Am Freitag will der SC Freiburg im Heimspiel gegen den FC Augsburg (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) seinen perfekten Rückrundenstart weiter ausbauen.

Drei Spiele, drei Siege. So lautet die Bilanz der Freiburger für das Jahr 2009. Nach dem Auftaktsieg zur Rückrunde (2:0 bei 1860 München) und dem 4:1 zuhause gegen den VfL Osnabrück folgte ein souveräner 3:1-Erfolg beim Bundesliga-Absteiger Hansa Rostock.

Nicht nur die Punkteausbeute des Tabellenführers ist makellos, auch Winter-Neuzugang Vitali Rodionov kann mit drei Toren aus drei Spielen eine beeindruckende Bilanz vorweisen. Im Januar verpflichteten die Freiburger den 25-Jährigen vom weißrussischen Vertreter BATE Borissow, mit dem er letztes Jahr noch in der Champions League gegen Mannschaften wie Real Madrid oder Juventus Turin aktiv gewesen war.

Kann Rodionov auflaufen?

Hinter seinem Einsatz steht allerdings ein dickes Fragezeichen. Gegen Rostock bekam er erneut einen Schlag auf den Fuß, der schon im Heimspiel gegen Osnabrück nach einem Tritt so geschmerzt hatte, dass der Weißrusse ausgewechselt werden musste. Neben dem langzeitverletzten Felix Roth (Kreuzbandriss) wird auch Ali Günes (Muskelverhärtung) nicht dabei sein.

Alle übrigen Akteure sind fit und einsatzbereit und stellen SC-Cheftrainer Robin Dutt somit vor die Qual der Wahl, wen er von Beginn an bringen soll: "Gegen Augsburg muss bei uns wieder die Mischung aus spielerischer Leichtigkeit und Leidenschaft stimmen, sonst wird es ganz schwer." Große Veränderungen in der Startelf sind nicht zu erwarten. Auch weil sich Dutt sicher ist, dass der Erfolgshunger seiner Akteure trotz der zuletzt so befriedigenden Ergebnisse noch nicht gesättigt ist. "Keiner meiner Spieler meint, jetzt schon etwas erreicht zu haben", so Dutt.

Fach: "Wir sind nirgends chancenlos"

Dagegen kann FCA-Trainer Holger Fach mit dem Start in die Rückrunde nicht zufrieden sein. Zwei Punkte aus drei Spielen lautet die Ausbeute der Augsburger. Und für Fach ist die Favoritenrolle in Freiburg klar verteilt: "Wenn man sich in der Winterpause noch einmal mit Stürmer Vitali Rodionov, der in dieser Saison schon Champions League-Erfahrung sammeln konnte, verstärken kann, dann weiß man, wohin die Reise gehen soll."

"Wir wissen um die Schwere der Aufgabe in Freiburg, reisen aber mit Selbstvertrauen an. Wenn wir die Leistung der vergangenen sechs Monate abrufen können und jeder Spieler 100 Prozent abruft, haben wir eine gute Chance dort zu gewinnen, denn wir sind nirgendwo chancenlos", gibt sich FCA-Trainer Holger Fach zuversichtlich.

Personell hat sich im Kader der Augsburger, die auf Rang 8 stehen, nicht viel verändert. Neben den Langzeitverletzten fällt auch noch Daniel Baier aus, dessen rechte Achillessehne entzündet ist. Außerdem ist Mittelfeldspieler Patrick Mölzl krank.


1. FSV Mainz 05 - Hansa Rostock

Auf dem Papier scheint es einfach, wenn der Dritte auf den Drittletzten trifft. Doch die Mainzer konnten zuletzt im Oktober 2008 ein Heimspiel gewinnen (5:0 gegen Wehen Wiesbaden). Für einen Auswärtserfolg der Rostocker spricht allerdings auch nicht viel: Sie haben in dieser Saison in der Fremde noch gar nicht gewonnen.

Die Mainzer zeigten zuletzt ansteigende Form und triumphierten in Osnabrück trotz eines 0:1-Rückstands noch mit 3:1. Trainer Jörn Andersen gibt sich selbstbewusst: "Dinge wie Heimschreck oder Fastnachtsschreck, so was interessiert mich nicht. Wir wollen versuchen, alles zu mobilisieren und zu geben für einen Heimsieg. Schließlich sollen die Zuschauer das Stadion glücklich verlassen."

Das Krankenlager der 05er hat sich etwas gelichtet. Daniel Gunkel (Knöchelverletzung) und auch Elkin Soto (Schwächeanfall) sind noch nicht ganz auf der Höhe, aber beide sind wieder im Mannschaftstraining und auch eine Option für die Partie gegen Rostock. Und Florian Hellers Gelbsperre ist abgelaufen. Lediglich Milorad Pekovic liegt derzeit mit einem grippalen Infekt flach, allerdings stehen die Chancen nicht schlecht, dass auch er für das Spiel fit wird.

