Belek - Nach dem 11. Spieltag übernahm Benno Möhlmann die Geschicke als Trainer beim FC Ingolstadt 04 von Michael Wiesinger - und holte seit dem doppelt so viele Punkte wie sein Vorgänger.

Das soll aber nur der Anfang gewesen sein. Für die Rückrunde verspricht sich Möhlmann einiges von seinem Team. "Wir haben es geschafft, dass wir wieder die Ordnung halten. Und das unabhängig vom Spielstand. Wir müssen in der Rückrunde aber noch torgefährlicher werden", erklärt der 56-Jährige im bundesliga.de-Interview.

bundesliga.de: Herr Möhlmann, Sie haben im Trainingslager in den ersten beiden Testspielen zur Halbzeit immer komplett ausgetauscht. Warum?

Benno Möhlmann: Ich wollte dem gesamten Kader Einsatzzeit geben, weil ich einige Spieler noch nicht in den verschiedenen Spielsituationen beobachten konnte. Denn nach meiner Amtsübernahme habe ich ja fast durchweg mit dem selben Team agiert. Von daher war die Woche in Belek sehr hilfreich, um die Fähigkeiten aller Spieler genauer kennenzulernen.

bundesliga.de: Sie haben früh Markus Karl "reaktiviert", der unter Michael Wiesinger nicht zum Einsatz kam. Fortan entwickelte sich Karl zum Denker und Lenker im Mittelfeld. Ein Glücksgriff?

Möhlmann: Markus Karl ist ja kein junger Spieler mehr. Ich kannte ihn schon aus meiner Zeit als Trainer in Fürth. Von daher habe ich ihn ohne Bedenken ins Team genommen. Zumal ich damit eine Systemänderung vornehmen konnte.

bundesliga.de: Mit acht Punkten aus den letzten fünf Spielen bis zur Winterpause haben Sie den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze gehalten. Sind Sie mit Ihrer Arbeit bislang zufrieden?

Möhlmann: In den Wochen vor der Winterpause haben wir alle sehr konzentriert gearbeitet. Sicherlich haben meine Assistenten und ich ein paar Dinge geändert. Aber grundsätzlich ist dieser Erfolg der Mannschaft zuzuschreiben. Ein Trainer ist immer von der Leistungsbereitschaft seiner Spieler abhängig.

bundesliga.de: Was hat sich seit Ihrer Ankunft in Ingolstadt bei den Schanzern geändert?

Möhlmann: Wir haben es geschafft, dass wir wieder die Ordnung halten. Und das unabhängig vom Spielstand. Wir müssen in der Rückrunde aber noch torgefährlicher werden. Dafür haben wir mit Artur Wichniarek und Edson Buddle personell nachgebessert.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft mit dem Druck, gewinnen zu müssen, umgehen kann?

Möhlmann: Der Start in die Rückrunde wird vom Kopf her sicherlich nicht einfach. Aber er wird auch nicht so schwierig, wie es im Verlauf noch werden kann, sollten wir nicht die nötigen Ergebnisse einfahren. Wir wünschen uns aber, dass wir in jedem Fall bis zum Ende die Chance haben, den Klassenerhalt zu realisieren. Ich versuche, die Spieler auf so eine Drucksituation vorzubereiten.

bundesliga.de: Zum Rückrundenauftakt steht mit dem Spiel beim FC Augsburg aber gleich die wohl schwierigste Aufgabe in der 2. Bundesliga an.

Möhlmann: Ja, das stimmt schon. Aber im Grunde ist das auch wieder die einfachste Aufgabe, aus der Position des krassen Außenseiters zu agieren. Und wenn wir dann eine überzeugende Leistung abliefern und auch Zählbares mitnehmen, dann wäre das ein guter Beginn für eine Aufholjagd.

Das Gespräch führte Michael Reis