Köln - Die Samstagsspiele der 2. Bundesliga (ab 12.45 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de) haben es in sich. Darmstadt und Leipzig kämpfen im direkten Duell der Tabellennachbarn um Platz zwei und St. Pauli will mit einem Sieg gegen Aufsteiger Heidenheim die Abstiegsränge verlassen.

Wer hätte das vor der Saison gedacht? Die beiden Aufsteiger SV Darmstadt 98 und RB Leipzig haben am 13. Spieltag die Chance, zumindest bis Montag auf den zweiten Tabellenplatz zu springen. Der direkte Vergleich spricht dabei allerdings für die Gäste. In den bisher einzigen beiden Pflichtspielduellen siegte Leipzig in der vergangenen Drittliga-Saison jeweils mit 1:0.

RB-Coach Alexander Zorniger warnt jedoch davor, sich von vergangenen Ergebnissen blenden zu lassen. "Darmstadt ist nach dem Aufstieg individuell noch etwas breiter aufgestellt und spielt nach wie vor den gleichen erfolgreichen Fußball wie in der 3. Liga", so der 47-Jährige, der vor allem vom Umschaltspiel des Gegners beeindruckt ist. “Sie haben viele bewegliche Mittelfeldspieler und machen das sehr gut.“

Am Böllenfalltor gib's nicht viel zu holen

Auch in Darmstadt findet man vor dem Spitzenspiel nur lobende Worte für den Gegner. Immerhin kommt die zweitbeste Defensive des 2. Liga (acht Gegentore) ans Böllenfalltor. “Der Kader von RB ist sehr ausgeglichen, hat fast keine Schwachpunkte. Es ist dort jeder in der Lage, ein Spiel alleine zu entscheiden“, schwärmt Trainer Dirk Schuster, der aber auch auf die Qualität seiner Mannschaft vertraut. “Jeder kann nur so gut spielen, wie es der Gegner zulässt. Und wir werden ihnen hier nichts schenken.“

Wie schwer es ist, Punkte aus Darmstadt zu entführen, mussten schon andere Teams feststellen. In sechs Heimspielen feierte der SV fünf Siege. Einzig gegen die Fortuna aus Düsseldorf musste man sich geschlagen geben.

Premiere am Millerntor

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Beim FC St. Pauli ist die derzeitige Stimmungslage hingegen eine ganz andere. Die mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestarteten Hamburger stecken mit nur zwölf Punkten im Tabellenkeller fest. Aus den letzten drei Partien holte die Elf von Thomas Meggle nur einen Punkt und kassierte am 11. Spieltag beim 0:4 gegen Karlsruhe eine empfindliche Heimniederlage. Gegen den 1. FC Heidenheim kommt es am Millerntor jetzt zu einer Premiere. Noch nie standen sich diese beiden Teams in einem Pflichtspiel gegenüber.

"Wir wissen, dass es ein schweres Spiel für uns wird. Heidenheim ist eine gefährliche Mannschaft. Da reicht schon ein Blick auf die Tabelle“, so Meggle, der auf die Heimstärke seines Teams setzt. “Wir wollen aber zeigen, dass es unser Stadion ist und es hier nichts zu holen gibt. Wir wollen ihnen den Spaß nehmen."

"Für mich ist St. Pauli der Favorit"

Auch wenn der FC Heidenheim mit 17 Punkten auf Rang sieben immer noch blendend da steht, Spaß hatte das Team von Frank Schmidt auf fremdem Platz in dieser Saison noch nicht. In fünf Auswärtsspielen gelang noch kein Dreier. Doch nicht nur deshalb geht Schmidt mit dem nötigen Respekt an die kommende Aufgabe: “Für mich ist St. Pauli Favorit. Wir wissen alle, dass die Mannschaft individuell stark besetzt ist und eigentlich da unten nichts verloren hat.“

Einen kleinen Vorteil sieht der 40-Jährige in der schwierigen Situation der Kiez-Kicker. “Ich denke, dass der Gegner gewaltig unter Druck steht. Die Erwartungshaltung wird sein, den kleinen Aufsteiger aus Heidenheim zu besiegen. Genau darin liegt auch unsere Chance, gegen eine Mannschaft, die Druck machen muss, die Räume zu bekommen, die wir für unser Spiel benötigen.“

Thomas Ziemann