Köln - Die 2. Bundesliga bleibt ausgeglichen wie lange nicht. Während sich die SpVgg Greuther Fürth dank eines die Tabellenspitze zurückeroberte, fielen die Eisernen von Platz 1 auf Rang 4 zurück. Nutznießer der Berliner Pleite waren der 1. FC Köln, der durch ein auf Platz 2 vorrückte und Arminia Bielefeld, das nach dem 2:1-Sieg gegen Sandhausen auf den Relegationsplatz kletterte.

"Wir haben gegen Union über die gesamte Spielzeit ein sehr gutes Spiel gemacht, haben auf dem Platz Leidenschaft und Intensität gelebt", freute sich der Fürther Trainer Frank Kramer über den ersten Dreier nach drei sieglosen Spielen zuvor. "Wir haben uns einige gute Möglichkeiten herausgespielt. In der ersten Halbzeit haben wir sie nicht genutzt, in der zweiten waren wir konsequenter und effizienter."

Trinks: "Schon geil"



Die Fürther drehten eine packende Partie in Berlin noch nach einem 0:1-Pausenrückstand und trumpften dann groß auf. "Hier bei so einem Flutlichtspiel und dieser Atmosphäre nach einem Rückstand wieder zu kommen und Union Berlin ein Stück weit aus dem Stadion zu schießen, ist schon geil", jubelte Florian Trinks.

Das Comeback der Fürther beeindruckte auch den Berliner Coach. "Es scheint etwas an Fürth zu sein, was uns nicht passt", meinte Uwe Neuhaus. "Aber insgesamt war der Sieg für Fürth verdient. Sie waren als Mannschaft insgesamt homogener und haben uns das Leben schwer gemacht."

Die Franken haben nun wieder ein Drei-Punkte-Polster auf Platz 2, auf dem nun der 1. FC Köln steht. Die Domstädter kamen in einem streckenweise mitreißenden Spiel nicht über ein torloses Remis gegen den wiedererstarkten 1. FC Kaiserslautern hinaus, auf dessen Trainerbank erstmals Kosta Runjaic Platz nahm. In nur drei Tagen hauchte er den Pfälzern wieder neues Leben ein.

FCK-Coach Runjaic zufrieden



Der FCK, den nur drei Punkte vom 1. FC Köln trennen, besaß im ausverkauften RheinEnergieStadion sogar die besseren Tormöglichkeiten. "Auf der Leistung kann man aufbauen", bilanzierte Kosta Runjaic, der am Ziel Bundesliga-Aufstieg festhält. "Wir sind der 1. FC Kaiserslautern. In der 2. Liga gibt es nur noch in Köln und ein, zwei Vereinen solche Möglichkeiten wie bei uns. Dementsprechend müssen wir mutig nach vorne schauen und uns diese Ziele stecken."

Die Kölner bekennen sich ebenfalls seit Saisonbeginn zu ihrem großen Ziel, der Rückkehr in die Bundesliga. Beim Heimspieldebüt von Patrick Helmes lief allerdings nicht alles so rund wie bei den jüngsten Kantersiegen gegen Aue (4:1) und in Cottbus (4:0). Die Geißbock-Elf erkannte, dass gegen den FCK in dieser Verfassung auch einmal eine Punkteteilung akzeptabel war und ging in der Schlussphase nicht mehr volles Risiko.

Köln als einziges Team ungeschlagen



"Ich bin nicht unzufrieden mit dem Spiel und auch mit dem Ergebnis", meinte FC-Trainer Peter Stöger. "Natürlich spielen wir immer auf drei Punkte, aber ich denke dass wir diesmal auf den bislang stärksten Gegner der Saison trafen. Da muss man auch einen Punkt akzeptieren. Wir sind nach den letzten beiden Siegen nicht durch Köln geschwebt und werden jetzt auch nicht sehr betrübt sein. Wir wissen dieses Ergebnis einzuordnen."

Immerhin blieben die Rheinländer als einziges Team der 2. Bundesliga auch im achten Spiel ungeschlagen und schoben sich erstmals seit dem Abstieg vor eineinhalb Jahren wieder auf den direkten Aufstiegsplatz. Dahinter lauert nun das Überraschungsteam aus Bielefeld auf seine Chance. Nach drei Siegen in Folge taucht der Aufsteiger auf einmal in der Spitzengruppe auf.

Das freut auch Arminia-Coach Stefan Krämer, der nach dem äußerst erleichtert war, dass seine Elf den knappen Vorsprung gegen die Gäste aus Baden über die Zeit gebracht hat: "Das ist typisch Bielefeld, da bleibt es bis zur letzten Sekunde spannend."

Tobias Gonscherowski