Die SpVgg Greuther Fürth ist nach fünf Siegen in Folge die Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga. Der Tabellenführer glänzt mit attraktivem Offensivfußball. Besonders das Sturmduo Christopher Nöthe und Olivier Occean bringt die gegnerischen Abwehrreihen in große Verlegenheit. Beide Angreifer trafen bereits jeweils fünf Mal. bundesliga.de hat sich exklusiv mit dem 23-jährigen Christopher Nöte unterhalten.

bundesliga.de: Christopher Nöthe, die SpVgg Greuther Fürth eilt in der 2. Bundesliga von Sieg zu Sieg. Welches Erfolgsgeheimnis steckt hinter der Serie von fünf "Dreiern" in Folge?

Christopher Nöthe: Im Moment läuft es sehr gut. Wir haben den großen Vorteil, dass die Mannschaft in dieser Saison abgesehen vom Abgang von Nico Müller zusammengeblieben ist. Jeder einzelne Spieler hat sich darüber hinaus qualitativ verbessert. Wir brauchten also nicht lange, um uns einzuspielen und haben uns auch gut verstärkt.

bundesliga.de: Stichwort Verstärkungen. Einen Volltreffer landete der Verein mit der Verpflichtung von Olivier Occean, der wie Sie auch bereits fünf Treffer erzielte. Wie gut tut er der Mannschaft?

Nöthe: Er arbeitet sehr gut für die Mannschaft und hat jetzt in den ersten sechs Saisonspielen bereits fünf Tore erzielt. In den letzten Jahren war ja unsere Offensive so ein bisschen unser Schwachpunkt. Das haben wir bislang in dieser Saison behoben.

bundesliga.de: Zum Saisonauftakt verlor die SpVgg nach einer 2:0-Pausenführung gegen Eintracht Frankfurt noch mit 2:3. Warum hat die Mannschaft diese bittere Pille so gut weggesteckt?

Nöthe: Weil wir unsere Lehren daraus gezogen haben. Das wird uns so schnell nicht mehr passieren, dass wir eine 2:0-Führung aus der Hand geben. In dem Spiel hätten wir eine der zwei, drei großen Chancen zu Beginn der 2. Hälfte zum 3:0 nutzen müssen, dann hätten wir das Spiel sicher nicht mehr verloren. Und nach dem 2:2 müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Aber wir haben auf diese Niederlage die richtige Antwort gegeben, danach sind wir durchgestartet. Seitdem steht die Abwehr, wir haben nur noch ein Gegentor bekommen. Und unsere Defensive war schon in der vergangenen Saison unsere große Stärke, als wir zusammen mit dem FC Augsburg die beste Abwehr der 2. Bundesliga stellten (und nur 27 Gegentore kassierten, die Red.).

bundesliga.de: Mit welchen Erwartungen und Zielen gehen Sie persönlich in die neue Saison?

Nöthe: Ich war ja fast die ganze letzte Saison über verletzt. In der Saisonvorbereitung haben dagegen andere Stürmer wie Kingsley Onuegbu oder Dani Schahin wegen Verletzung gefehlt. Da hat sich der Sturm mit mir und Olivier Occean beinahe von selbst aufgestellt. So konnten wir uns einspielen. Dann sind mir gleich zum Auftakt gegen Frankfurt die beiden Tore gelungen. Da konnte ich gleich viel Selbstvertrauen tanken.

bundesliga.de: Und wie lautet das Saisonziel des Vereins?

Nöthe: Wir haben in diesem Jahr klar gesagt, dass wir unter die ersten Drei kommen wollen. Das ist ein realistisches Ziel, nachdem wir im vergangenen Jahr Vierter wurden und die Mannschaft verstärkt wurde. Die Saison dauert aber noch lange und es bringt uns nichts, jetzt auf die Tabelle zu schauen und uns über den 1. Platz zu freuen.

bundesliga.de: Kommt die Pause nach der Siegesserie jetzt ungelegen?

Nöthe: Es hätte gerne so weitergehen können, weil wir gerade einen sehr guten Lauf haben. Auf der anderen Seite können wir jetzt ein bisschen regenerieren, aber auch hart daran arbeiten, den Rhythmus beizubehalten.

bundesliga.de: Welche Vereine sehen Sie als die härtesten Konkurrenten der SpVgg an?

Nöthe: In diesem Jahr geht es bereits sehr eng oben zu. Die ersten sieben Vereine liegen nur drei Punkte auseinander. Obwohl wir einen sehr guten Start hingelegt haben, haben wir noch kein großes Punktepolster anlegen können. Die härtesten Konkurrenten sind sicherlich Eintracht Frankfurt und der FC St. Pauli. Aber auch Teams wie Braunschweig, 1860 München oder Düsseldorf sind nicht zu unterschätzen.

bundesliga.de: Sie kommen gebürtig aus dem Ruhrpott. Wie wohl fühlen Sie sich im Frankenland?

Nöthe: Ich fühle mich hier richtig wohl. Im Moment läuft alles super. Das Wichtigste für mich ist, dass ich verletzungsfrei bleibe.

bundesliga.de: Wie haben die Fans auf den guten Start der SpVgg reagiert? Herrscht schon eine gewisse Euphorie in der Stadt?

Nöthe: Unsere Fans ziehen richtig mit und unterstützen uns großartig. Zwei unserer drei Heimspiele waren bereits ausverkauft. Es herrscht zwar noch keine Euphorie in der Stadt, dafür ist es sicher noch ein bisschen zu früh. Aber unsere Leistungen werden wahrgenommen.

bundesliga.de: Die Fans sind skeptisch, weil die Mannschaft zwar in den letzten zehn Jahren fast immer oben mitspielte, es aber nie für einen Aufstiegsplatz reichte.

Nöthe: Deshalb wollen wir das in dieser Saison ändern. Es wäre doch super, wenn wir am Ende alle darüber lachen könnte, dass Fürth angeblich unaufsteigbar ist.

bundesliga.de: Nächster Gegner ist in zehn Tagen der schlecht gestartete MSV Duisburg, der in Fürth gastiert. Was rechnen Sie sich da aus?

Nöthe: Nach fünf Siegen in Folge wollen wir unsere Serie in einem Heimspiel natürlich fortsetzen. Wir wollen die drei Punkte.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski