Sieben Spiele in Folge ist der F.C. Hansa Rostock nun schon ohne einen Sieg. Auch unter dem neuen Trainer Thomas Finck kommt die Hansa-Kogge nicht in Fahrt. Seit nunmehr vier Spielen wartet Rostock auf einen eigenen Treffer.

Trotz der schwierigen Situation, in der sich der Traditionsclub befindet, gibt es auch Lichtblicke - so wie Alexander Walke. Der Torhüter der Hansestädter hielt seiner Mannschaft ein ums andere Mal den Rücken frei.

Im Gespräch mit bundesliga.de gibt er sich optimistisch, dass Hansa die Kurve kriegen wird. Er spricht über die Erfahrungen, die er im Vorjahr mit Wehen im Abstiegskampf gesammelt hat, und wie er versucht, auf seine Mitspieler einzuwirken. Die Wende, so hofft Walke, kommt jetzt gegen Ahlen (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

bundesliga.de: Herr Walke, die wichtigste Frage vorneweg. Warum wird Hansa Rostock die Klasse halten können?

Alexander Walke: Weil wir auf jeden Fall stark genug sind, das zu schaffen. Und weil Hansa Rostock, meiner Meinung nach, in die 2. Bundesliga gehört.

bundesliga.de: Hansa ist jetzt bereits seit sieben Spielen ohne Sieg. Dennoch wirkte die Mannschaft in Fürth selbstbewusst und spielte guten Fußball. Ist Hansa auf dem "Weg der Besserung"?

Walke: Der "Weg der Besserung" muss kommen. Wir wissen, was wir können. Nun geht es darum, das auch umzusetzen. Der neue Trainer, Thomas Finck, versucht, das in unsere Köpfe zu bekommen. Das Spiel in Fürth war zwar nicht erfolgreich, doch rein von der Spielanlage her, war es ein Schritt nach vorn.

bundesliga.de: Vergangene Saison haben Sie mit dem SV Wehen Wiesbaden eine ähnliche Situation durchgemacht. Gehen Sie aufgrund dieser Erfahrung jetzt anders damit um?

Walke: Es ist für jeden eine Enttäuschung, mit seinem Verein abzusteigen. Ich hatte das Pech, genau das mit Wehen zu durchleben. Das war neu für mich. Ich versuche jetzt schon, mehr Einfluss zu nehmen. Ich denke, ich weiß jetzt, besser mit der Situation umzugehen. Das versuche ich nun, auf meine Teamkollegen zu übertragen.

bundesliga.de: Bis auf das Spiel gegen die Münchner "Löwen" gab es in diesen sieben Spielen eigentlich immer knappe Resultate. Hat sich die Mannschaft da etwas vorzuwerfen oder fehlte ab und an einfach nur das nötige Quäntchen Glück?

Walke: Klar, haben wir uns auch etwas vorzuwerfen. Es war ja nie so, dass uns der Gegner an die Wand gespielt hat. Wir haben einfach die entscheidenden Fehler in den entscheidenden Momenten gemacht. Das müssen wir uns vorwerfen.

bundesliga.de: Hansa kassierte in der Rückrunde die sechstwenigsten Gegentore. Allerdings traf kein Team in diesem Jahr seltener als Rostock. Als Torwart können Sie darauf keinen Einfluss nehmen. Wie versuchen Sie trotzdem, Ihre Teamkameraden zu motivieren?

Walke: Unter anderem beim Torschusstraining - da sage ich auch immer, dass die knallhart sein und mir die Bälle um die Ohren schießen müssen. Nur, im Training kann das klappen wie man will, im Endeffekt musst du das im Spiel machen.

bundesliga.de: Im Sommer 2007 wurden Sie bei einem Autounfall am Rücken verletzt, fehlten die ersten zehn Saisonspiele beim SC Freiburg und verloren später ihren Stammplatz. Wie sehr hat dieses Ereignis Ihre Entwicklung als Mensch und Spieler beeinflusst?

Walke: Das war schon eine harte Nummer für mich. Nach dem Unfall wusste auch keiner, ob ich je wieder Fußball spielen kann oder nicht. Ich hatte einfach das Quäntchen Glück. Man weiß, sein Leben ein bisschen mehr zu schätzen, wenn man so haarscharf daran vorbeischrammt. Die Situation in Freiburg war auch sehr schwierig für mich. Aber ich denke, ich habe das Beste daraus gemacht.

bundesliga.de: Am 25. Spieltag kommt RW Ahlen nach Rostock. Ist dies ein wegweisendes Spiel für Hansa?

Walke: Ja, wir sind in der Tabelle unten mitten drin. Entscheidend ist, dass wir das Spiel gewinnen. Wie, ist mir egal. Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Das ist wichtig für uns.

bundesliga.de: Ahlen konnte drei seiner vergangenen fünf Spiele gewinnen. Was muss Hansa tun, um gegen Ahlen zu bestehen?

Walke: Uns unsere Chancen erspielen, Tore schießen und hinten nichts zulassen.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz