Der FC St. Pauli und Arminia Bielefeld mussten am vergangenen Spieltag bittere Pleiten gegen direkte Konkurrenten einstecken. Im direkten Duell am Sonntag (alle Sonntagsspiele ab 13:15 im Live-Ticker/Liga-Radio) ist Wiedergutmachung angesagt.

Und für den Endspurt im Kampf um die Aufstiegsplätze haben sich die "Kiezkicker" am Millerntor einen neuen Rasen gegönnt. Das vom winterlichen Wetter ramponierte Geläuf wurde ausgetauscht, die Gastgeber wollen auf frischem Grün nach der 0:3-Niederlage im Spitzenspiel beim 1. FC Kaiserslautern zurück in die Erfolgsspur.

Nur Rothenbach ein Wackelkandidat

"Wir haben am Montag unsere Leistung nicht abrufen können und auch verdient verloren. Wir schauen jetzt aber wieder nach vorne", sagt Charles Takyi. Ein grundsätzliches Problem sieht er nach nur einem Punkt aus den letzten beiden Spielen vor dem nächsten Aufstiegsgipfel aber nicht: "Die Mannschaft steht zusammen, das Gefüge stimmt immer noch. Wir werden uns von außen nicht reinreden lassen und unseren Weg weiter gehen."

Personell kann Trainer Holger Stanislawski, abgesehen von den Langzeitverletzten, auf fast den gesamten Kader zurückgreifen. Nur der Einsatz von Carsten Rothenbach ist noch fraglich, er musste das letzte Training mit Wadenproblemen abbrechen. Als Alternativen stehen die wieder genesenen Jonathan Bourgault und Dennis Daube bereit.

Gerstner: FCK-Sieg "ein Lehrbeispiel"

Für die Arminia, die am Millerntor ihren langjährigen Stammkeeper Mathias Hain wieder trifft, gilt es nach der 1:2-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg die verlorenen Punkte zurückzuholen. Bei vier Punkten Rückstand auf Platz 3 droht sonst eine Vorentscheidung im Kampf um das Saisonziel Wiederaufstieg.

Trainer Thomas Gerstner versucht dennoch Aktionismus zu vermeiden, auch wenn die Aufgabe im Hexenkessel von St. Pauli alles andere als einfach wird. "Ich habe in der Hinserie immer gesagt: Wenn wir hinten sicher stehen, kriegen wir vorne unsere Chancen", erklärt er und hofft, dass seine Spieler den FCK-Sieg gegen die "Kiezkicker" am Montag gut beobachtet haben: "Das war ein gutes Lehrbeispiel."

Stürmer Pavel Fort kehrt nach überstandenen Adduktorenproblemen in die Startelf zurück und Oliver Kirch bietet sich zumindest für einen Kurzeinsatz an. Verzichten muss Gerstner aber auf Michael Delura und Michael Lamey. Beide fallen verletzungsbedingt noch mindestens eine Woche aus.

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Karlsruher SC – 1. FC Kaiserslautern

Hoch hergehen dürfte es am Sonntagnachmittag auch im Karlsruher Wildparkstadion. Beim Südwest-Derby gegen den Tabellenführer aus Kaiserslautern wird ein ausverkauftes Stadion erwartet. Aus der Pfalz werden vermutlich 8000 Fans ihr Team begleiten.

Der FCK kann nach dem eindrucksvollen Sieg gegen St. Pauli mit breiter Brust beim KSC antreten. Der ist nach dem 1:2 beim FSV Frankfurt unter Zugzwang. "Wir sind leider nicht in der Lage, negative Erlebnisse zu verkraften", analysiert Trainer Markus Schupp, dessen Team nach dem ersten Gegentreffer in Frankfurt nicht mehr zurückschlagen konnte. Das Duell mit dem FCK kommt ihm trotzdem nicht ungelegen, vielmehr sei es "das schönste Spiel des Jahres".

Seine Mannschaft warnt Schupp vor allem vor der Lauterer Stärke bei Standardsituationen und fordert "Disziplin und Geduld". Die muss wohl auch Michael Mutzel haben. Der erlitt im Training einen Pferdekuss. Sein Einsatz ist unwahrscheinlich, fraglich ist noch, ob Christian Demirtas (Knieprobleme) rechtzeitig fit wird.

Eitel Sonnenschein beim FCK

Beim FCK herrscht dagegen personell und auch sonst eitel Sonnenschein. Außer den langzeitverletzten Bastian Schulz und Pierre de Wit sind alle Profis einsatzbereit, zudem haben die Pfälzer an der Tabellenspitze nun schon zehn Punkte Vorsprung auf Platz vier.

Negative Auswirkungen durch die steigende Erwartungshaltung befürchtet Trainer Marco Kurz vor dem Derby in Karlsruhe nicht. "Natürlich wächst die Erwartungshaltung von außen, aber die Mannschaft ist bodenständig und so wird sie auch auftreten", sagt er.

Die Warnung an die Kollegen überlässt Kurz dem langjährigen KSC-Spieler Florian Dick vor dessen "Heimkehr" in den Wildpark: "Es wird ein leidenschaftliches Derby werden, wir müssen hellwach sein. Die Karlsruher haben Qualität und sind sicher besser als es ihr momentaner Tabellenplatz vermuten lässt."

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Rot Weiss Ahlen – 1. FC Union Berlin

Der kurze Höhenflug von Rot Weiss Ahlen fand beim 0:4 bei Fortuna Düsseldorf ein jähes Ende. Nach der zweiten Niederlage in Folge müssen die Ahlener nun wieder dringend einen Dreier nachlegen, um Anschluss an den Relegationsplatz zu halten. Schon sieben Punkte ist der FSV Frankfurt den Westfalen voraus.

"Es ist noch überhaupt nichts verloren, im Sport ist nahezu alles möglich", macht RWA-Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Merhing Spielern und Fans aber Mut. Er glaubt, dass die Pleite von Düsseldorf ein "einmaliger Ausrutscher" war. Dass er Recht hat, können die Ahlener nun gegen Union beweisen.

Mit erst zwölf erzielten Toren mangelt es bei RWA vor allem im Sturm. An den vergangenen acht Spieltagen gelangen Ahlen nur zwei Treffer - sechs Mal ging Rot Weiss leer aus. Bei der Wiedergutmachung gegen die Berliner wird Abwehrspieler Nils Döring fehlen, der in Düsseldorf seine fünfte Gelbe Karte sah und gesperrt ist.

Union kurz vor dem "sicheren Hafen"

Deutlich entspannter als in Ahlen geht es bei Union zu, auch wenn die Personalsorgen größer sind. Weiterhin fehlen Bernd Rauw (Sprunggelenk), Björn Brunnemann (Leistenprobleme) und Paul Thomik (Sprunggelenk). Dafür kehrt Kenan Sahin nach abgesessener Gelbsperre ins Team zurück.

Das könnte nach dem 0:0 im Nachholspiel bei Hansa Rostock schon am Sonntag auch die allerletzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen. "Gewinnen wir in Ahlen, sind wir mit 37 Punkten schon fast im sicheren Hafen", rechnet Trainer Uwe Neuhaus vor.

Das Team habe auch in Rostock gut gespielt, da seine Jungs in den vergangenen fünf Partien vier Mal torlos blieben, fordert Neuhaus aber auch: "Wir haben im Moment sicher nicht das nötige Quäntchen Glück im Abschluss, aber wir werden weiter daran arbeiten. Manchmal muss man das Glück auch erzwingen."

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