ligaweit die wenigsten Torschüsse ab, nur 53 Mal zielten sie in Richtung gegnerisches Gehäuse.

FC Energie Cottbus

Punktemäßig können die Cottbuser noch zulegen. Was die Trefferanzahl angeht, sind die Lausitzer hingegen eine echte Tormaschine. Ganze 14 Tore erzielte Energie und stellt damit die beste Offensive der Liga. In der Hintermannschaft hapert es jedoch noch. "Wir haben wohl noch gar keinen Gegentreffer in dieser Saison kassiert, der herrlich rausgespielt und nicht zu verteidigen war. Komisch!", wunderte sich Kapitän Marc-Andre Kruska.

Positiv: Energie ist das effizienteste Team und benötigte durchschnittlich nur 5,7 Torschüsse für einen Treffer.
Negativ: Läuferisch hat Cottbus noch Luft nach oben: Die Lausitzer liefen durchschnittlich nur 110,2 Kilometer pro Spiel - alle anderen Teams spulten mehr Kilometer ab (teilweise deutlich).

FSV Frankfurt

"Die Mannschaft hat das Selbstbewusstsein und das Selbstverständnis, dass wir in dieser Liga grundsätzlich die Chance haben, gegen jede Mannschaft zu bestehen", sagte Coach Benno Möhlmann. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich der FSV gefangen, ist nach zwei Niederlagen zum Auftakt nun seit vier Spielen ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis). Mit der Verpflichtung von Nikita Rukavytsya - er kam von Mainz 05 - sind die Hessen nun noch besser aufgestellt.

Positiv: Stabil bis zum Seitenwechsel: Frankfurt kassierte vor der Pause kein Gegentor.
Negativ: Der FSV wartet noch auf das erste Tor aus einer Standardsituation in dieser Saison.


Hier geht's zu Teil 2: Stärken und Schwächen der Teams auf den Plätzen 10 bis 18