Nach einer starken Hinrunde startet der 1. FC Kaiserslautern am 16. Januar bei der SpVgg Greuther Fürth als souveräner Herbstmeister in die Rückserie. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz äußert sich bei bundesliga.de über den Vorbereitungsstand, die Neuzugänge sowie die Saisonziele der "Roten Teufel".

bundesliga.de: Herr Kuntz, der 1. FC Kaiserslautern ist mit sechs Punkten Vorsprung in die Winterpause gegangen. Hat Sie das über die Weihnachtstage zunächst beruhigt?

Stefan Kuntz: Ich war gar nicht unruhig oder beunruhigt, insofern stellte sich diese Frage nicht. Natürlich habe ich zu Saisonbeginn nicht mit einem solchen Tabellenbild gerechnet! Dass wir in so großen Schritten in der Entwicklung der Mannschaft vorangekommen sind, das ist zu allererst ein Verdienst von Marco Kurz. Er hat es in kurzer Zeit geschafft, der Mannschaft seine Handschrift zu vermitteln. Dazu kommen unsere Transfererfolge. Die Siege - gepaart mit etwas Glück - haben der Mannschaft viel Selbstvertrauen gegeben. Sie begeistert auch durch ihr Auftreten, durch ihre Charakterstärke.

bundesliga.de: Inzwischen läuft die Vorbereitung wieder auf Hochtouren. Wie sind Ihre Eindrücke nach den ersten Trainingstagen?

Kuntz: Die beiden Neuzugänge Pierre de Wit und Markus Steinhöfer haben sich gut in die Gemeinschaft eingefügt und sehr schnell ins Team gefunden. Auch bei diesen bitterkalten Temperaturen ziehen alle bei den intensiven Einheiten des Trainers mit.

bundesliga.de: Ist es eine große Umstellung, dass die Winterpause diesmal etwa zwei Wochen kürzer ist?

Kuntz: Letztlich wird man dies erst in der Rückschau wirklich beurteilen können. Wir haben den Spielern nur fünf freie Tage über die Feiertage gegeben. Sehr viel Fitness haben sie in dieser Zeit nicht verloren. Marco Kurz und sein Team achten sehr genau auf die richtige Dosierung von Belastung und Regeneration. Dafür spricht auch unsere unheimlich niedrige Verletzungsquote.

bundesliga.de: Ihre Mannschaft flieht nicht in die Sonne. Warum haben Sie sich für die Vorbereitung in der Heimat entschieden?

Kuntz: Das hat mehrere Gründe. Zum einen haben wir das letzte Spiel der Hinrunde am Montag vor Weihnachten ausgetragen. Hätten wir früher gespielt, wären wir eventuell in ein Regenerationstrainingslager in ein Hotel unseres Hauptsponsors, der DVAG, nach Portugal gefahren. So war die Zeit bis zu den Feiertagen zu kurz. Zudem haben wir hier ideale Bedingungen seit wir am Fritz-Walter-Stadion einen zweiten Trainingsplatz gebaut haben. Und auch die Kooperation mit der Technischen Universität Kaiserslautern ist hierbei förderlich, wenn es um spezielle Indoor-Tests oder Auswertungen von Trainingsmodulen geht.

bundesliga.de: Bisher stehen mit Markus Steinhöfer und Pierre de Wit zwei Neuzugänge fest. Was erhoffen Sie sich von den beiden?

Kuntz: Beide können uns mit ihren individuellen Stärken weiterhelfen und so an den richtigen Punkten den Druck im Kader erhöhen. Sie passen charakterlich gut zu uns und deuten im Training schon an, was in ihnen steckt.

bundesliga.de: Gibt es auch "alte" Spieler, von denen Sie in der Rückrunde noch einmal einen Leistungssprung erwarten?

Kuntz: Grundsätzlich haben sich fast alle Spieler in der Hinrunde ein gutes Stück weiterentwickelt. Marco Kurz hat es schon mehrfach gesagt: Wir haben alle noch Potential nach oben und müssen weiter hart arbeiten. Wenn wir jetzt nachlassen, werden wir nicht weiter erfolgreich sein.

bundesliga.de: Zu den sportlichen Zielen in der Rückrunde: Als Herbstmeister kann das Ziel nur Aufstieg heißen, oder?!

Kuntz: Nein, wir bleiben bei unserem klar definierten Ziel, nach dem 30. Spieltag noch ein Chance auf die ersten drei Plätze haben zu wollen.

bundesliga.de: Welche Clubs sehen Sie als härteste Konkurrenten im Kampf an der Spitze?

Kuntz: Grundsätzlich haben sich zum Ende der Hinrunde wohl schon die Teams vorn etabliert, die bis zum Ende dort eine Rolle spielen werden. Düsseldorf ist natürlich eine Überraschung, ebenso wie der starke Aufsteiger Union Berlin. Augsburg und auch Duisburg verfügen zudem über viel Qualität in ihren Mannschaften.

Die Fragen stellte Tim Tonner