In der 2. Bundesliga ist der SV Wehen Wiesbaden 1926 auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht - im DFB-Pokal hingegen sorgt das Team von Trainer Wolfgang Frank für positive Schlagzeilen.

Eine neue Gelegenheit sich zu beweisen, bekommen die Wiesbadener im heutigen Viertelfinale gegen den Hamburger SV (ab 18:45 im Live-Ticker).

Unabhängig davon, wie das Spiel an der Elbe ausgeht - eine Überraschung war der Einzug ins Viertelfinale allemal. Doch ein erfolgreicher DFB-Pokal-Wettbewerb kann für Underdogs sowohl Fluch als auch Segen sein.

Warnendes Beispiel Jena

So gelang es den Kickers Offenbach in der Saison 2005/06, nach den Erfolgen im DFB-Pokal durchzustarten und sich Platz 11 der 2. Bundesliga zu sichern. Die Hessen hatten zum Zeitpunkt des Ausscheidens gegen Arminia Bielefeld noch auf einem Abstiegsplatz gestanden.

Andere Erfahrungen musste die Mannschaft von Carl Zeiss Jena in der Saison 2007/08 machen. Der Zweitligist war erst im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund ausgeschieden - am Ende der Saison fehlten zum Klassenerhalt allerdings neun Punkte.

Abstiegskampf

Auch für den SV Wehen Wiesbaden läuft es in der 2. Bundesliga keineswegs rund. In vier von fünf Spielen ging das Team aus der hessischen Landeshauptstadt in der Rückrunde als Verlierer vom Platz. Sechs Punkte beträgt der Abstand auf den möglicherweise rettenden Relegationsplatz inzwischen.

Abstiegsängste und Spielerausfälle prägen das Stimmungsbild der Wiesbadener, die erst seit 2007 in der 2. Bundesliga spielen und am Ende der letzten Saison immerhin den 8. Platz besetzen konnten.

Underdog im Pokal

Fast wie ausgetauscht wirkt Wehen Wiesbaden jedoch im DFB-Pokal. Im August und September letzten Jahres behauptete sich die Mannschaft beim SV Darmstadt 98 und zu Hause gegen Alemannia Aachen.

Und auch der Karlsruher SC, gegen den Wiesbaden im Februar das Achtelfinale bestritt, wurde besiegt. In der 73. Minute erzielte Ronny König das Tor, das Wehen die Eintrittskarte ins Viertelfinale bescherte.

Keine Stamm-Elf gegen den HSV

Verletzungsbedingte Ausfälle muss Wehens Trainer Wolfgang Frank im heutigen Duell mit dem HSV verkraften. Benjamin Siegert zog sich bei der Zweitliga-Partie gegen den SC Freiburg einen Innenbandriss im Knie zu und fällt für vier Wochen aus. Und auch der Einsatz von Levan Tskitishvili, der Probleme mit den Bändern seines rechten Knöchels hat, ist fraglich.

Zudem wird die Mannschaft aus Wiesbaden ohne Dominik Stroh-Engel und Benjamin Hübner antreten müssen, die beide wegen eines grippalen Infekts fehlen.

Trotz der Ausfälle ist Wiesbaden für den favorisierten Hamburger SV ein gefährlicher Gegner. Davon kann Bundesligist FC Schalke 04 ein leidiges Lied singen: Im Viertelfinale gestern Abend unterlag das Team von Trainer Fred Rutten bekanntlich Zweitligist Mainz.

Kim Hieronymus