Der FC Augsburg schwimmt in dieser Saison weiter auf einer Welle der Euphorie. Die Schwaben liegen in der Tabelle der 2. Bundesliga auf einem aussichtsreichen zweiten Platz, der Abstand auf Rang 4 ist schon beträchtlich. Der Aufstieg ist in greifbarer Nähe.

In greifbarer Nähe war aber auch das DFB-Pokalfinale in Berlin. Im Halbfinale kam jedoch mit 0:2 das Aus in Bremen. Doch den FCA wirft dieser Rückschlag nicht aus der Bahn. "Wir können stolz sein, auf das was wir im Pokal geleistet haben. Und das müssen wir in den Saisonendspurt mitnehmen", sagte Kapitän Uwe Möhrle im Gespräch mit bundesliga.de.

Der 30-Jährige, der schon mit Rostock, Duisburg und Wolfsburg in der Bundesliga gespielt hat, spricht zudem über das Selbstbewusstsein der Augsburger, das Spitzenspiel beim FC St. Pauli und die Aufstiegschancen seines Teams.

bundesliga.de: Herr Möhrle, haben Sie die Enttäuschung nach dem Pokal-Aus schon verdaut?

Uwe Möhrle: Das Ausscheiden war schon ärgerlich, weil wir uns sehr gut präsentiert haben. Die Chancen waren da. Aber um in Bremen zu gewinnen, da braucht man einen richtig guten Tag. Es war natürlich schon ein bisschen bitter, dass man als Zweitligist bei einem Top-Team der Bundesliga auswärts antreten muss. Zu Hause wären die Chancen besser verteilt gewesen. Wir können aber dennoch stolz sein, auf das was wir im Pokal geleistet haben. Und das müssen wir in den Saisonendspurt mitnehmen.

bundesliga.de: Augsburg hat in Bremen sehr gut mitgehalten. Ein Klassenunterschied zum Bundesligisten war über weite Strecken nicht zu erkennen. Ist das der Anspruch des FCA?

Möhrle: Da wollen wir hin. Das ist doch klar. Wir haben durch unseren zweiten Platz in der Liga immer noch ein riesiges Selbstbewusstsein. Unser Ziel ist es, auch in der kommenden Saison wieder in Bremen zu spielen. Wir wollen unseren Traum wahr machen und aufsteigen.

bundesliga.de: Kann das Pokal-Aus an der Weser denn einen Knacks für den weiteren Saisonverlauf geben?

Möhrle: Nein. Eine Niederlage in Bremen, und dann noch im Halbfinale des DFB-Pokals, das kann keinen Knacks geben. Uns hat in dieser Saison noch nichts aus der Bahn geworfen. Wir sind stark genug, um Rückschläge zu verkraften.

bundesliga.de: Am Wochenende müssen Sie in Aachen antreten. Schwirrt vielleicht auch schon die Partie beim Aufstiegskonkurrenten St. Pauli am 30. Spieltag im Kopf herum?

Möhrle: Wir haben wichtige Wochen vor uns. Bis zum Spiel beim FC St. Pauli müssen wir noch fleißig Punkte sammeln, um in Hamburg mit einer guten Ausgangslage antreten zu können. Es ist ein Montagsspiel, unter Flutlicht und dann noch am 30. Spieltag - das könnte schon eine vorentscheidende Partie werden.

bundesliga.de: Und klappt es am Ende für den FCA mit dem Aufstieg in die Bundesliga? Vielleicht sogar mit dem direkten Aufstieg?

Möhrle: Wir haben einen kleinen Vorsprung auf Platz 4. Wir haben es also in der Hand. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz. Aber wir haben die Qualität, um das Rennen zu gewinnen.

Das Gespräch führte Michael Reis