Hamburg - Am Donnerstag wurde der neue Sportdirektor Rachid Azzouzi beim Pressefrühstück offiziell beim FC St. Pauli begrüßt. In gemütlicher Atmosphäre berichtete der gebürtige Marokkaner von seinem Wechsel von der SpVgg Greuther Fürth ans Millerntor, der Mannschaftsplanung und seinen Zielen für die kommende Saison.

"Ich freue mich hier zu sein", erklärte der 41-Jährige den anwesenden Journalisten mit einem Lächeln. "Ich bin von diesem Verein überzeugt und möchte zu seiner Weiterentwicklung beitragen. Das ist eine große und spannende Aufgabe für mich. Der Verein ist wirklich beeindruckend. Das war er schon, als ich noch Spieler war", so der Rheinländer, der in seiner aktiven Karriere für den MSV Duisburg, Fortuna Köln und Greuther Fürth aufgelaufen war.

"Nur der FC St. Pauli hat wirklich gereizt"



Der Abschied vom Frankenland fiel ihm, trotz des Wunsches nach neuen Herausforderungen nicht leicht, schließlich hatte er dort 15 Jahre lang in verschiedenen Funktionen gearbeitet und den Club bis zum Aufstieg in die Bundesliga begleitet. "Natürlich hätte ich noch ein Jahr mit Fürth in der Bundesliga mitnehmen können, aber es war schon lange klar, dass ich mich irgendwann verändern möchte. Ein Wechsel zum Winter kam für mich aber nicht in Frage, denn ich bin der Überzeugung, dass man eine Mannschaft und einen Verein nicht im Stich lässt. Aber letztendlich bringen einen Menschen nur Veränderungen weiter", so Azzouzi über seinen Wechsel. "Ich hatte auch andere Angebote, aber nur der FC St. Pauli hat mich wirklich gereizt. Für mich war es genau die richtige Entscheidung."

Die erste Herausforderung, der sich Azzouzi stellen will, lautet die Zusammenstellung der Lizenzmannschaft. "Unser Kader ist noch nicht vollständig, das muss man ganz klar sagen. Aber wir wollen uns Zeit lassen und Spieler suchen, die zu uns passen. Wichtig ist, dass sie gut sind, charakterlich zu uns passen und auch hier spielen wollen, um sich weiter zu entwickeln."

Die Mischung macht's



Mit den bisherigen Neuverpflichtungen ist der Sportdirektor rundum zufrieden: "Florian Mohr gehört zu den besten Innenverteidigern der 2. Bundesliga, genau wie Sören Gonther. Daniel Ginczek beobachte ich schon seit der A-Jugend. Er ist wie Lennart Thy sehr torgefährlich." Aber auch von den Eigengewächsen Marcel Adrijanic und Florian Kirschke ist Azzouzi begeistert: "Adrijanic finde ich richtig gut, da ist richtig Potenzial bei dem Jungen." Der Sportdirektor weiß aber auch, dass am Ende eine gute Mischung aus "jungen, fantasievollen und erfahrenen Spielern" dabei herauskommen muss.

Die Förderung des eigenen Nachwuchses liegt ihm besonders am Herzen. Doch bevor er sich der Weiterentwicklung des Nachwuchsleistungszentrums widmen kann, will er sich zunächst einen Überblick verschaffen und sich einarbeiten.

Mittelfristig in die Bundesliga



Für die kommenden Jahre hat sich Azzouzi, der einen Vier-Jahres-Vertrag beim FC St. Pauli unterschrieben hat, hohe Ziele gesteckt. Die Basis für den sportlichen Erfolg bestehe bereits: "Die letzte Saison war sportlich betrachtet sehr erfolgreich. 62 Punkte nach dem Abstieg und einem Trainerwechsel sind eine hervorragende Bilanz. Dass es am Ende so knapp nicht geklappt hat, war wirklich schade", meinte der Ex-Profi.

"Andre Schubert hat letzte Saison einen richtig guten Job gemacht. Ich habe bereits ein paar Gespräche mit ihm geführt und einen guten Eindruck von ihm bekommen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Gemeinsam wollen wir alles dafür tun, um mittelfristig in die Bundesliga aufzusteigen, den Nachwuchsbereich auszubauen und eine großartige Mannschaft zusammenzustellen, die sich in der Liga fest etablieren kann", zeigte sich Azzouzi hochmotiviert.