Köln - Der VfL Bochum 1848 hofft auf den ersten Heimdreier gegen den SV Darmstadt 98, der 1. FC Kaiserslautern muss beim 1. FC Heidenheim 1846 ran und Absteiger 1. FC Nürnberg hat Aufsteiger RB Leipzig zu Gast - die Freitagsspiele der 2. Bundesliga (ab 18:15 Uhr im Live-Ticker).

Das erste Mal in der 2. Bundesliga treffen Bochum und Darmstadt aufeinander - das letzte Pflichtspiel fand vor über 32 Jahren statt! Für die Gastgeber eine wichtige Partie, schließlich sind sie in dieser Saison zuhause noch ohne Sieg - alle Heimspiele endeten bisher mit 1:1. Die Darmstädter stehen vor einem ähnlichen Problem: Auswärts fuhren die Lilien noch keinen Dreier ein. Beide Teams trennt derzeit nur ein Punkt in der Tabelle.

Bochum brennt auf Heimsieg

Bochums Danny Latza, der bis 2013 für Darmstadt spielte, blickt dem Duell gegen seinen Ex-Club mit gemischten Gefühlen entgegen: "Sie haben schnelle und trickreiche Außen, eine sehr kopfballstarke Verteidigung und mit Dominik Stroh-Engel einen gefährlichen Angreifer." Trotzdem ist der 24-Jährige optimistisch: "Wir sind auf jeden Fall gewarnt und werden Gas geben, damit wir endlich die ersten drei Punkte zu Hause holen."

VfL-Übungsleiter Peter Neururer freut sich derweil auf ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Spieler Dirk Schuster, der seit 2012 den SV Darmstadt trainiert: "Es freut mich, dass wir uns jetzt als Trainer gegenüber stehen. Was Dirk in Darmstadt geleistet hat, ist außergewöhnlich. Es ist grandios, wo der Verein jetzt steht." Schenken will er seinem früheren Schützling natürlich trotzdem nichts: "Die Mannschaft brennt auf den Heimsieg, wir wollen das abrufen, was wir in den vergangenen Tagen einstudiert haben."

Ein Rezept gegen den VfL, der "mit aller Macht auf den ersten Heimsieg pochen wird", hat Dirk Schuster bereits: "Wir müssen aggressiv verteidigen, schnell umschalten und mit aller Brutalität unsere Chancen nutzen."

Premiere in Heidenheim

Fans von Heidenheim und Kaiserslautern dürfen sich auf das allererste Pflichtspielduell ihrer Mannschaften freuen. Heidenheim empfängt mit dem FCK den aktuellen Tabellenzweiten - zwei Punkte und drei Tabellenplätze trennen die Clubs. Fürchten muss sich Heidenheim dennoch nicht vor den Roten Teufeln: Zuhause verlor der Aufsteiger erst eins der letzten 19 Pflichtspiele und stellt mit ebenfalls 19 Toren die beste Offensive in der 2. Bundesliga - das Offensiv-Duo Marc Schnatterer/Florian Niederlechner war an 15 Toren direkt beteiligt. Kaiserslautern hingegen überzeugte bisher auswärts nicht und ist seit saisonübergreifend sechs Spielen sieglos.

HDH-Cheftrainer Frank Schmidt warnt trotzdem vor den Gästen: "Was das Mittelfeld betrifft, haben sie sehr viele Variationsmöglichkeiten. Das wird natürlich eine echte Hausnummer für uns." Einen Sieg hält er aber nicht für ausgeschlossen: "Wenn wir an unsere Leistungsgrenze herankommen, können wir immer um ein Erfolgserlebnis mitspielen - gerade Zuhause."

Der FCK peilt den ersten Auswärtsdreier an. "Wir hatten zuletzt ein großes Erfolgserlebnis gegen den Karlsruher SC, daran wollen wir sicherlich anknüpfen", sagte Trainer Kosta Runjaic. Und Mittelfeldspieler Markus Karl fügt hinzu: "Wir freuen uns auf die Aufgabe am Freitag, es wird sicherlich wieder ein geiles Spiel werden."

Absteiger gegen Aufsteiger

Für den 1. FC Nürnberg und Leipzig wird es ebenfalls das erste Pflichtspielduell. Dass der "Club" in der letzten Saison noch erstklassig spielte und Leipzig in der 3. Liga unterwegs war, kann man beim aktuellen Tabellenstand kaum glauben. RB liegt mit der zweitbesten Defensive der 2. Bundesliga (nur sieben Gegentore) auf dem 4. Tabellenplatz. Nürnberg hingegen kassierte bereits 17 Gegentreffer - der zweitschlechteste Wert - und ist mit nur zehn Zählern im Tabellenkeller zu finden.

Der neue Trainer Valérien Ismaël, der den "Club" eigentlich mit neuem Personal zum direkten Wiederaufstieg führen sollte, weiß, dass es "eine schwere Aufgabe" wird: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass es 90 Minuten lang sehr intensiv zur Sache geht. Wir müssen wieder eine gute läuferische Leistung zeigen und bereit sein, die Wege zu gehen."

Trotz des guten Saisonstarts sieht Alexander Zorniger einen Ansatz zur Kritik. "Für die Art und Weise, wie wir in den letzten Partien gespielt haben, haben wir eigentlich zu wenig Punkte geholt. Gegen Nürnberg wollen wir den nächsten Dreier einfahren", so der RB-Coach. Unterschätzen will Zorniger die Hausherren aber nicht: "Nach einem schwierigen Saisonauftakt finden sich die Nürnberger langsam. Sie stehen nun kompakter in der Defensive, schalten mit Alessandro Schöpf, Daniel Candeias und Niclas Füllkrug extrem schnell um und haben mit Jakub Sylvestr, dem Torschützenkönig der Vorsaison, einen echten Knipser im Team."

Helge Winter