Köln - Am 24. Juli rollt endlich wieder der Ball in der 2. Bundesliga (1. Spieltag im Überblick). Bis dahin nimmt bundesliga.de alle Clubs genau unter die Lupe - hier: SV Sandhausen.

Saisonziel:

Der SV Sandhausen geht wieder als ein möglicher Abstiegskandidat in die neue Saison. Doch schon drei Mal hintereinander konnte der „Dorfclub“ aus Nordbaden die Kritiker eines Besseren belehren.  In seine vierte Zweitligasaison nimmt der SVS allerdings wegen Lizenzverstößen die Hypothek eines Drei-Punkte-Abzugs mit. Erreichten die Sandhäuser wie zuletzt zwei Mal in Serie am Ende Tabellenrang 12, wären alle Akteure mit dem Klassenerhalt mehr als zufrieden. Allerdings will sich der Verein laut Geschäftsführer Otmar Schork Schritt für Schritt weiterentwickeln und irgendwann auch einmal höhere Ziele anpeilen. Ob das schon in der kommenden Runde möglich ist?

Taktik

Die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz hat sich den Ruf eines unbequemen Gegners erworben, der sehr kompakt verteidigt. Das eifrige, gemeinsame Verteidigen wird auch in der kommenden Saison die Basis des Spiels bilden. Vorwiegend in einem 4-2-3-1-System werden die Sandhäuser ihre Kontrahenten wieder fordern. In den beiden vergangenen Spielzeiten stellte das Team aber zwei Mal den schlechtesten Angriff. Wenn es gelingt, mehr Tore zu erzielen und die bekannte Abwehrstärke zu behalten, werden sich einige Teams nach Spielen gegen den SVS erneut wieder ärgern.

Neuzugänge im Fokus

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Mit namhafteren Zugängen hat man in Sandhausen zuletzt nicht die allerbesten Erfahrungen gemacht. Von den neun aktuellen Zugängen ist der polnische Flügelflitzer Jakub Kosecki (Legia Warschau) der bekannteste. Fast alle anderen Spieler kommen aus unteren Ligen und sollen sich in Sandhausen beweisen. Die eingespielte Mannschaft hat in Torwart Manuel Riemann (Bochum) und Rechtsverteidiger Lukas Kübler (Freiburg) zwei Säulen der Abwehr verloren. Im Tor soll Marco Knaller Riemann ersetzen, auf der Rechtsverteidigerposition der zuletzt beim Karlsruhe SC nicht berücksichtigte Philipp Klingmann durchstarten.

Hoffnungsträger

Von Jakob Kosecki erhoffen sich die Sandhäuser eine Verstärkung für den Angriff. Immerhin fünf Mal spielte der schnelle Außenstürmer bereits für die polnische Nationalmannschaft. Mehr Durchsetzungsvermögen und Dynamik soll Kosecki bringen, der für ein Jahr von Legia Warschau ausgeliehen wurde und für den sich die Sandhäuser eine Kaufoption sicherten. Mit 24 Jahren ist Kosecki, der in der vergangenen Runde 20 Mal für Legia eingesetzt wurde, auch noch relativ jung. Ein anderer Hoffnungsträger im Angriff, Pierre Vunguidica, gekommen vom SV Wehen-Wiesbaden, fällt wegen einer Knieverletzung wohl noch mehrere Monate aus.

Formcheck

In Sandhausen glauben sie, dass der Drei-Punkte-Abzug Mannschaft, Verantwortliche und Fans noch enger zusammenrücken lässt. In der Vorbereitung zeigte die Schwarz-Elf ihre bewährten Stärken und kassierte erst jüngst beim 2:1-Sieg im Test gegen Bundesliga-Absteiger SC Freiburg ihr erstes Gegentor. Mit sieben Siegen in der Vorbereitung gehen Trainer Alois Schwartz mit viel Selbstvertrauen in die Saison.

Von Tobias Schächter

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