Der 4. Spieltag endet mit einem Traditionsspiel, das schon beinahe in Vergessenheit geraten ist: Der MSV Duisburg empfängt Fortuna Düsseldorf.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Clubs in der 2. Bundesliga liegt schon mehr als 15 Jahre zurück - am 27. Februar 1993 gewann Düsseldorf zu Hause mit 1:0

Beide Trainer im Fokus

Die Partie ist nicht unwesentlich bestimmt von den beiden Trainern, die jeweils für den anderen Verein schon einmal tätig waren. Peter Neururer, der während eines sechswöchigen Engagements 1999 den letzten Versuch unternahm, die "Rot-Weißen" vor dem Absturz in die Drittklassigkeit zu bewahren. Und Norbert Meier, der drei Jahre bei den "Zebras" an der Seitenlinie stand, sie 2005 in die Bundesliga führte und dann über "Kopfnuss-Affäre" stolperte.

Gegeneinander gespielt haben beide Fußballlehrer, obwohl schon lange im Geschäft, noch nicht. "Es wird ein herrliches Spiel, ein echtes Lokalderby. Es werden wieder sehr, sehr viele Fans aus Düsseldorf dabei sein", merkt man Meier dennoch die Vorfreude auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte deutlich an.

Neururer: "Ich erwarte einen Sieg"

und auch rund um die MSV-Arena knistert es: Bis zum Freitagmittag waren schon weit über 20.000 Tickets für das brisante Nachbarschaftsduell vergriffen. Vor der größten Kulisse seit vielen Monaten will der MSV dann auch seinen bisher ordentlichen Saisonstart veredeln. Duisburg ist seit neun Spielen ungeschlagen - so lange blieb kein anderer Zweitligist ohne Niederlage.

MSV-Trainer Peter Neururer gibt die Marschroute vor: "Ich erwarte einen Sieg. Es muss keine sensationelle Leistung sein, aber die Einstellung muss absolut stimmen. Ich kann daher nur versprechen, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute Dominanz, Kampfbereitschaft und Einsatz zeigen werden. Das Derby soll zum Fußballspektakel werden und unterstreichen, was in Duisburg möglich ist."

Setzt Wagner seine Serie fort?

Dabei baut der Coach vor allem auf Sandro Wagner: Der ehemalige Bayern-Stürmer hat in allen drei Saisonspielen mindestens einen Treffer erzielt und ist mit vier Toren der beste Torschütze der Liga. Auch in der Scorerliste steht der U-21-Europameister mit fünf Punkten an der Spitze.

Allerdings trifft der MSV auf einen Gegner, der ebenfalls einen guten Start in die Saison erwischt hat. Nach drei Spieltagen hat der Aufsteiger bereits zwei Siege eingefahren.

Fortuna mit Personalproblemen

Die Düsseldorfer haben zuletzt Martin Harnik von Werder Bremen ausgeliehen. Der österreichische Angreifer kann allerdings gegen den MSV noch nicht eingesetzt werden. Schade aus Sicht der Gäste, weil Trainer Meier außerdem im Vorfeld einige andere Personalprobleme plagen.

Fest steht, dass Stammkeeper Michael Melka weiterhin verletzt ist und abermals durch Michael Ratajczak vertreten wird. Auch Axel Lawarée muss passen, da er an einem eingeklemmten Nerv laboriert. Marco Christ hat gerade erst wieder mit Lauftraining angefangen und Kai Schwertfeger ist wieder zur Mannschaft zurückgekehrt - allerdings zu Fortuna II.

Ob Kapitän Andreas Lambertz, der auch erst seit kurzem wieder an den Übungseinheiten teilnimmt, im Kader steht, blieb bis zuletzt ebenfalls offen. Was aber auch im Leitsatz des Chefcoachs begründet liegt, der niemandem eine Stammplatzgarantie verspricht. Wie sonst lässt sich erklären, dass im Spiel gegen Koblenz (1:0) mit Christian Weber, Anderson, Johannes van den Bergh, Oliver Fink und Dmitriy Bulykin gleich fünf neue Spieler im Vergleich zur Aufstiegsmannschaft in der Startformation standen? Ein Quintett im Übrigen, das sich bislang bestens bewährt hat und auch an der Wedau überzeugen will.