Berlin - Nach dem etwas holprigen Start in die 2. Bundesliga hat Hertha BSC mit dem 2:1-Sieg gegen Jahn Regensburg wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. Jetzt steht das Berliner Stadtderby gegen den Lokalrivalen Union Berlin auf dem Programm. Hertha-Stürmer Sami Allagui, der aus Mainz an die Spree wechselte und bereits zwei Saisontore erzielte, stellte sich vor dem brisanten Nachbarschaftsduell den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Wie gut hat nach dem eher mittelmäßigen Saisonstart der Sieg am letzten Spieltag getan? Was war ausschlaggebend für den Erfolg?

Sami Allagui: Für den Kopf war der Sieg sehr wichtig. Es war zugleich unser erster Heimsieg. Ich bin überzeugt davon, dass er uns weiterhilft. Wir hatten den Gegner 90 Minuten im Griff und haben mit hoher Laufbereitschaft, Aggressivität und mentaler Stärke gespielt. Das macht mir Hoffnung.

bundesliga.de: Haben Sie das Gefühl, dass die Hertha jetzt in der 2. Bundesliga richtig angekommen ist und den Kampf angenommen hat?

Allagui: Ich denke schon. Jeder hat begriffen, worum es geht. Kein Gegner in der 2. Bundesliga wird uns etwas schenken. Von den 17 Vereinen, auf die wir treffen, werden wahrscheinlich 13 oder 14 sehr defensiv hinten drinstehen und auf ihre Konterchance lauern.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass der Erfolg gegen Regensburg schon der Durchbruch war oder war der Aufsteiger kein richtiger Maßstab?

Allagui: Doch, Regensburg hat eine gute Mannschaft. Jetzt müssen wir aber nachlegen. Wir haben mit dem Derby ein wichtiges Spiel vor uns, das wir unbedingt gewinnen wollen. Danach kommt die Länderspielpause, in der wir viel Zeit haben, um uns auf die folgenden Aufgaben gut vorzubereiten.

bundesliga.de: Was waren die größten Probleme in den ersten drei Pflichtspielen?

Allagui: Es kam einiges zusammen. Wir haben auch viel Pech gehabt bei Gegentoren, Elfmetern und Platzverweisen. Und die Gegner haben ihre Chancen eiskalt genutzt. Wir haben es ihnen aber auch zu leicht gemacht und müssen uns noch verbessern. Dazu haben einige Spieler sicherlich auch noch die vergangene Saison und alles, was passiert ist, in den Köpfen. Aber ich glaube, dass wir jetzt auf einem guten Weg sind.

bundesliga.de: Wie nehmen Sie die Stimmung um die Hertha in der Stadt wahr?

Allagui: Die Stimmung ist ganz gut. Berlin ist eine richtig schöne Stadt und gefällt mir gut. Mir macht es einen Riesenspaß bei der Hertha. Unser Ziel stand von vornherein fest. Es lautet Aufstieg. Das werden wir knallhart verfolgen und jeden Tag im Training hart dafür arbeiten. Und mit einem Sieg im Derby würde sich die Stimmung schlagartig verbessern.

bundesliga.de: Wie fällt Ihr erstes persönliches Zwischenfazit nach rund acht Wochen bei der Hertha? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Allagui: Es ist noch zu früh, um das jetzt schon zu bewerten. Ich habe sehr gute Gespräche mit dem Trainer und Michael Preetz geführt und kann mich mit den Zielen der Hertha voll und ganz identifizieren. Ich wurde gut aufgenommen. Jetzt müssen wir aber erst einmal die kommenden schweren Aufgaben meistern.

bundesliga.de: Am kommenden Montag steht das Berliner Stadtderby bei Union an. Wie groß sind Ihre Vorfreude und Neugier auf das Spiel?

Allagui: Ich freue mich sehr auf das Spiel. Ich habe gehört, dass Hertha gegen Union noch kein Punktspiel gewonnen hat, vor zwei Jahren ein Unentschieden holte und ein Spiel verlor. Diese Serie wollen wir durchbrechen. Ich erwarte ein heißes, intensives Spiel am Montagabend. Die ganze Stadt wird es gespannt verfolgen. Aber auch in diesem Spiel gibt es nur drei Punkte. Wir wollen die Nummer 1 in Berlin bleiben und werden alles dafür geben, dass unsere Fans nach dem Abpfiff feiern können.

bundesliga.de: Der Gegner hat auch keinen guten Start hingelegt. Wie groß ist auch bereits die sportliche Brisanz in diesem Duell? Wer gewinnt?

Allagui: Auch wenn es erst der 4. Spieltag ist, geht es schon um viel. Auf die Tabelle brauchen wir im Moment nicht zu schauen, die hat sowieso erst ab dem 10. Spieltag eine gewisse Aussagekraft. Union hat eine gute Mannschaft und hat sich von Jahr zu Jahr verbessert. Beim Trainer setzen sie auf Kontinuität, der macht einen guten Job. Wir müssen in dem Spiel 100 Prozent Leistung bringen. Dann hoffe ich, dass wir gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski