Angesichts der bewegten Vereinsgeschichte des 1. FC Nürnberg musste Sportdirektor Martin Bader schon ein wenig schmunzeln, dass der achte Bundesliga-Aufstieg des "Club" nun über den Umweg Relegation führen soll.

"Es wäre doch nicht typisch für den 'Club', wenn es nach 18 Jahren das erste Mal wieder die Relegation gibt und wir wären nicht dabei", sagte Bader nach dem 2:1 (2:0) gegen 1860 München und dem verpassten direkten Aufstieg.

Cottbus ein "unangenehmer Gegner"

Als Tabellendritter der 2. Bundesliga muss der neunmalige Deutsche Meister in die Saison-Verlängerung mit den Spielen gegen den Bundesliga-Sechzehnten Energie Cottbus am kommenden Donnerstag (ab 17:30 Uhr im Live-Ticker) in der Lausitz und am 31. Mai (ab 15 Uhr im Live-Ticker) in Nürnberg.

Kurzfristig waren die Franken nach dem Erfolg gegen die "Löwen" zwar "ein bisschen traurig, dass das Wunder nicht stattgefunden hat", wie es Trainer Michael Oenning ausdrückte. Doch schnell richteten sich die Blicke beim "Club" nach vorne - und dies durchaus mit einigem Optimismus.

Natürlich sei Cottbus ein "unangenehmer Gegner, der eine Menge Eigenarten aufweist, aber wir sind gefestigt und können zuhause jeden Gegner schlagen", meinte Oenning: "Wenn wir in Cottbus ein knappes Ergebnis holen, ist alles möglich. Uns gehört die Zukunft, wir haben eine homogene Mannschaft." Der "Club" sei "schwer zu spielen und zu schlagen", sagte Bader.

FCN zuhause eine Macht

14 Heimspiele in Folge ist der Traditionsverein daheim ungeschlagen, verlor in dieser Saison im easyCredit-Stadion überhaupt erst einmal (0:1 gegen Duisburg am 29. September 2008) und erwies sich vor allem in der Defensive als äußerst stabil. Das 1:2 der "Löwen" durch Benny Lauth war der erste Heim-Gegentreffer seit 945 Minuten.

Dies und auch die Tatsache, dass Marek Mintal ("Wir können es schaffen") zu alter Stärke gefunden hat und mit 16 Treffern zusammen mit dem Aachener Benjamin Auer und dem Duisburger Cedrick Makiadi Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde, machen Oenning optimistisch, "dass wir eine gute Chance haben, um aufzusteigen".

Allerdings machte 1860-Trainer Ewald Lienen schon einmal deutlich, was den Zweitliga-Dritten am Donnerstag im Stadion der Freundschaft erwarten wird: "Wenn man nach Cottbus fährt, muss man sich bis auf die Zähne bewaffnen und den Helm aufsetzen." Dies sieht auch Oenning ähnlich, nur klingt es bei ihm nicht ganz so martialisch: "Wir müssen dagegenhalten und dürfen nicht naiv sein." Für Mintal ist alles eine Frage, "wer seine Nerven besser im Griff hat".

Kader wird nicht großartig verändert

Besondere Maßnahmen im Vorfeld der Partie werden die Nürnberger nicht ergreifen. Bader sprach von einem "normalen Ablauf". Allerdings musste der geplante Team-Urlaub auf Mallorca verlegt werden. Auch Oenning kann seinen Co-Kommentatoren-Job bei "Premiere" beim Champions-League-Finale am Mittwoch wegen der Relegation nicht wahrnehmen.

Doch dies wird Oenning verkraften, wenn Rekordabsteiger Nürnberg zum achten Mal die Rückkehr ins Oberhaus schaffen sollte. Eine Aufstiegsfeier soll angesichts schlechter Erfahrungen dann aber spontan organisiert werden.

Die Planungen für die Bundesliga stehen dagegen weitgehend. Großartige Transfers sind laut Oenning nicht vorgesehen: "Wir wollen mit dieser Mannschaft nahezu unverändert in die Bundesliga gehen."