In der 2. Bundesliga geht es heute im Ost-Derby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Energie Cottbus zur Sache. Nach drei Niederlagen in Folge wollen die Hauptstädter nun endlich wieder Punkte einfahren und an ihren gelungenen Saisonstart anknüpfen (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Vor dem Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften "an der alten Försterei" sprach bundesliga.de mit dem Sportdirektor der "Eisernen", Christian Beeck, über die bisherige Entwicklung des Aufsteigers und seine alten Kontakte nach Cottbus. Der 37-Jährige begann seine Karriere in der Jugend von Union Berlin und beendete seine Laufbahn in der Lausitz, wo er zwischen 1999 und 2005 seine erfolgreichste Zeit als Profi-Fußballer verlebte.

bundesliga.de: Herr Beeck, Sie haben sowohl für Energie Cottbus als auch für Union Berlin gespielt. Inwiefern ist das Derby heute Abend auch für sie ein besonderes Spiel?

Christian Beeck: Mit meiner Zeit in Cottbus verbinde ich schöne, aber auch harte Zeiten - einfach ein Stück meiner sportlichen Karriere. Insofern ist es immer etwas Besonderes gegen eine Mannschaft anzutreten, für die ich selbst aktiv war.

bundesliga.de: Am Anfang der Saison hatte Union ja einen Super-Lauf und steht auch jetzt immer noch relativ weit vorne in der Tabelle (5. Platz). Warum lief es in den letzten Spielen, mit drei Niederlagen in Folge, nicht mehr ganz so gut?

Beeck: Es begann Anfang Oktober damit, dass wir einige Verletzte hatten. Demzufolge hatten wir ein paar Probleme bei der Aufstellung, auch weil sich einige Spieler die 5. Gelbe Karte eingehandelt haben. Dadurch haben wir ein wenig die Form verloren. Hinzu kommt, dass eine Saison in der 2. Liga natürlich sehr lang und sehr intensiv ist. Daran müssen sich die jüngeren Spieler noch gewöhnen. Bei den Älteren ist das nicht das Problem. Ich sehe das als ganz normalen Lernprozess. Heute Abend werden wir aber schon versuchen den Bock wieder umzustoßen und drei Punkte einzufahren.

bundesliga.de: Sie haben die erfahrenen Spieler angesprochen. Kapitän Marco Gebhardt und drei weitere Union-Spieler haben für Cottbus gespielt. Sind die gegen den Ex-Club besonders motiviert?

Beeck: Ich hoffe es. Torsten Mattuschka hat bereits nach dem Spiel in St. Pauli angekündigt, dass wir "am Freitag etwas wiedergutmachen müssen und heiß sein müssen wie Frittenfett", wie das bei den Jungs heute heißt. Ich freu mich drauf. Wenn dann auch noch die Einstellung und die körperliche Verfassung stimmen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen können.

bundesliga.de: Haben sie noch Kontakt zu Spielern und Verantwortlichen in Cottbus und gibt es Sticheleien mit den ehemaligen Kollegen?

Beeck: Nein. Die Spieler mit denen ich bei Cottbus gespielt habe, sind alle in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Deshalb ist das ein bisschen schwierig. Ich bin aber noch mit Ulrich Lebsch, dem Präsidenten, in Kontakt, der dort wirklich sehr gute Arbeit geleistet hat. Wir unterhalten uns über die eine oder andere Geschichte, und was wichtig ist: Wir rufen uns zum Geburtstag an.

bundesliga.de: Wen sehen sie am Ende der Saison in der 2. Liga vorne? Wer wird aufsteigen und wer wird in die Relegation kommen?

Beeck: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Bielefeld und Kaiserslautern die ersten beiden Plätze belegen werden. Für den Relegationsplatz kommen drei bis fünf Mannschaften in Frage. Da warten wir mal ab was passiert.

Das Gespräch führte Sebastian Bisch