Bielefeld - Arminia-Knipser Kacper Przybylko hat eine bewegte Woche hinter sich. Sein 3:2-Siegtreffer im Abstiegskrimi gegen Dynamo Dresden bescherte Bielefeld die Relegation. Auf dem Weg zum ersehnten Klassenerhalt treffen der polnische Stürmer und seine Teamkollegen nun auf den Drittligisten SV Darmstadt 98.

Im exklusiven Interview spricht der gebürtige Bielefelder mit bundesliga.de über das wichtigste Tor seiner Karriere, warum die Arminia die Klasse halten wird, den kommenden Gegner aus Hessen und wie er die aktuelle Euphorie  in der Stadt hautnah miterlebt.

bundesliga.de: Herr Przybylko, erst einmal nochmal Glückwünsch zum Erreichen der Relegation. Das Spiel in Dresden war ein echter Krimi. Haben Sie das Spiel schon verarbeitet?

Kacper Przybylko: Ja. Das Dresden-Spiel ist kein großes Thema mehr, weil ich mich mit meiner Mannschaft jetzt voll auf Darmstadt konzentriere. Aber natürlich war das ein aufregendes Spiel.

bundesliga.de: Zumal Sie mit ihrem 3:2 auch erst dafür gesorgt haben, dass die Arminia jetzt überhaupt in die Relegation darf…

Przybylko: Das stimmt. Dass ich das 3:2 noch schießen durfte, rief pure Emotionen hervor. Diese drei Punkte in Dresden waren einfach enorm wichtig für uns, sodass wir nun zwei Endspiele haben.

bundesliga.de: Würden Sie den Siegtreffer als Ihren bisherigen Karrierehöhepunkt bezeichnen?

Przybylko: Auf jeden Fall. Das war garantiert das wichtigste Tor meiner Karriere, denn es ging um etwas Großes. Natürlich ist es schade, dass wir in diesem Fall nicht um den Aufstieg, sondern gegen den Abstieg spielen.

bundesliga.de: Nun kommt es zur Relegation. Sie treffen auf den SV Darmstadt 98. Inwieweit hat der hart erkämpfte Sieg in Dresden der Mannschaft nochmal einen Ruck gegeben?

Przybylko: Die Stimmung in der Mannschaft ist unverändert gut. Wir haben vor, genauso weiterzumachen. Wir pushen uns innerhalb des Teams. Ich finde es super, wie es gerade intern läuft. Aus diesem Grund wollen wir nicht viel verändern. Das hat bisher gut geklappt und so wollen wir auch gegen Darmstadt ins Spiel gehen.

bundesliga: Also zeigt der Trend nicht erst seit Dresden nach oben?

Przybylko: Genau. In den Spielen, wo wir die Punkte nicht geholt haben, hatten wir auch einfach ein bisschen Pech und unsere Chancen nicht genutzt. Jetzt läuft es dafür umso besser. Das wollen wir mitnehmen.

bundesliga.de: Dem unterklassigen Club, also Darmstadt, spricht man in der Relegation meistens den mentalen Vorteil zu, weil er um den Aufstieg spielt. Der höherklassige Verein steht dagegen mit dem Rücken zur Wand. Hat sich das mit dem Dresden-Spiel jetzt relativiert?

Przybylko: Ich denke schon. Natürlich war das eine schwierige Situation und auch insgesamt ein schwieriges Jahr für Arminia. Aber wir haben in den letzten Wochen gute Spiele gezeigt.  Wir wollen in der 2. Liga bleiben und wir werden auch die Klasse halten. Auch wenn Darmstadt als Dritter der 3. Liga in die Partie geht, werden wir es ihnen garantiert nicht leicht machen.

bundesliga.de:  Wie schätzen Sie Darmstadt grundsätzlich ein?

Przybylko: Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit ihnen gemacht. Viele meiner Mannschaftskollegen haben mir jedoch von den damaligen Duellen in der 3. Liga erzählt, wo ich noch nicht dabei war. Darmstadt hat eine hervorragende Saison gespielt und steht verdient auf dem 3.Platz.

bundesliga.de:  Unterm Strich: Warum hält Arminia die Klasse?

Przybylko: Weil wir bis zum Schluss kämpfen werden. Wir haben uns in dieser Saison schon häufiger aus schwierigen Situationen befreit. Gerade auch in Dresden hat man gesehen, zu was wir in Lage sind. Ich denke dieser Willen, bis zur letzten Minute alles zu geben, macht uns einfach aus.

bundesliga.de: Beim Hinspiel in Darmstadt erwartet Sie und ihre Mannschaft ein volles Stadion. Auch der Gästeblock wird komplett gefüllt sein. Es gab bei den Arminia-Fans einen riesigen Andrang an den Ticketschaltern für das Hin- und Rückspiel. Sie selbst kommen aus Bielefeld. Wir erleben Sie die aktuelle Euphorie?

Przybylko: Das habe ich ehrlich gesagt noch nie erlebt. Das ist super. Ich selbst habe an die Fans appelliert, dass wir sie unbedingt brauchen. Dass alle gleich so mitziehen, ist einfach klasse. Ich freue mich riesig auf die Spiele und kriege jetzt schon Gänsehaut wenn ich daran denke, dass unser Stadion beim Rückspiel komplett voll sein wird.

Das Gespräch führte Yannik Schmidt

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