Der TSV 1860 München möchte im Heimspiel gegen den Karlsruher SC dort anknüpfen, wo er am ersten Spieltag beim Sieg gegen Koblenz aufgehört hat (ab 20 Uhr im Liveticker / Ligaradio).

Die Schwächen, die zuletzt bei der 1:2-Niederlage in Rostock offenbar wurden, sollen abgestellt werden, so die Zielsetzung von "Löwen"-Trainer Ewald Lienen.

Lienen fordert "anderes Verhalten"

"Man muss sich die Frage stellen, ob das grundlegende Schwächen sind oder aus der Situation geboren waren", sagte der 55-Jährige. "Gegen Karlsruhe müssen einige Spieler im Vergleich zum Rostock-Spiel ein anderes Verhalten an den Tag legen."

Mit Karlsruhe kommt ein Gegner in die Allianz Arena, der schwach in die Saison gestartet ist. Nur einen Punkt holte der KSC aus zwei Spielen.

1860-Coach warnt

Zuletzt unterlagen die Badener 0:2 in Paderborn. Und unter der Woche trennte sich der Bundesligaabsteiger von seinem langjährigen Trainer Edmund Becker.

Dass die turbulenten Tage beim KSC ein Vorteil für sein Team sein könnten, denkt Lienen nicht. "Ich glaube nicht, dass die aktuelle Situation etwas mit der laufenden Saison oder dem tatsächlichen Spielverlauf in Paderborn zu tun hat", analysiert Lienen. Sein Fazit: "Es wäre absolut lächerlich, einen angeschlagenen Gegner zu erwarten."

Wiedersehen mit Fink

Einer, auf dem die aktuellen Sturmhoffnungen der Karlsruher ruhen, kommt aus der Nachwuchsabteilung von 1860 München. Anton Fink wechselte vor der Saison 2008/09 von der Löwen-Reserve zur SpVgg Unterhaching, wurde dort Torschützenkönig der 3. Liga und anschließend von den Badenern verpflichtet.

Das alles passierte vor der Zeit von Ewald Lienen. Eine Rückholaktion von Fink sei für Sechzig jedoch kein Thema gewesen, so der Trainer. Auf die Frage, ob man die Qualitäten eines Anton Finks hätte erkennen müssen, reagiert Lienen mit Nachsicht. "So etwas passiert in jedem Ausbildungsverein, dass sich ein Spieler woanders plötzlich rasant weiterentwickelt."

Lienen kann aus dem Vollen schöpfen

Bis auf den langzeitverletzten Daniel Bierofka hat Lienen keine Ausfälle zu beklagen. "Das ist eine erfreuliche Situation, dass ich bis auf diese Ausnahme auf alle Spieler zurückgreifen kann." Auch Benjamin Schwarz mache Fortschritte. Der Linksverteidiger bestritt zuletzt drei Spiele in der U23. "Für ihn ist es wichtig, dass er sich physisch auf Zweitliga-Niveau bringt."

Nach dem vorzeitigen Wechsel von Lars Bender zu Bayer Leverkusen wird voraussichtlich Aleksandar Ignjovski seine Chance in der Startelf erhalten. "Ich denke, dass er für Lars Bender spielt. Aleks ist von seinem Naturell ein Spieler, der Bälle erobert, aggressiv spielt und bissig in den Zweikämpfe geht", sagt Lienen.

Kauczinski im Blickpunkt

Bei den Gästen aus Karlsruhe steht Interimscoach Markus Kauczinski im Blickpunkt. Nach der Trennung von Becker übernahm Kauczinski vorerst das Training der ersten Mannschaft. Er betreute vorher die zweite Mannschaft.

Die ersten Trainingseindrücke mit den Profis waren für den 39-jährigen, der bereits seit acht Jahren beim KSC als Trainer und Nachwuchskoordinator tätig ist, positiv. "Die Spieler haben die Zügel angezogen und sind gewillt, ihr Bestes zu geben", so Kauczinski. "Die Mannschaft weiß aber auch, dass sie in der Kritik steht und besser spielen muss."

Mutzel fällt aus

Kauczinski kündigt für das Duell gegen 1860 eine offensivere Spielweise an und will in der bayerischen Landeshauptstadt ein Vierer-Mittelfeld und zwei Stürmer aufbieten und den Gastgebern auf diese Weise das Leben schwer machen. Mit welchem Personal er in die Partie gehen wird, ließ Kauczinski offen. "Ich versuche jetzt zu sehen, welche Spieler im Moment am besten drauf sind. Das ist in der kurzen Zeit zwar nicht einfach, aber machbar."

Fehlen wird dem KSC Michael Mutzel, der wegen einer Einblutung an der Sehne links unterhalb der Adduktoren passen muss. Ihn soll auf der rechten Abwehrseite Christian Demirtas ersetzen. Mittelfeldakteur Lars Stindl plagt derzeit zwar noch eine Entzündung im Bereich der Hüfte, er wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach trotzdem zum Kader zählen.