München - Mustafa Kucukovic ist in seinem jungen Fußballerleben schon viel herumgekommen. Der 24-Jährige spielte bereits bei fünf Proficlubs in Deutschland sowie in Frankreich und zuletzt in Dänemark. In der kommenden Saison geht er nun für den FC Energie Cottbus auf Torejagd.

Geboren wurde Mustafa Kucukovic 1986 im damals jugoslawischen Bosanski Novi, das im heutigen Bosnien-Herzegowina liegt. Nach der Übersiedlung der Familie in den Ruhrpott kickte er als Jugendlicher für den FC Schalke 04 und den VfL Bochum. Er besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und war erfolgreich für diverse Jugendnationalmannschaften aktiv. In insgesamt 17 Länderspielen gelangen ihm acht Tore.

Mit 17 zum Hamburger SV

Mit 17 Jahren wechselte der 1,93-Meter-Mann dann 2004 zum Hamburger SV, wo er vom damaligen Jugendtrainer Thomas Doll gefördert und von ihm an HSV-Cheftrainer Klaus Toppmöller empfohlen wurde. Mustafa Kucukovic debütierte beim 0:2 der Hanseaten in Stuttgart im September 2004 mit 17 Jahren in der Bundesliga und avancierte damit zum jüngsten HSV-Profi aller Zeiten.

Doch bei allem Talent gelang dem Neffen des früheren Kaiserslauterner Meisterstürmers Demir Hotic der ganz große Durchbruch nicht. In zwei Jahren kam "Mucki", wie er seit der Grundschule gerufen wurde, auf immerhin 14 Einsätze in der Eliteliga. Im Dezember 2005 schoss er im Derby bei Werder Bremen (Endstand 1:1) sein einziges Bundesliga-Tor.

Besser lief es dagegen in der 2. Bundesliga. Nach einer Saison in Fürth spielte er von 2007 bis 2009 zwei Jahre für die Münchener "Löwen". 50 Zweitliga-Spiele und sechs Treffer stehen zu Buche, darunter auch ein spektakuläres "Tor des Monats" im Februar 2008 aus 38 Metern beim 2:1-Heimsieg der "Sechziger" gegen den 1. FC Kaiserslautern.

In den hohen Norden

Trotzdem wurde Mustafa Kucukovic auch in München nicht richtig glücklich, da er zumeist über Kurzeinsätze nicht hinauskam. Da kam es das Angebot des französischen Erstlisten FC Grenoble in der Winterpause 2009 gerade recht. Doch der Wechsel stand unter keinem guten Stern. Der Deutsche laborierte ständig an Verletzungen, brachte es auf lediglich fünf Einsätze und löste nach nur einem Jahr in beiderseitigem Einvernehmen den Vertrag wieder auf.

Nachdem sich seine Hoffnungen zerschlugen, in Norddeutschland bei einem Proficlub unterzukommen, heuerte Mustafa Kucukovic kurzerhand in Dänemark beim Erstligisten Sønderjysk Elitesport an, wo er in der vergangenen Saison eine Bilanz von 15 Spielen und vier Toren aufweisen kann. Dann flatterte ihm die Offerte des FC Energie ins Haus, der nach dem Abgang seiner Torjäger Nils Petersen, Emil Jula und Jiayi Shao händeringend nach neuen Stürmern Ausschau hielt.

"Mustafa Kucukovic verfügt trotz seiner erst 24 Jahre bereits über große Erfahrung. Sein Talent wurde bereits sehr früh erkannt. Nun ist es an uns ihn so zu begleiten, dass er seine unbestrittenen Fähigkeiten ausschöpft", sagt FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz über seinen Neuzugang. Ob der Wandervogel Mustafa Kucukovic in der Lausitz sein Glück findet?

Tobias Gonscherowski