Der FC Ingolstadt ist eigentlich gute Nachrichten gewöhnt: Innerhalb von drei Jahren stieg die Mannschaft von der Bayernliga in die 2. Bundesliga auf, und auch dort lief es abgesehen von einigen Ausrutschern zunächst ganz gut. Der FC überwinterte mit viel Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf Rang 12. Doch nun stecken die "Schanzer" im Abstiegskampf, und niemand scheint genau zu wissen, warum.

Positiv formuliert ist der FC Ingolstadt eine unberechenbare Mannschaft. In der Hinrunde wurden Greuther Fürth, der SC Freiburg und der 1. FSV Mainz 05 beeindruckend geschlagen, doch gleichzeitig setzte es genauso viele überraschende Klatschen. Im Jahr 2009 allerdings ist traurige Beständigkeit eingekehrt: Kein einziger Sieg steht zu Buche, der Rutsch auf einen Abstiegsplatz war für den Aufsteiger unvermeidbar.

Die wenigen Chancen werden nicht genutzt

Das große Problem: Die Angreifer treffen nicht mehr. Hatte Stürmer Ersin Demir noch bis zum 9. Spieltag sieben Tore erzielt, hat er seit Oktober gar nicht mehr getroffen. Die logische Folge: Magere fünf Treffer in den ersten zehn Spielen der Rückrunde. Dass der FC Ingolstadt überhaupt noch Punkte holt, liegt vor allem daran, dass die Mannschaft immer öfter 0:0 spielt, wie zuletzt auch gegen die Abstiegskontrahenten FC Augsburg und den SV Wehen Wiesbaden.

Während der Aufsteiger zu Beginn der Saison noch als sorgloses und nervenfreies Team galt, ist jetzt also der Wurm drin. Dabei kann Trainer Thorsten Fink eigentlich auf einen Kader zurückgreifen, der sich in Sachen Erfahrung nur hinter wenigen Zweitligateams verstecken muss.

Erfahrene Spieler sind vorhanden

Drei Beispiele: Mittelfeldspieler "Zecke" Neuendorf hat immerhin schon 200 Bundesligaspiele absolviert, Angreifer Vratislav Lokvenc ist ehemaliger tschechischer Nationalspieler, und Heiko Gerber war mit dem VfB Stuttgart schon Deutscher Meister.

Doch Neuendorf findet nur ganz langsam in die Startelf, Lokvenc bekommt zu wenig Bälle aus dem Mittelfeld und hat außerdem immer wieder Verletzungspech. Und Gerber kann in den kommenden Spielen keine Verantwortung übernehmen: Er wurde am vergangenen Spieltag nach einer Tätlichkeit für vier Spiele gesperrt.

Fink ist noch zuversichtlich

Doch die gleiche Mannschaft hat in der Hinrunde oft recht passabel gespielt, und deshalb glaubt Fink weiter daran, dass der Knoten bald wieder platzt. Der FC Ingolstadt war immer dann am stärksten, wenn niemand mit dem Team gerechnet hatte. Insofern kommt es den "Schanzern" vielleicht nur gelegen, dass in den nächsten Wochen die schwerstmöglichen Gegner warten: Hintereinander geht es gegen Freiburg, Mainz und Nürnberg.

Und ein erstes, kleines Erfolgserlebnis gab es zuletzt auch: Gegen eine Auswahl junger brasilianischer Spieler siegte der FC mit 4:2.