Die direkten Absteiger in die 3. Liga sind bereits gefunden. Der SV Wehen Wiesbaden und der FC Ingolstadt müssen den bitteren Gang antreten (ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Doch wer muss als 16. in die Relegationsspiele gegen den Dritten der 3. Liga? Gleich vier Teams müssen noch ernsthaft um den sicheren Klassenerhalt zittern: die TuS Koblenz, der FSV Frankfurt, Hansa Rostock und der VfL Osnabrück auf den Rängen 13 bis 16.

Das Quartett tritt geschlossen auswärts an (So., ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Koblenz (38 Punkte, minus 6 Tore) muss bei Absteiger FC Ingolstadt zunächst die Psyche in den Griff bekommen. "Wir dürfen nicht an den 'worst case' denken und gehen absolut optimistisch ins letzte Saisonspiel", sagte TuS-Cheftrainer Uwe Rapolder vor der Partie beim FCI.

"Schwierige Saison erfolgreich beenden"

"Wir haben es selbst in der Hand, ein Punkt würde uns schon genügen. Diese gute Ausgangsposition dürfen wir nicht mehr aus der Hand geben", meine Rapolder, der möglicherweise auf Top-Torjäger Emmanuel Krontiris (Rückenbeschwerden) verzichten muss. "Marko Lomic ist wieder einsatzbereit, Emmanuel Krontiris konnte nicht trainieren. Ansonsten wird sich nicht viel an der Startformation ändern", berichtete Rapolder.

Für Krontiris könnte Njazi Kuqi wieder in die Startelf rücken. Ausfallen wird definitiv Renaldo Rama, der wegen einer Fußverletzung nur eingeschränkt trainieren konnte. Das große Ziel des Koblenzer Trainers ist klar: "Wir wollen eine schwierige Saison am Sonntag erfolgreich beenden und dann ganz tief durchatmen."

Die Gastgeber wollen sich mit einem ordentlichen Spiel und Ergebnis von ihren Fans verabschieden. Der Blick der Oberbayern richtet sich schon vermehrt auf die kommende Spielzeit in der 3. Liga. So wurde der Vertrag mit Cheftrainer Horst Köppel kürzlich verlängert. Auch Co-Trainer Michael Wiesinger wurde weiter an den Verein gebunden.

Und mit Robert Fleßers, der vom 1. FSV Mainz 05 zum FCI wechseln wird, haben die Ingolstädter bereits ihren ersten Neuzugang für die Saison 2009/10 vermeldet.


FC St. Pauli - FSV Frankfurt

Auch Frankfurt (38, minus 11) spekuliert beim FC St. Pauli auf ein Unentschieden. "Wir haben gegenüber unseren Konkurrenten die beste Ausgangsposition. Wenn wir konzentriert auftreten, können wir einen Punkt mitnehmen", sagt Manager Bernd Reisig.

Anstelle des gelbgesperrten Kapitän Angelo Barletta hat der in Kirian Rodriguez Ledesma bereits Ersatz für die Innenverteidigung gefunden: "Kirian hat seine Aufgabe sehr ordentlich gemacht. Er wird für Angelo spielen", bestätigte FSV-Teamchef Tomas Oral. Seine muskulären Probleme, hervorgerufen durch mangelnde Spielpraxis, habe er überwunden. "Er hat in den letzten zehn Tagen Kräfte tanken können", so Oral.

Oral freut sich auf die entscheidende Partie: "Ein Endspiel bedeutet, dass es etwas Besonderes ist. Wir wollen am Sonntag mit aller Macht aus eigener Kraft endlich den Sack zumachen. Wir haben bis dato Sensationelles in der Rückrunde geleistet, sind angespannt, aber zuversichtlich."

Personalsorgen beim FSV, Vorfreude in Hamburg

Die Verletztenliste des FSV zeigt das gleiche Bild wie in der vergangenen Woche: Markus Husterer (Außenbanddehnung mit Teileinriss im linken Knie), Daniel Schumann (Schwellung am linken Auge) und Gennadi Blizniuk (Virusinfektion) werden am Sonntag nicht spielen.

Den Klassenerhalt und die Festigung des achten Tabellenplatzes haben die Hamburger ausgerechnet zuhause gegen die auswärtsstärkste Mannschaft Mainz 05 klar gemacht. Eines der von Fabio Morena angesprochenen Hochs. Nun zählt für den Kapitän nur noch: "Haken drunter machen und auf die nächste Saison freuen."


SV Wehen Wiesbaden - Hansa Rostock

Rostock (37, minus 1) baut bei Absteiger SV Wehen Wiesbaden auf die Erfahrung von Trainer Andreas Zachhuber, der 1999 und 2000 bereits den Bundesliga-Abstieg verhinderte. "Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir am Ende über dem Strich stehen", sagt Zachhuber, der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, seit Wochen.

"Natürlich werden wir dort voll auf Sieg spielen, müssen uns viele Torchancen erspielen und konzentriert im Abschluss sein", fordert der Trainer, der nicht davon ausgeht, "dass uns die Wiesbadener etwas schenken werden."

Ob dem Trainer alle Spieler zur Verfügung stehen, ist noch nicht sicher: "Die Chancen, dass Enrico Kern am Sonntag spielen kann, sind nur sehr gering. Er wird aber auf jeden Fall mit nach Wiesbaden fahren und am Spieltag müssen wir dann schauen, ob es vielleicht doch geht", erklärte Zachhuber, der definitiv nur 18 Spieler für den Kader nominieren wird. Ein weiterer Wackelkandidat ist Verteidiger Gledson, der wegen Knieproblemen zuletzt nicht trainieren konnte.

Für die Gastgeber heißt es am Sonntag Abschied nehmen von einer verkorksten Saison, der 2. Bundesliga und von Spielern, wie dem Torwart Alexander Walke. Zum Zuschauen verdammt sind Madi Panandetiguiri (Rot-Sperre) sowie verletzungsbedingt Sascha Amstätter, Thorsten Barg und Kristjan Glibo. Nach abgesessener Gelb-Sperre steht dafür Dajan Simac wieder zur Verfügung.


MSV Duisburg - VfL Osnabrück

Ähnlich zuversichtlich klingt Claus-Dieter Wollitz vom VfL Osnabrück (36, minus 17) vor dem Spiel beim MSV Duisburg: `Wir haben es in der Vergangenheit oft geschafft, uns auf ein bestimmtes Spiel zu fokussieren und Erfolg zu haben."

Bei 36 Punkten und einer Tordifferenz von -16 können die Osnabrücker dem Relegations-Duell gegen den 3. der 3. Liga (SC Paderborn) nur aus dem Weg gehen, wenn sie in der MSV-Arena gewinnen. Doch selbst dann bleibt das Team von Claus-Dieter Wollitz auf fremde Hilfe angewiesen.

Den 16. Tabellenplatz kann der VfL in diesem Fall nur verlassen, wenn Wehen gleichzeitig ein Remis gegen Rostock erzielt oder das letzte Heimspiel der Saison gewinnt. Andere Rettungsszenarien setzten einen Sieg der Osnabrücker bei einer gleichzeitigen Niederlage von Koblenz und/oder Frankfurt voraus.

Der MSV Duisburg muss zum Saisonabschluss auf Torhüter Tom Starke verzichten. Der DFB sperrte Starke für ein Spiel wegen "unsportlichen Verhaltens in der Form des krass sportwidrigen Verhaltens ". Starke fehlt damit am letzten Spieltag im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück und muss obendrein 3.000 Euro Geldstrafe zahlen.