München - Während Spitzenreiter Hertha im Heimspiel gegen Osnabrück noch etwas gut zu machen hat und dem Aufstieg einen weiteren Schritt näher kommen will, steigt in Cottbus die Wiederauflage des Pokal-Halbfinales zwischen Energie und dem MSV Duisburg (beide Samstagsspiele ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Hertha BSC - VfL Osnabrück

Der direkte Wiederaufstieg ist Hertha BSC kaum noch zu nehmen. Im Spitzenspiel am vergangenen Montag siegten die Berliner souverän in Bochum und haben damit schon sieben Zähler Vorsprung auf den drittplatzierten VfL. "Der Sieg in Bochum war ein 'Big Point'. Wenn wir uns das jetzt noch nehmen lassen, haben wir es nicht verdient", sagt Mittelfeldmann Peter Niemeyer. Nun reist der Tabellen-16. aus Osnabrück ins Olympiastadion - die Favoritenrolle ist klar verteilt, auch wenn die Herthaner in der Hinrunde bei den "Lila-Weißen" mit 0:2 verloren.

Doch Trainer Markus Babbel warnt vor Überheblichkeit: "Auch gegen den VfL müssen wir extrem hart arbeiten, denn das wird ein ganz schwieriger Gegner." Der Hertha-Coach, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, hält den Druck auf seine Profis hoch, um im Saisonendspurt nicht mehr anbrennen zu lassen: "Wer jetzt die Spannung verliert, hat seinen Job verfehlt. Wir müssen Profis sein und das auch in jeder Sekunde zeigen."

Beim VfL sitzt Heiko Flottmann als neuer Chef auf der Trainerbank. Der 54-Jährige, der seit 2006 das Nachwuchsleistungszentrum leitete, löste Interimscoach Joe Enochs ab und soll in den letzten fünf Spieltagen die Niedersachsen noch vor dem drohenden Abstieg retten. Das dabei mit Berlin und Bochum noch zwei richtig schwere "Brocken" im Restprogramm enthalten sind, schockt Flottmann nicht. "Wir beurteilen die anstehenden Gegner nicht nach deren Tabellenplatz, sondern danach, dass wir fünf Chancen haben, Punkte zu sammeln", sagt er im Interview mit bundesliga.de. Bei seiner Premiere wird Flottmann auf Kristoffer Andersen (Zehenverletzung), Michael Lejan (Außenmeniskus-OP), Henrich Bencik (Mandelentzündung) und Aleksandar Kotuljac (Kreuzbandriss) verzichten müssen.




FC Energie Cottbus - MSV Duisburg

Das Spiel gegen die "Zebras" bietet Cottbus die Gelegenheit, die "Auszeit zu beenden", wie Energie-Trainer Pele Wollitz nach drei Niederlagen in Folge ankündigt. Der Coach kann angesichts des Gegners mit dem Begriff "Revanche" für das Pokalhalbfinale nichts anfangen: "Ich habe auch keine Rachegelüste, weil es nicht vergleichbar ist. Und es ist auch nicht rückgängig zu machen. Jetzt geht es um Meisterschaftspunkte und wir freuen uns auf einen sportlichen Wettstreit."

Nach den jüngsten Enttäuschungen, vor allem über die Art und Weise gegen Ingolstadt und München als über die Resultate, fordert der Energie-Trainer gegen Duisburg Leidenschaft, Gier und Hingabe. Die Eindrücke im Training bestätigen ihn, denn die meisten Kicker überzeugten mit guter Körpersprache und der nötigen Anspannung. Kolja Afriyie klagt über Rückenschmerzen und fällt aus, Alexander Bittroff hat seine Gelb-Sperre abgesessen. Jiayi Shao hat das Training wieder aufgenommen. Sogar Uwe Hünemeier brennt trotz eines Innenbandanrisses auf einen Einsatz.

Bajic mit Respekt vor Cottbus

Zwei Mal haben sich der MSV und der FC Energie in dieser Saison schon getroffen. Beide Male war es eng und knapp. 2:2 haben sich die beiden Kontrahenten im Liga-Duell am 22. November 2010 getrennt. Und unvergessen ist natürlich, zumindest aus Duisburger Sicht, das DFB-Pokal-Halbfinale, das die "Zebras" am 1. März 2011 nach dramatischem Ringen gewannen. Die Ausgangssituation ist diesmal eine andere. Beide, weder der Siebte aus Cottbus noch der Sechste aus Duisburg, haben keinen Kontakt mehr zu den ersten drei Plätzen. Dennoch sind die drei Zähler heiß begehrt.

"Cottbus", sagt MSV-Abwehrchef Branimir Bajic mit Blick auf die beiden direkten Duelle, aber auch auf die gesamte Spielzeit, "Cottbus hat eine Super-Mannschaft mit einer Klasse-Offensive. Aber wir wollen trotzdem mit einem Erfolg zurück kommen." Das Wort "trotzdem" wählt er, weil den MSV große personelle Sorgen drücken. Julian Koch (Kreuzbandanriss), Ivica Grlic (Reha) und Stefan Maierhofer (Mittelfußbruch) fallen verletzt aus, und hinter Bruno Soares (Innenbanddehnung) und Jürgen Säumel (Beckenverschiebung) stehen große Fragezeichen. MSV-Trainer Milan Sasic geht die Begegnung in der Lausitz trotz aller Sorgen aber doch mutig an: "Wir wollen auf der Sonnenseite bleiben und trotz aller Probleme ohne Niederlage zurückkommen."