Das dichte Schneetreiben konnte den Spielern des 1. FC Nürnberg die gute Laune nicht verderben. Ausgelassen feierten die "Cluberer" nach dem Abpfiff mit ihren Fans den 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Mit diesem Sieg rangiert der FCN nun auf Platz 5 der Tabelle, in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. "Es war wichtig, dass wir den Anschluss nach oben nicht verlieren", sagte Torwart Raphael Schäfer.

Bader fordert "richtiges Ausrufezeichen"

Der Nürnberger Kapitän forderte aber sogleich einen Nachschlag: "Dieser Sieg war eine Pflichtaufgabe, wenn man aufsteigen will. Jetzt müssen wir eine Serie starten, um uns auch in der Spitzengruppe festzusetzen!"

Sportdirektor Martin Bader pflichtete bei. "Auswärts haben wir erst einmal gewonnen. Das muss sich in Aachen ändern. Erst dann können wir von einem richtigen Ausrufezeichen reden, dass wir gesetzt haben", erklärte Bader.

Youngster halten Druck stand

Dass die Leistung der Nürnberger gegen den Aufstiegsaspiranten aus der Pfalz trotz aller Aussagen sehr hoch einzuschätzen ist, beweist ein Blick auf das Durchschnittsalter der Nürnberger Mannschaft. Die Startelf war die jüngste, die bislang in der Saison aufgelaufen ist.

"Viele Vereine haben uns genannt, bei der Frage, welches Team noch ins Aufstiegsrennen eingreifen kann. Dass wir diesem Druck mit unserer jungen Mannschaft Stand gehalten haben, ist schon eine tolle Leistung", so Bader.

Umbruch geschafft

Vor allem die Abwehr des FCN sorgte dabei für Furore. Dennis Diekmeier (19 Jahre), Stefan Reinartz (20), Dominik Maroh (21) und Javier Pinola (25) hielten zusammen mit Routinier Schäfer im Kasten die Null. Mit nur 17 Gegentreffern stellt der FCN weiter die beste Defensive der Liga.

FCN-Trainer Michael Oenning hat mit seinen Transfers in der Winterpause hoch gepokert, aber scheinbar auf die richtigen, die jungen Pferde gesetzt. "Der Umbruch ist uns gelungen und wir spielen jetzt wieder richtig guten Fußball", freute sich der 22-jährige Mike Frantz, der unter Oenning zum Stammspieler auf der linken Außenbahn geworden ist.

Mit seinem Treffer zum 2:0 (23.) sorgte Frantz für klare Verhältnisse im easyCredit-Stadion. Zuvor legte er die Führung durch Christian Eigler (4.) per Kopf mit einer Flanke schon mustergültig auf. Marek Mintal (77.) schoss dann in der 2. Halbzeit den Treffer zum Endstand.

Mintal feiert nochmal

Mintal freute sich nach seinem Tor so, als hätte er den "Club" erneut in die Bundesliga geschossen. Im Interview blieb der Slowake aber gewohnt bescheiden. "Jedes Tor ist für mich wie ein Geschenk. Wichtig ist aber nur, dass wir gewonnen haben. Wir müssen jetzt weiter von Spiel zu Spiel denken und in Aachen nachlegen", erklärte das "Phantom".

Und den winterlichen Witterungsverhältnissen konnte er mit den drei Punkten auf der Habenseite dann auch noch etwas Gutes abgewinnen: "Das ist heute wie Weihnachten!"

Aus Nürnberg berichtet Michael Reis