Alte und neue Leistungsträger der Teams aus dem Tabellenkeller Vorsaison - © /
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2. Bundesliga

Vorschau-Check: Rostock, Sandhausen, Regensburg, Magdeburg, Braunschweig, Kaiserslautern

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Am 15. Juli beginnt endlich die neue Saison der 2. Bundesliga! Wer schlägt sich 2022/23 wie? bundesliga.de nimmt im dritten Teil des Teamchecks die Plätze 13 bis 15 mit dem FC Hansa Rostock, SV Sandhausen und SSV Jahn Regensburg sowie die Aufsteiger, den 1. FC Magdeburg, Eintracht Braunschweig und den 1. FC Kaiserslautern unter die Lupe.

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FC Hansa Rostock

Nach neun Jahren in der 3. Liga sind die Rostocker in die 2. Bundesliga zurückgekehrt. Dass Hansa das Ziel Klassenerhalt mit 41 Punkten und Platz 13 bereits am drittletzten Spieltag erreichte, darf als außerordentlicher Erfolg gewertet werden. "Wir sollten zusehen, dass wir uns von den untersten drei Plätzen fernhalten", mahnt zumindest Cheftrainer Jens Härtel, der die 40-Punkte-Marke auch im zweiten Jahr so schnell wie möglich erreichen will. Für die Mission "erneuter Klassenerhalt" haben sich die Mecklenburger bislang mit acht Neuzugängen verstärkt. Hinzu kommen vier Leih-Rückkehrer sowie die feste Verpflichtung von Lukas Fröde. Ein Coup ist Hansa vor allem mit dem zuvor begehrten Kai Pröger von Ligakonkurrent SC Paderborn gelungen. Spannend ist zudem der Transfer von Sebastien Thill, der in der vergangenen Saison als Leihspieler von Sheriff Tiraspol bei Real Madrid den 2:1-Siegtreffer in der Champions League besorgte. Mit Morris Schröter und John-Patrick Strauß wurden zwei Spieler aus dem Stammpersonal der beiden Absteiger Dresden und Aue dazugeholt. Dagegen stehen acht Abgänge, und mit Hanno Behrens, der fünf Tore und sechs Vorlagen zum Ligaverbleib beisteuerte, vermutlich der schwerwiegendste. Stopft die Kogge dieses Erfahrungsvakuum im zentralen Mittelfeld, ist ein drittes Jahr 2. Bundesliga nacheinander durchaus realistisch.

SV Sandhausen

Ebenfalls sicher in der 2. Bundesliga verblieben sind die Sandhäuser. Das Team von Alois Schwartz entpuppte sich im Saisonendspurt zu einer Art Favoritenschreck. Bremen, St. Pauli oder Nürnberg ließen allesamt Punkte gegen die Kurpfälzer. In der neuen Saison dürfte für den SVS der Klassenerhalt oberste Priorität haben. Hierfür setzt Sandhausen auf Kontinuität im Kader. Dieser ist mit Ausnahme des Abgangs von Pascal Testroet weitestgehend zusammengeblieben. "Ein großer Pluspunkt ist, dass viele Spieler geblieben sind - das war in den letzten Jahren nicht so", analysiert Cheftrainer Schwartz den aktuellen Transfersommer. Ein Umbruch wie im Vorjahr ist also ausgeblieben, dementsprechend harmonisch geht es in der Vorbereitung beim 14. der Vorsaison zu. Um eine sorgenfreie Saison hinzulegen, bedarf es nach Ansicht des SVS noch der Verpflichtung eines Stoßstürmers. Sechs Neue sind bereit dazugestoßen. Einen neuen Anlauf nimmt in der Offensive Ahmed Kutucu, dessen Leihe um ein Jahr verlängert wurde.

