Dass in afrikanischen Savannen beheimatete Huftiere auch mit dem nass-kalten deutschen Winter etwas anfangen können, beweisen derzeit die "Zebras" des MSV Duisburg.

Die sind nämlich erst so richtig in Schwung gekommen, seitdem das Wetter alles andere als gemütlich ist. Standen die Meidericher nach dem 9. Spieltag nur auf Rang 13, so grüßen sie jetzt dank eines Zwischengalopps von sieben Spielen ohne Niederlage (fünf Siege) in Folge von Tabellenplatz 5.

Grlic felht gegen seinen Ex-Club

Nur zwei Zähler trennen die Mannschaft von Milan Sasic noch von Fortuna Düsseldorf und Relegationsrang 3. Logisch, dass auch im letzten Spiel vor der Winterpause möglichst drei Punkte eingefahren werden sollen. Gegner am Freitag ist Alemannia Aachen (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio), was den Duisburgern durchaus gelegen kommen dürfte, da die Kaiserstädter in den vergangenen fünf Spielen gegen den MSV nur einen Punkt einfahren konnten und in dieser Saison in bislang fünf Freitagsspielen noch sieglos sind.

"Alemannia Aachen hat bereits sechs Spiele zu Null gespielt. Das zeigt die Stabilität dieser Mannschaft, auch wenn Aachen nicht erreicht hat, was sie vor der Saison erreichen wollten", hat MSV-Coach Milan Sasic durchaus Respekt. Auch, weil der gelb-gesperrte Adam Bodzek ausfällt. Ivica Grlic, der in den letzten beiden Spielen vier Mal einnetzte und selbst mal für Aachen spielte, ist ebenfalls nicht einsatzbereit, da er an einer schweren Grippe erkrankt ist.

Außerdem fehlen im Kader der Zebras weiterhin verletzungsbedingt Sandro Wagner, Sören Larsen, Bernd Korzynietz, Frank Fahrenhorst und Mihai Tararache. Chavdar Yankov hat seine Magen-Darm-Grippe hingegen gut überstanden und steht dem Trainer wieder zur Verfügung.

Alles kann, nichts muss für Aachen

Personalproblemen sieht sich auch Michael Krüger gegenüber. Der Coach der Alemannia muss zum Abschluss der Hinrunde auf Stamm-Angreifer Benjamin Auer verzichten. Der mit sechs Treffern erfolgreichste Torschütze sah vergangene Woche gegen Paderborn die Gelb-Rote Karte und muss aussetzen.

Trotz der personellen Schwächung und des Duisburger Laufs möchten die Aachener Zählbares aus der MSV-Arena mitnehmen. "Wir wollen uns mit einem Sieg eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde verschaffen", sagte Abwehrspieler Mirko Casper vor dem Spiel des Tabellenzwölften beim Fünften. Die Chancen auf eine vorgezogene Bescherung beurteilt Krüger mit einem Blick in die Vergangenheit optimistisch. "Keiner erwartet etwas. Alle erhoffen sich etwas", sagte Aachens Trainer: "Diese Ausgangslage ist uns in der Vergangenheit gut bekommen."

Als neuer Geschäftsführer Sport am Tivoli wurde unter der Woche Erik Meijer präsentiert. Wunderdinge verspricht der ehemalige Alemannia-Profi und Publikumsliebling aber nicht: "Natürlich wollen wir daran anknüpfen, wo wir schon einmal waren. Aber das geht nur in kleinen Schritten. Das Kind lernt auch erst laufen, bevor es rennt, denn sonst fällt es auf die Fresse. Ich bin nicht der liebe Herrgott."




TuS Koblenz - FSV Frankfurt

Mit nichts anderem als einem Sieg möchte der FSV Frankfurt in die Winterpause gehen. Bei der TuS aus Koblenz geht es für die Hessen laut Geschäftsführer Bernd Reisig um einen versöhnlichen Abschluss der "etwas verkorksten Hinrunde".

Um dies in die Tat umzusetzen versucht Hans-Jürgen Boysen einen "positiven Druck" in der Mannschaft zu entfachen. "Wir erzielen messbare Fortschritte, die aber momentan nicht zählbar sind. Die Mannschaft läuft und trainiert wie aufgedreht - auch nicht erst seit dieser Woche - und Engagement und Wille sind so, wie sie sein müssen. Jetzt müssen Taten folgen", nimmt der Cheftrainer seine Spieler in die Pflicht.

An Motivation sollte es den Spielern jedenfalls nicht mangeln, würde der FSV mit dem "Dreier" doch an Koblenz vorbeiziehen und auf Relegationsplatz 16 überwintern.

"Müssen eine Einheit bilden"

Die Gestgeber werden allerdings ihrerseits nach der Entlassung von Uwe Rapolder auch hochmotiviert in die Partie gehen. "Man darf nicht erwarten, dass mit einer Personalie nun alle Probleme gelöst sind", weiß aber auch Uwe Koschinat, der bisherige Co-Trainer. Seine Mission ist einzig auf das letzte Spiel des Jahres beschränkt.

"Wir müssen wieder eine Einheit bilden. Nur dann haben wir eine Chance, die Klasse zu halten", fordert Geschäftsführer Wolfgang Loos. Am besten fängt die Mannschaft gleich gegen den FSV damit an.




Rot Weiss Ahlen - Energie Cottbus

Es gibt angenehmere Aufgaben, als beim zuhause sieglosen Tabellenletzten anzutreten. "Wir müssen das Undankbare annehmen", sagt Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz und will sich mit einem Sieg aus der Hinrunde verabschieden.

Gastgeber Ahlen ist ebenso unter Zugzwang wie der FCE. "Es gibt keine Strategie, für beide kann es nur heißen: drei Punkte", gibt sich "Pele" Wollitz kämpferisch. Dazu muss sein Team offensiv an die Leistung der ersten Halbzeit gegen Rostock anknüpfen. "Das war richtig gut. Da hat das Team Potential gezeigt", zielt der Trainer auf die Vielzahl erspielter Chancen an. Nun gilt es, im richtigen Moment diese Chancen auch zu nutzen und Tore zu erzielen. "Denn hinten lassen wir im Moment nicht viel zu", hat der Coach einen deutlichen Aufwärtstrend im Defensivverhalten der Mannschaft entdeckt.

In der Abwehr wird es allerdings eine Umstellung geben. Markus Brzenska ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Wollitz hat deshalb zwei Optionen: "Entweder rückt Adam Straith in die Innenverteidigung oder Igor Mitreski nimmt den Platz von Brenner ein." Als sicher gilt, dass der zuletzt gesperrte Marc-André Kruska wieder in die Startformation rutscht. Nach starker Vorstellung bleibt auch Stanislav Angelov gesetzt. Und das Sturmduo Emil Jula und Leonard Kweuke wird der Trainer ebenfalls erneut aufbieten.

"Endlich den ersten Heimsieg einfahren!"

Die Gastgeber waren zuletzt in Frankfurt (0:0) nah dran am zweiten Saisonsieg. "Wir müssen jetzt mit einem Sieg über Cottbus den Wert dieses Unentschiedens erhöhen", sagt Coach Christian Hock.

Wertvoll ist für ihn, dass Nils Döring nach seiner Verletzung wohl auflaufen kann. "Wir müssen aus einer gesunden Ordnung heraus die Zweikämpfe suchen und engagiert zu Werke gehen", verlangt Hock viel Einsatz für das große Ziel: "Endlich den ersten Heimsieg einfahren!"