Erster "Dreier" in der Fremde?

Die Auswärtsbilanz der Rostocker ist die schwächste der 2. Bundesliga. Lediglich vier Punkte konnten sich die Hanseaten auf des Gegners Platz erspielen (vier Remis). Hansa-Coach Dieter Eilts rechnet durchaus damit, dass es in Mainz ein ähnliches Spiel geben könnte wie in Aachen, wo seine Elf mit couragiertem Auftritt ein 3:3 erreichte.

"Natürlich muss man abwarten, wie es läuft, denn jedes Spiel entwickelt auch immer eine gewisse Eigendynamik. Doch wir wollen die Partie in Mainz mit der gleichen Aggressivität und Entschlossenheit angehen wie zuletzt in Aachen. Um damit erfolgreich sein zu können, müssen wir dort aber natürlich unsere Fehler endlich abstellen", so Eilts.

Orestes kehrt zurück

Kaum entspannt hat sich derweil die Personalsituation. Vor allem im Defensivbereich fehlen Eilts weiterhin die erfahrenen Glieder der Abwehrkette, denn mit Gledson (Nasenbeinbruch) und Benjamin Lense (Reha nach Kreuzband-Dehnung) werden zwei potenzielle Innenverteidiger nicht zur Verfügung stehen. Fraglich ist der Einsatz von Rechtsverteidiger Kevin Schöneberg (Adduktorenbeschwerden).

Hoffnung macht allerdings die Rückkehr von Orestes, der nach fast fünfwöchiger Pause wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. In der Offensive muss Eilts weiterhin auf Enrico Kern (Bauchmuskelzerrung) verzichten, aber zumindest auf Fin Bartels (abgesessene Gelbsperre) kann er wieder zurückgreifen.


FC Ingolstadt - Alemannia Aachen

Der FC Ingolstadt ist drauf und dran, die gute Ausgangsposition aus der Hinrunde zu verspielen. Nach der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern steht die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink nun auf Rang 13 und unter Zugzwang. Nachdem das Team zu Beginn der Saison einen recht ordentlichen Ligastart hingelegt hatte, zeigte das Leistungsbarometer in den vergangenen Spielen nach unten. In Fürth hatte es eine 1:6-Klatsche gesetzt, ehe eine Nullnummer gegen RW Oberhausen und die Schlappe gegen den FCK folgten.

Der Aufsteiger hat zehn Saisonniederlagen vorzuweisen - häufiger hat keine Mannschaft in der 2. Bundesliga verloren (Hansa ebenfalls zehn Pleiten). Damit sind die Abstiegsplätze bei nur noch vier Zählern Vorsprung für die "Schanzer" wieder bedrohlich nahe gerückt.

FCI-Kapitän Stefan Leitl bleibt gegenüber dem "kicker" optimistisch: "Wenn wir gegen Aachen gewinnen sollten, haben wir vier Zähler aus vier Spielen - einen mehr als nach vier Partien in der Vorrunde. Die kommen mit einem 6:2 gegen den ´Club´ und werden mit breiter Brust auflaufen, aber das Spiel beginnt trotzdem bei 0:0 - und wir haben sicher eine Chance, diese Partie zu gewinnen."

Auswärtsschwäche abstellen

Gestärkt durch den 6:2-Erfolg über den 1. FC Nürnberg reisen die Aachener mit breiter Brust zur Partie nach Ingolstadt. Doch auswärts sieht die Bilanz der Aachener gar nicht so rosig aus. Erst ein Sieg steht auf der Habenseite (3:0 beim FSV Frankfurt). Will man um die Aufstiegsplätze mitspielen, müssen Erfolge auf fremdem Platz her.

"Wir wollen dieses Spiel gewinnen, sonst ist unsere Ausgangslage wieder die gleiche wie vor dem Nürnberg-Sspiel", so Jürgen Seeberger. Zwar weiß der Alemannen-Coach, dass die Vorzeichen für seine Mannschaft gut stehen und sie als Favorit in diese Begegnung geht, von einer klaren Angelegenheit dürfe aber nicht die Rede sein.

"Müssen unsere gesamte Energie einbringen"

"Wenn man sich anschaut, mit welchen Bilanzen Rostock oder Nürnberg zu uns gekommen sind - da sind Vorzeichen uninteressant. Wir müssen vielmehr unsere Möglichkeiten ausschöpfen und unsere gesamte Energie auswärts einbringen", erklärt der 43-Jährige.

Personell kann Aachen nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Jerome Polenz, der seine Rotsperre aus dem Spiel gegen den FC Hansa Rostock absitzen muss, sowie die Langzeitverletzten Reiner Plaßhenrich und Thomas Stehle (beide Knie-OP) stehen Seeberger nicht zur Verfügung.