Köln - Drei Spiele hält die 2. Bundesliga am heutigen Freitag bereit (ab 18:15 Uhr im Liveticker). Dabei dürfen die beiden Sensationsaufsteiger aus Darmstadt und Heidenheim beim Kampf um den Anschluss an die Spitze gleich mal vorlegen. Außerdem kommt es zum traditionsreichen Kellerduell zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem 1. FC Union Berlin.

Der SV Darmstadt 98 können heute bei einem Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied gegen den Karlsruher SC sogar vorübergehend die Tabellenführung übernehmen. Vor allem vor eigener Kulisse zeigen sich die Lilien extrem stark, haben sechs der sieben Spiele am Böllenfalltor gewonnen. "Beide spielen eine gute Rolle in der Liga und stehen defensiv sehr stabil. Ich denke, dass sich der KSC auswärts leichter tut, dafür spricht auch die Punkteausbeute", äußert sich SV98-Trainer Dirk Schuster vor der Partie gegen das zweitbeste Auswärtsteam.

Bruderduell

Tatsächlich stehen die Karlsruher mit vier Siegen in der Fremde auf Platz zwei der Auswärtstabelle. Überhaupt haben die Badener nur einen Punkt weniger als Darmstadt und können heute mit einem Sieg sämtliche Konkurrenz von Düsseldorf über Darmstadt und Heidenheim und bis hin zu Leipzig hinter sich lassen.

Für mehrere Protagonisten ist die Begegnung übrigens mit großer Emotion verbunden, so trifft Darmstadts Tobias Kempe auf seinen drei Jahre älteren Bruder Dennis Kempe, der beim KSC unter Vertrag steht. Nicht zuletzt hatte auch Coach Dirk Schuster seine großen Jahre als aktiver Spieler in der Bundesliga in Karlsruhe.

Kein Hurrafußball

Auch der zweite Überraschungsaufsteiger 1. FC Heidenheim kann sein Märchen heute weiter schreiben. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt hat nicht nur die meisten Tore erzielt (27), sondern in den letzten acht Spieltag auch die wenigsten kassiert (4).

Mit Konterfußball alleine wird es gegen die SpVgg Greuther Fürth heute aber schwierig, weiß Schmidt: "Nur tief zu stehen und umzuschalten - wie wir es überwiegend auf St. Pauli gemacht haben - wird nicht funktionieren. Wir müssen am Spiel teilhaben. Gerade was den Ballbesitz oder Spielaufbau betrifft, wollen wir einen Schritt nach vorne machen."

Beim furiosen 3:3 gegen Düsseldorf am Montag konnte Fürth nach zuletzt arg durchwachsenen Wochen wieder Selbstbewusstsein tanken. Die Leistung würde der Trainer Frank Kramer gerne gegen Heidenheim von seinen Spielern erneut sehen, um so "einen Schritt zu Konstanz in Stabilität und Leistung" zu gehen, warnt jedoch gleichzeitig: "Mit Hurrafußball kannst du gegen Heidenheim nicht gewinnen."

Traditionsreiches Ost-Duell

Im dritten Spiel des Abends empfängt der FC Erzgebirge Aue den 1. FC Union Berlin. Ein Duell mit großer Tradition, denn beide Teams standen sich bereits 62 Mal gegenüber - die meisten Begegnungen fanden in der DDR-Oberliga statt.

Heute sind beide aber mit dem Abstiegskampf in der 2. Bundesliga konfrontiert, denn der 15. (Union) trifft hier auf den 16. (Aue). Vor allem Union-Coach Norbert Düwel steht inzwischen mit dem Rücken zur Wand, hat im Schnitt nur einen Punkt pro Partie geholt. Vor dem "Kampfspiel", das Düwel erwartet, hat er viele Gespräche mit seinen Spielern geführt: "Es war wichtig herauszufinden, wer die Fehlerlast des letzten Spiels tatsächlich verdaut hat, um in das kommende mit dem entsprechenden Kampfgeist gehen zu können."

Karol Herrmann