München - Zwei Monate können lang sein, verdammt lang. Wo man dieser Tage bei Spielern und Trainern auch hinhört - das Ende der Sommerpause, der Trainingslager und Testspielmarathons, wird beinahe allenthalben herbeigesehnt. Es wurde Kondition gebolzt und an Kleinigkeiten gefeilt, alles für den großen Showdown am 1. Spieltag.

Wenn der FC St. Pauli am Freitagabend bei Erzgebirge Aue antritt (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio), erwartet Trainer Andre Schubert daher nicht zu Unrecht einen "heißen Tanz in stimmungsvoller Atmosphäre". Gleichzeitig will auch der FC Ingolstadt im Duell mit Energie Cottbus den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen. bundesliga.de hat alle Infos zum Start zusammengefasst.

Zwei Begegnungen, null Punkte, fünf Gegentore - die Bilanz des FC St. Pauli aus den Duellen mit Erzgebirge Aue in der vergangenen Saison ist definitiv ausbaufähig. Das weiß auch Trainer Andre Schubert, der sein Team dementsprechend warnte. "Aue hat eine zweikampfstarke und aggressive Mannschaft, die schnell umschalten kann und die Räume sehr eng macht", meinte der 41-Jährige und schob mit Blick auf die Saisonziele der "Braun-Weißen" nach: "Wir müssen immer bereit sein, an die Leistungsgrenze zu gehen. Dann können wir eine sehr, sehr gute Rolle in der Liga spielen."

Für Fabian Boll ist das Auswärtsspiel in Sachsen zum Auftakt dennoch eine "alles andere als angenehme Aufgabe". Der Kapitän erwartet, dass seinem Team dort "alles abverlangt" wird. Zumindest personell können die Hamburger nahezu aus dem Vollen schöpfen, abgesehen von Neuzugang Sören Gonther (Aufbautraining) stehen alle Spieler zur Verfügung und scharren mit den Hufen.

"Müssen und werden alles geben"



Die Vorfreude auf den 1. Spieltag kennt auch bei den "Veilchen" keine Grenzen: Knapp 25 Jahre arbeitet Karsten Baumann schon im Profi-Bereich, erst als Spieler, dann als Trainer. Nichtsdestotrotz waren die vergangenen zwei Monate für den Chefcoach der Hausherren "gefühlt die längste Vorbereitung, die ich mitgemacht habe". Es sei daher "wirklich Zeit, dass es wieder losgeht", meinte der 42-Jährige, der derzeit nur auf die langzeitverletzten Enrico Kern und Christian Cappek verzichten muss.

Gegen die "Kiez-Kicker" rechnet er mit einem "Spiel Spitz auf Knopf" - und sparte dabei nicht mit Lobeshymnen auf den Gegner: "St. Pauli ist eine laufstarke, kämpferisch gute Truppe, die gerade in der Offensive brutal gut besetzt ist." Die Erzgebirgler wollen mit Kampf und vollem Einsatz dagegenhalten. "Jeder in der Mannschaft ist heiß und brennt auf das erste Spiel. Es wird eine umkämpfte Partie werden. Wir müssen und werden alles geben", versprach Spielführer Rene Klingbeil.



Schiedsrichteransetzungen

Der Spielplan hat es zum Saisonstart gleich zwei Mal gut gemeint mit dem FC Ingolstadt. Zum einen, weil die "Schanzer" mit einem Heimspiel beginnen und im Audi Sportpark bekanntlich schon seit neun Spielen ungeschlagen sind. Zum anderen, weil mit Energie Cottbus ein Gegner anreist, gegen den man in der vergangenen Saison kein einziges Gegentor kassiert hat. An guten Omen mangelt es demnach nicht - euphorisch wollte Tomas Oral dennoch nicht werden.

"Wir wollen die Mentalität der letzten sechs Monate beibehalten, jedes Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. Die Vorbereitung stimmt mich sehr zuversichtlich, wir haben die Basis gelegt", meinte der Trainer, der aber auch weiß: "Wir werden viel investieren müssen, um die Punkte hierzubehalten." Zumal neben den langzeitverletzten Malte Metzelder und Andreas Buchner sowie Ersatzkeeper Aaron Siegl (Syndesmosebandverletzung) auch der gesperrte Neuzugang Andre Mijatovic ausfällt.

Fragezeichen hinter Sanogo



Die Personalsorgen im Lager der Lausitzer sind allerdings kaum kleiner: Abgesehen von den langzeitverletzten Markus Brzenska und Daniel Brinkmann müssen Guillaume Rippert (Trainingsrückstand), Clemens Fandrich (Entzündung im Fuß) sowie Julian Börner und Martin Kobylanski definitiv passen. Dafür hat Boubacar Sanogo die Reise in den Süden trotz leichter Kniebeschweren angetreten. Eine Entscheidung über den Einsatz des neuen Torjägers soll aber erst kurzfristig fallen.

Für Chefcoach Rudi Bommer, der vor dem Duell mit den Bayern eine "große Anspannung" im Team feststellte, liegt der Schwerpunkt ohnehin erst einmal auf der Stabilität im Abwehrverbund: "Ingolstadt hat eine sehr gute Offensive. Unser Hauptaugenmerk liegt daher darauf, diese in Schach zu halten", gab der 54-Jährige die Marschroute vor.



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