Belek - Während sein großer Bruder Christoph mit dem FC Schalke 04 erst am Mittwoch an der türkischen Riviera eingetroffen ist, schuftet Malte Metzelder mit dem FC Ingolstadt schon etwas länger im Trainingslager in Belek.

Dabei gilt es für den Verein vor allem, weiter an der nötigen Effektivität zu feilen. Denn die ließ in der Hinrunde doch zu wünschen übrig. "Zwar wurde uns oft ein gutes Spiel attestiert, aber dafür kann man sich ja bekanntlich auch nichts kaufen", sagt Malte Metzelder im bundesliga.de-Interview.

Dass er dennoch vom Klassenerhalt der Ingolstädter überzeugt ist, ist keine Überraschung. Doch so einfach sei das nicht, meint der 1,95 Meter lange Abwehrspezialist und hofft weiter auf den positiven Trend unter Trainer Benno Möhlmann.

bundesliga.de: Herr Metzelder, merken Sie schon die Strapazen des Trainingslagers?

Malte Metzelder: Ja, denn wir haben in den vergangenen Tagen sehr hart gearbeitet. Die Testspiele schmerzen da doppelt so sehr. Wir sind alle ziemlich müde. Aber das ist auch gut so, denn schließlich wollen wir hier in Belek den Grundstein für eine gute Rückrunde legen.

bundesliga.de: Konnten Sie über die Feiertage die Ergebnisse der ersten Saisonhälfte ein wenig vergessen?

Metzelder: Die letzten Spiele in der Hinrunde waren ja nicht so schlecht. Da haben wir ja außer in Osnabrück immer punkten können. Ich denke aber schon, dass alle ein wenig abschalten konnten. Wir haben uns dann aber sehr zeitig wieder zur Vorbereitung getroffen.

bundesliga.de: Warum steht der FC Ingolstadt in der Tabelle so schlecht da?

Metzelder: Wir sind miserabel in die Saison gestartet und konnten uns dann aus diesem Sog nicht richtig befreien. Zwar wurde uns oft ein gutes Spiel attestiert, aber dafür kann man sich ja bekanntlich auch nichts kaufen.

bundesliga.de: War die kleine Serie zum Ende der Hinrunde dem Möhlmann-Effekt geschuldet?

Metzelder: Es ist ja meist so: Wenn ein Verein einen Negativlauf hat, dann geht nach einem Trainerwechsel ein Ruck durch die Mannschaft. Ich hoffe aber stark, dass wir diesen Trend fortsetzen.

bundesliga.de: Was hat sich unter dem neuen Trainer geändert?

Metzelder: Mit Benno Möhlmann haben wir gelernt, effektiver zu spielen. Nicht bloß Feuer frei und ab nach vorne, weil es so schön aussieht. Sondern erst einmal darauf bedacht, dass die Abwehr sicher steht. Vorne kommen wir ja so auch zu unseren Möglichkeiten.

bundesliga.de: Sie gehören mittlerweile zu den dienstältesten Spielern bei den Schanzern: Ist das zurzeit die prekärste Situation für das Team, seit Sie nach Ingolstadt gekommen sind?

Metzelder: Ja, das denke ich schon. Aber wir wissen, worum es jetzt geht. Bei unserem Abstieg vor gut zwei Jahren standen wir in der Winterpause ja gut da, genutzt hat uns das aber auch nichts. Wichtig ist es nun einmal, dass wir am Ende überm Strich stehen.

bundesliga.de: Was macht Sie so sicher, dass das auch klappt?

Metzelder: Man sagt es ja häufig leichtfertig so dahin: Wir steigen nicht ab. Doch es wird natürlich eine ganz schwierige Aufgabe. Aber ich glaube fest an den Klassenerhalt und die ganze Mannschaft tut dies auch.

Aus Belek berichtet Michael Reis