Aue - Der FC Erzgebirge Aue hat sich zuletzt mit zwei Erfolgen in Serie wieder ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle vorgearbeitet. Am kommenden Sonntag gastiert die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt beim Tabellenführer SpVgg Greuther Fürth. bundesliga.de bat vorab den 22 Jahre alten FCE-Mittelfeldspieler Tobias Kempe zum exklusiven Interview.

bundesliga.de: Im Allgemeinen wird das zweite Jahr nach dem Aufstieg als das schwerere bezeichnet. Stimmt diese "Fußballweisheit" aus Ihrer Sicht?

Kempe: Ja, das ist bekannt. Es ist schwer, die gute Serie, die wir im letzten Jahr gespielt haben, zu wiederholen. Aber wir sind jetzt wieder im Lauf.

bundesliga.de: Nach dem Auftaktsieg blieb Aue sieben Spiele sieglos. Was waren die Ursachen für die Misere?

Kempe: Das ist schwer zu sagen. Wir wissen es auch nicht. Jedes Jahr läuft anders. Wir hatten einen schwierigen Start und mussten uns wieder herankämpfen. Das haben wir auch in den letzten beiden Spielen geschafft und dabei jeweils drei Punkte geholt. Jetzt sind wir wieder auf einem guten Weg.

bundesliga.de: War das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf trotz der 2:4-Niederlage so etwas wie der Wendepunkt, weil daraus die richtigen Lehren gezogen und in St. Pauli umgesetzt wurden?

Kempe: Ja. Vor allem in der zweiten Halbzeit hat man in dem Spiel gesehen, dass wir nach vorne spielen können. Das hat uns einen Schub gegeben. So sind wir dann auch in die Partie gegen St. Pauli gegangen und haben dort einen "Dreier" geholt.

bundesliga.de: Die letzten beiden Spiele hat der FC Erzgebirge gewonnen. Ist die Mannschaft jetzt wieder in der Spur, auch punktemäßig?

Kempe: Nach den beiden Siegen sind wir wieder gut dabei. Jetzt fahren wir nach Fürth und müssen gucken, dass wir da auch etwas holen.

bundesliga.de: Was zeichnet den Verein und das Umfeld vor allem aus?

Kempe: Der Verein ist sehr familiär. Wir sind da alle gut aufgehoben und werden motiviert. Wir halten zusammen. Das zeichnet den Verein aus.

bundesliga.de: Wann spielt Tobias Kempe einmal in dieser Saison 90 Minuten durch?

Kempe: Mir ist das egal, ob ich 80 oder 90 Minuten spiele. Wenn ich nicht mehr kann, kaputt und ausgepowert bin und der Mannschaft nicht mehr helfen kann, dann nimmt mich der Trainer eben raus. Ich möchte vor allem von Anfang an spielen.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Entwicklung? Welche Ziele haben Sie sich in dieser Saison gesteckt?

Kempe: Ich bin jetzt seit fast eineinhalb Jahren im Verein Ich habe mich auf jeden Fall weiterentwickelt und viele Spiele absolviert. Mit jedem Spiel wird man reifer. Das ist für einen jungen Spieler wie mich auch extrem wichtig. Meine Ziele sind, das der FCE weiter in der 2. Bundesliga bleibt. Wir wollen weitere Siege feiern. Dann schauen wir einmal, wohin mein weiterer Weg führt.

bundesliga.de: Inwieweit bekommen Sie noch Ratschläge von Ihrem Vater?

Kempe: Mein Vater ist immer telefonisch bei mir. Er gibt mir viele Ratschläge, wie ich mich weiterentwickeln kann. Durch seine Laufbahn in der Bundesliga verfügt er ja über viel Erfahrung, die er mir so weit wie möglich mitgeben möchte.

bundesliga.de: Neun Tore sind keine besonders gute Ausbeute bislang. Warum hapert es noch im Offensivspiel von Aue?

Kempe: Das weiß ich auch nicht. Wir müssen einfach weiter offensiv spielen. Wir bekommen ja unsere Chancen in jedem Spiel. Wir schießen öfter als die Gegner aufs Tor. Natürlich muss der Ball dann auch mal ins Tor. Ich bin mir aber sicher, dass wir in der Zukunft auch mehr Tore schießen werden.

bundesliga.de: Welche Perspektive hat Aue in dieser Saison, wie sehen die Ziele aus?

Kempe: Wir wissen, dass dieses Jahr schwieriger wird als das letzte, das mit dem 5. Platz überragend war. Wir müssen zusehen, dass wir uns im Mittelfeld festsetzen und die Klasse halten.

bundesliga.de: Wie sehr freuen Sie sich auf die kommende Aufgabe in Fürth und was ist drin beim Spitzenreiter?

Kempe: Fürth hat einen guten Lauf, aber auch zuletzt in Karlsruhe ein bisschen geschwächelt. Wir haben genauso wie in St. Pauli nichts zu verlieren. Die Fürther werden uns vielleicht als Außenseiter ansehen und denken, dass sie das Spiel schon schaukeln werden. Aber wir sind nach den zwei Siegen gut motiviert. Und so werden wir das Spiel auch anpacken. Letztes Jahr haben wir in Fürth 2:1 gewonnen. Das wollen wir wieder schaffen.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski