Nach einem furiosen Saisonstart musste der FC St. Pauli zuletzt in der Liga und im Pokal zwei Niederlagen einstecken.

Für die "Kiezkicker" könnten die anstehenden Spiele richtungsweisend sein. Das weiß auch Mittelfeldspieler Fabian Boll. "Die nächsten Partien werden zeigen, wohin die Reise für St. Pauli geht", erklärte Boll im Gespräch mit bundesliga.de.

Der 30-Jährige spricht auch über die Pleite im "Nordderby" in Bremen, den bisherigen Saisonverlauf und das anstehende Spiel in Bielefeld.

bundesliga.de: Herr Boll, haben Sie die Niederlage im DFB-Pokal gegen Werder Bremen schon verarbeitet?

Fabian Boll: Wir waren in der 1. Halbzeit einfach zu ängstlich und sehr beeindruckt von den Bremern. Aber ohne Grund. Denn wir haben danach ja sehr gut mitgehalten. Aber Werder hat in der Offensive eine überragende Qualität, und diese haben sie dann auch genutzt. Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, ging das Ergebnis in Ordnung.

bundesliga.de: 2006 schmiss St. Pauli Werder aus dem Pokal. Sie waren damals auch dabei. Hatten Sie das in Bremen im Hinterkopf?

Boll: Vor dem Spiel war die Erinnerung natürlich allgegenwärtig. Denn überall wurde man auf dieses Ereignis angesprochen. Aber während der Partie hat man daran dann keinen Gedanken mehr verschwendet. Dafür waren die Vorzeichen, im Vergleich zu 2006, viel zu unterschiedlich.

bundesliga.de: Nach der Pleite gegen Kaiserslautern mussten Sie jetzt die zweite Niederlage in Folge einstecken. Wirft Sie das zurück?

Boll: Wir müssen am Samstag wieder ein positives Ergebnis einfahren und irgendwas aus Bielefeld mitnehmen. Dem Negativtrend müssen wir entgegenwirken. Und wir werden auch alles dafür tun, um eine erneute Niederlage zu verhindern.

bundesliga.de: Ihr Trainer Holger Stanislawski sprach schon vor dem Kaiserslautern-Spiel von entscheidenden Wochen für den FC St. Pauli. Sehen Sie das auch so?

Boll: Ja, das ist richtig. Das sind natürlich sehr, sehr starke Mannschaften, gegen die wir jetzt in Serie spielen müssen. Und die nächsten Partien werden zeigen, wohin die Reise für St. Pauli geht.

bundesliga.de: Trotz der beiden Rückschlägen: Wie bewerten Sie den Saisonauftakt Ihres Teams?

Boll: Alles in allem betrachtet können wir sehr zufrieden sein. Hätte uns einer vor der Saison gesagt, dass wir nach sechs Spieltagen 13 Punkte auf dem Konto haben, hätten wir das natürlich unterschrieben. Uns war nach dem Sprung an die Tabellenspitze klar, dass es noch ein sehr langer Weg ist. Aber wir sind da schon ganz ruhig geblieben. Und deshalb werden wir jetzt auch nicht nervös, nur weil wir einmal in der Liga verloren haben.

Das Gespräch führte Michael Reis