Köln - Fast hätte der FC Ingolstadt 04 den Aufstieg bereits am Montagabend (ab 20 Uhr im Live-Ticker) perfekt machen können. Mit einem Sieg gegen den 1. FC Nürnberg hätte bereits am 31. Spieltag die Entscheidung fallen können - wenn der SV Darmstadt 98 nicht gegen den 1. FC Kaiserslautern gewonnen hätte.

So müssen sich die Schanzer, die seit dem achten Spieltag an der Spitze stehen, also noch ein wenig gedulden. Und am besten mit einem Dreier gegen den Club die Verfolger aus Darmstadt und Kaiserslautern weiter distanzieren. "Uns ist relativ egal, was die Konkurrenz am Wochenende macht, wir schauen nur auf uns", stellt FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl jedoch klar. "Uns interessiert nur eins: Mit 59 Punkten sind wir nicht oben dabei, also brauchen wir noch welche und wollen unser Punktekonto aufstocken." Für die Gäste aus Nürnberg, die nur 80 Kilometer weit reisen müssen, geht es derweil nicht mehr um viel in den letzten vier Partien.

Bilanz spricht gegen Ingolstadt

Für den FCI könnte aber gerade die Partie gegen den FCN schwer werden. Schließlich waren die Nürnberger mit dem 2:1 aus der Hinrunde das einzige Team, dass den Schanzern eine Auswärtsniederlage in dieser Saison zufügen konnte. Und das erste Team, das bis dahin überhaupt gegen Ingolstadt gewann - am 14. Spieltag! "Wir sind das Spiel gut angegangen, kamen aber schnell in Rückstand. Trotz hohem Druck und dem Anschlusstor konnten wir die Wende nicht mehr herbeiführen", sagt Hasenhüttl rückblickend.

Außerdem gewann Ingolstadt noch nie gegen Nürnberg - alle bisherigen drei Begegnungen in der 2. Bundesliga gewannen die Nürnberger! "Wir konnten bisher noch nicht gegen Nürnberg gewinnen. Allerdings reißt jede Serie mal", hofft Hasenhüttl.

Auswärts steht die Elf von Hasenhüttl weiter unangefochten auf Platz eins, in der Heimtabelle reicht es nur für Platz vier. Nach zuvor drei Partien im eigenen Stadion ohne Sieg (ein Remis, zwei Niederlagen) konnte der FCI seine jüngsten beiden Heimspiele aber wieder gewinnen.

Club mit schlechter Auswärtsbilanz

Ob jedoch dem 1. FC Nürnberg auch der Auswärts-Coup in Ingolstadt gelingt? Der Club holte in den letzten 13 Auswärtsspielen in der 2. Bundesliga nur 10 Punkte - 39 wären möglich gewesen. Neun dieser Spiele verloren die Nürnberger gar, dazu gab es drei Siege und ein Remis. Die letzten drei Auswärtsspiele gingen allesamt verloren. Dreifach punkten konnte der Club zuletzt zuhause: am letzten Spieltag mit 2:0 gegen den SV Sandhausen.

Coach René Weiler ist zumindest optimistisch: "Wir werden alles unternehmen, damit wir wieder schwer zu schlagen sind." Und freut sich auf den Gegner: "Das ist ein richtiger Gradmesser. Jeder Spieler kann sich mit den Besten messen." Um die Stärken des Tabellenführers weiß der Trainer: "Ingolstadt ist offensiv sehr variabel und hat verschiedene Spieler, die Tore erzielen können und steht defensiv gut."

Die Personalsituation

Den Schanzern wird neben dem Langzeitverletzten Danny da Costa auch Kapitän Marvin Matip fehlen. Der zweikampfstärkste Spieler in der 2. Bundesliga (69,6% gewonnene Duelle) hat sich einen Bruch des Oberarmkopfes zugezogen und wird den Rest der Saison verpassen. Dafür kann der Trainer wieder auf Danilo Soares und Roger zählen. Beide kehren nach Gelbsperre zurück.

Nürnberg muss weiter auf auf Willi Evseev, Timo Gebhart und Niclas Füllkrug verzichten. Unsicher sind außerdem die Einsätze von Jan Polak (muskuläre Probleme), Ondrej Petrak (Gehirnerschütterung) und Junior Mössmer (Bänderriss). "Alle drei Spieler sind mehr als fraglich", so der Trainer. "Ich kann jetzt noch nicht sagen, wer spielen kann."

Die Vorschaufakten zum Spiel.