Die Premiere im neuen, ausverkauften Tivoli-Stadion ist gründlich misslungen. Mit 0:5 kam Alemannia Aachen gegen den FC St. Pauli unter die Räder.

Im Interview spricht Alemannia-Coach Jürgen Seeberger über die Gründe.

Frage: Jürgen Seeberger, Ihre Mannschaft hat 0:5 gegen den FC St. Pauli verloren. Die Premiere im neuen Stadion ist mächtig in die Hose gegangen.

Jürgen Seeberger: Ja. Die Vorfreude war sehr groß, jetzt ist die Enttäuschung umso größer, das ist klar. Wir haben nach dem 0:1 innerhalb von ein paar Minuten den Kopf verloren. Die ganze Spannung, die bis dahin positiv war, ist ins Negative gekippt. Nach dem Gegentor konnten wir eine starke St. Pauli-Mannschaft nicht mehr unter Kontrolle halten. In 15 Minuten vier Gegentore zu bekommen, ist natürlich sehr heftig.

Frage: Dabei war der Auftakt noch sehr stimmungsvoll. Und dann kippt die Partie nach 20 Minuten und Ihre Mannschaft geht mit einem 0:4-Pausenrückstand in die Kabine. Was war da los?

Seeberger: Wir haben eigentlich ordentlich angefangen und hatten durch Szilard Nemeth eine Riesenchance zum 1:0. Auch Thorsten Burkhardt hatte noch eine gute Möglichkeit. Und mit dem ersten guten Angriff ist St. Pauli dann in Führung gegangen. Nach dem Gegentor haben wir wie gesagt den Kopf verloren. Sicher ist St. Pauli eine starke Mannschaft, aber wir haben sie gewähren lassen.

Frage: Wie erklären Sie sich, dass die Mannschaft dem Druck nicht Stand halten konnte? Ein Gegentor kann ja einmal passieren, auch ein zweites, wenn es schlecht läuft. Aber dann muss man doch irgendwie konzentriert in die Halbzeit kommen.

Seeberger: Absolut richtig. Wir haben Fehlerquellen offenbart und die falschen Entscheidungen getroffen. St. Pauli war dagegen sehr klar in seinen Aktionen. Wir müssen die Niederlage akzeptieren. Das war ein hartes, ein richtig hartes Verdikt. Wir müssen jetzt schauen, dass wir es in unserem nächsten Spiel in Kaiserslautern am Sonntag besser machen.

Frage: Wie war denn Ihre Pausenansprache? Hatten Sie noch Hoffnung auf eine Spielwende oder ging es um Schadensbegrenzung?

Seeberger: Ich habe den Jungs schon gesagt, dass sie an das Unmögliche glauben sollen. Ich wollte nicht rausgehen und auf Schadensbegrenzung spielen lassen. Leider uns die Ergebniskorrektur nicht gelungen. Wir sind nicht in den Rhythmus gekommen, um auch nur annähernd eine Aufholjagd zu starten. St. Pauli hat das clever heruntergespielt.

Frage: Zu allem Überfluss gab es auch noch ein tragisches Unglück mit einem schwer verletzten Fan, der aus großer Höhe von der Tribüne gefallen ist.

Seeberger: Ich habe zum Glück nichts davon gesehen. Als Trainer kann ich eine Niederlage wegstecken. Aber so etwas kann man nur schwer wegstecken. Wir alle hoffen, dass der Fan wieder gesund wird.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski