München - Die 2. Bundesliga steht vor einem echten Herzschlagfinale. Nachdem die SpVgg Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt die Ernte einer starken Saison schon eingefahren haben und längst als sichere Aufsteiger feststehen, liefern sich vor dem letzten Spieltag gleich drei Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Relegationsplatz 3. Nur zwei Punkte liegen zwischen Fortuna Düsseldorf, dem SC Paderborn und dem FC St. Pauli. Mit anderen Worten, alles ist möglich!

bundesliga.de hat vorab die Datenbank befragt und geprüft, was für welchen Club spricht - und wer sich voraussichtlich die größten Hoffnungen auf den Showdown mit dem Drittletzten aus dem Oberhaus am 11. und 15. Mai machen darf.

Fortuna Düsseldorf

Die Fortuna hat alle Trümpfe in der Hand, auch wenn der Vorsprung von nur 15 Toren ausgesprochen knapp ist. Als Tabellendritter hätte man mit einem Sieg die Relegation in der Tasche - unabhängig von den Resultaten der beiden Rivalen, die sich im direkten Duell gegenüberstehen. Und selbst wenn die Rheinländer stolpern und nur ein Remis erreichen sollten, könnte es dennoch mit Rang 3 klappen: Dann nämlich, wenn sich der FC St. Pauli und der SC Paderborn die Punkte teilen oder wenn die "Kiez-Kicker" mit maximal acht Toren Differenz gewinnen.

Ideal wäre also ein eigener Dreier gegen den MSV Duisburg - und auch dafür stehen die Vorzeichen ganz gut. Zuhause hat die Fortuna gegen die "Zebras" schließlich schon seit 31 Jahren nicht mehr verloren. Dazu ist Düsseldorf in dieser Saison in der ESPRIT arena eine Macht und hat dort nur ein einziges Mal den Kürzeren gezogen. Die Gäste von der Wedau hingegen haben in der Fremde erst zwei Siege eingefahren.

Nicht zuletzt besticht das Team von Trainer Norbert Meier von den drei Kandidaten mit der besten Offensive (62 Tore) und der besten Defensive (33 Gegentreffer). Mitverantwortlich dafür ist auch Sascha Rösler (13 Saisontreffer), der schon mit drei verschiedenen Clubs aufgestiegen ist.

SC Paderborn

Der SC Paderborn ist die Überraschungsmannschaft der Saison und hat im Jahr 2012 sogar mehr Punkte geholt (22) als die beiden Konkurrenten Fortuna Düsseldorf (19) und FC St. Pauli (20). Dennoch erwartet den Tabellenvierten, dem nach 33 Spieltagen nur 15 Tore zum Relegationsplatz fehlen, mit dem "Endspiel" am Millerntor ein denkbar schwerer Gang.

Andererseits gibt die jüngere Bilanz gegen die "Braun-Weißen" durchaus Anlass zu selbstbewusstem Auftreten: Denn die Ostwestfalen sind gegen die "Kiez-Kicker" schon seit vier Partien ungeschlagen (drei Siege, ein Remis) und mussten auch am 34. Spieltag der Saison 2009/10 in Hamburg antreten - damals gab es ein 2:1. Ein gutes Omen?

Ohnehin hat die Mannschaft von Chefcoach Roger Schmidt keinen Grund, sich auswärts zu verstecken, immerhin ist man in dieser Saison in der Fremde nach Eintracht Frankfurt das zweiterfolgreichste Team und holte dort 28 von 61 Punkten.

FC St. Pauli

Als Tabellenfünftem mit zwei Punkten Rückstand kommt dem FC St. Pauli vor dem letzten Spieltag klar die Außenseiterrolle zu. Noch nie hat es in der 2. Bundesliga eine Mannschaft geschafft, von dieser Platzierung aus im Saisonfinale noch in die Top 3 zu springen.

Wenigstens die Paderborner könnten die seit zehn Heimspielen ungeschlagenen (sieben Siege, drei Remis) Hamburger mit einem Dreier im direkten Duell am Millerntor aus eigener Kraft überholen. Danach muss man wohl oder übel auf die Schützenhilfe des MSV Duisburg hoffen, der Fortuna Düsseldorf zum Stolpern bringen muss.

Unmöglich scheint das nicht, immerhin hat der Herbstmeister aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt nur zwei der vergangenen acht Spiele gewonnen - die "Zebras" hingegen haben nur eine der vergangenen neun Partien verloren.