SSV Jahn Regensburg

Für die Regensburger begann die letzte Saison verheißungsvoll. Die ersten vier Spiele gewann der SVS als Tabellenführer allesamt, unter anderem wurde Schalke mit 4:1 geschlagen. Auch wenn der Jahnelf in der Rückrunde etwas die Puste ausging und am Ende "nur" Platz 15 heraussprang, war der Ligaverbleib nicht wirklich gefährdet. Für die sechste Zweitliga-Saison in Serie steckt sich der SSV gewohnt verhaltene Ziele. "An unserem Ziel ist nicht zu rütteln: Möglichst schnell 40 Punkte holen", sagte Cheftrainer Mersad Selimbegovic der "Passauer Neuen Presse". Dafür soll es weitere Neuzugänge geben. Insbesondere hinten links muss Regensburg nachlegen, um den Abgang von Erik Wekesser (zu Ligakonkurrent Nürnberg) zu kompensieren. Ins Gewicht fällt auch der Abschied von Alexander Meyer, den es in die Bundesliga zu Dortmund zog. Regensburg hat bereits kluge Transfers getätigt, sollte aber noch aktiv werden, um die gesteckten Ziele früher zu erreichen.

1. FC Magdeburg

Mit einer beeindruckenden Konstanz sind die Magdeburger als Tabellenführer in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Christian Titz hat der Mannschaft seine Spielphilosophie mit dominantem und spielerisch sehenswertem Fußball sowie offensivem Pressing eingeimpft. Nun will sich der FCM auch mit großen Teilen dieses Spielstils in der 2. Bundesliga etablieren. Die Magdeburger wünschen sich eine "sorgenfreie Saison", wie Sportdirektor Otmar Schork sagt. Um die Gefahr bei Standardsituationen in den Griff zu bekommen, haben sie sich vor allem in der Abwehr verstärkt. Der zweitligaerfahrene Malcolm Cacutalua und der 2,01 Meter große Jamie Lawrence sollen dieser unter anderem Stabilität verleihen. Mit Baris Atik (19 Tore, 21 Vorlagen) ist eine tragende Säule bislang an Bord geblieben. Wenn die Magdeburger ihre offensiven Prinzipien auch eine Etage höher auf den Rasen bringen, ist der Klassenerhalt drin.

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Eintracht Braunschweig

Als weiterer Aufsteiger hat es Eintracht Braunschweig in die 2. Bundesliga geschafft. Es war der insgesamt neunte in der Vereinsgeschichte, sechs davon in die zweithöchste Spielklasse. Um den direkten Wiederabstieg anders als 2021 zu verhindern, wollen sich die Niedersachsen dieses Mal nur punktuell verstärken und auf einen größeren Umbruch verzichten. Neben seinem Trainer Michael Schiele konnte die Eintracht ihre Achse um Jasmin Fejzic, Brian Behrendt, Jannis Nikolaou, Robin Krauße, Bryan Henning und Lion Lauberbach halten. Die Situation auf der Zugangsseite beschreibt Geschäftsführer Sport, Peter Vollmann, wie folgt: "Wir müssen die linke Offensivposition besetzen. Außerdem suchen wir einen jungen Innenverteidiger, der aber auch schon Erfahrung gesammelt hat und 2. Liga spielen kann. Und auch auf der Mittelstürmer-Position wollen wir jemanden mit Qualität dazuholen." Der BTSV wird sich im spielerischen Bereich verbessern müssen, um gute Chancen auf den Klassenerhalt zu haben.

1. FC Kaiserslautern

Der 1. FC Kaiserslautern erreichte das Ziel "Aufstieg" über die Relegation gegen Dynamo Dresden. Nach vier Jahren kehrten die "Roten Teufel" zurück. Der traditionsreiche Club aus der Pfalz hat sich für die kommende Zweitligasaison Qualität und Erfahrung aus der Bundesliga gesichert: Keeper Andreas Luthe (ersetzte den abgewanderten Matheo Raab) und der Weltmeister von 2014, Erik Durm, sind zu den Lauterern gewechselt. Mit Lars Bünning vom SV Meppen und Ben Zolinski von Erzgebirge Aue sind weitere gute Transfers dazugekommen. "Ich glaube, die Fans haben ein gutes Gespür, dass es eine sehr, sehr schwere Saison wird. Darum geht es ja auch, schnellstmöglich die Punkte holen, die uns in der Klasse bleiben lassen. Das wird schwer genug, das weiß auch jeder", schätzt Geschäftsführer Thomas Hengen die Chancen auf den Klassenerhalt ein.

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