Köln - Mit Ewald Lienen kehrt am Mittwochabend ein bekanntes Gesicht zurück in die 2. Bundesliga - und muss mit St. Pauli in Ingolstadt ran (ab 17:15 Uhr im Liveticker). Außerdem wollen sich die drei Verfolger Darmstadt, Kaiserslautern und Leipzig in der Spitzengruppe behaupten. bundesliga.de präsentiert die fünf Partien im Überblick:

Lienen startet "Mission Klassenerhalt"

Ist es jetzt ein dankbares Debüt für Ewald Lienen oder nicht? Zum Start als neuer Trainer des FC St. Pauli muss der 61-Jährige ausgerechnet bei Spitzenreiter FC Ingolstadt ran (Fakten und mögliche Aufstellungen). Aber: Alles andere als eine Niederlage wäre schon ein Wunder.

Nach nur einer Trainingseinheit ging es in den Flieger. "Da werden wir die kurze Vorbereitung auf das Spiel fortsetzen", sagte Lienen bei seiner Vorstellung am Dienstag und nahm auch gleich das große Ziel in den Fokus: "Wir wollen etwas unterbrechen und etwas Neues starten. Die Fans haben es verdient, dass der Club drin bleibt. St. Pauli ist eine der interessantesten Marken im deutschen Fußball und daher eine äußerst reizvolle Aufgabe für mich." Lienen löste nach nur 104 Tagen Thomas Meggle auf der Trainerbank ab, das Club-Idol agiert künftig als Sportdirektor anstelle von Rachid Azzouzi.

Dem Tabellenletzten fehlte es vor allem an Stabilität in der Defensive. Mit 36 Gegentreffern sind die Hamburger die Schießbude der Liga. Lienen, der bis zum Ende der vergangenen Saison bei Otelul Galati in Rumänien tätig war und in Deutschland zuletzt bei Arminia Bielefeld (2010/2011) gearbeitet hatte, soll vor allem wieder für Ordnung auf dem Platz sorgen. Seit acht Spielen warten die Kiezkicker auf einen Sieg, auswärts gab es noch gar keinen Dreier.

Die heimstarken Ingolstädter (elf Heimspiele unbesiegt) wollen, dass das auch so bleibt. FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl erwartet aber "eine kämpferische Gästemannschaft, die uns alles abverlangen wird".

1860 gegen Angstgegner FCK

Alles auf Anfang, so lautet das Motto beim TSV 1860 München. "Für uns ist es wichtig, dass wir die Hinrunde, mit der wir absolut unzufrieden sind, gedanklich abschließen. Wir betrachten die Rückrunde als Neustart", sagt 1860-Cheftrainer Markus von Ahlen. Zuletzt setzte es für die Löwen drei Pleiten in Folge, und mit dem 1. FC Kaiserslautern ist jetzt auch noch ein absoluter Angstgegner zu Gast: Der FCK ist seit neun Spielen gegen 1860 ungeschlagen, sechs der letzten sieben Duelle haben die Pfälzer sogar gewonnen, darunter die letzten vier.

Von einer Mauertaktik hält von Ahlen allerdings nichts: "Ich bin ein Trainer, der die Stärke der eigenen Mannschaft einbringen und nicht nur auf den Gegner reagieren will."

"Wir sind auf jeden Fall gewarnt und wissen, dass uns zwar ein anderes Spiel als gegen Ingolstadt erwartet, es uns aber genauso viel abverlangen wird", sagt FCK-Trainer Kosta Runjaic: "Sie brauchen und wir wollen die Punkte."

Nürnberg hofft auf Füllkrug-Tore

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Pünktlich zum Gastspiel in Aue ist Niclas Füllkrug wieder in Topform. Nachdem er den 1. FC Nürnberg am Sonntag mit zwei Toren zum Sieg in Aalen schoss, wird im Erzgebirge die Angst umgehen: Denn im Vorjahr schoss Füllkrug, damals noch im Trikot von Greuther Fürth, vier Tore gegen die Veilchen.

Unter dem neuen Trainer Rene Weiler holte der "Club" inzwischen neun Punkte aus vier Spielen. "Darauf kann man aufbauen", so der Schweizer. "Aber ich sehe auch noch viel, das man verbessern kann." In Aue erwartet er wieder ein Kampfspiel. "Aue wird uns das Leben schwer machen. Sie werden uns nichts schenken."

Aue-Trainer Tommy Stipic bezeichnete das 1:1 gegen Heidenheim zuletzt als "gefühlte Niederlage". "Wenn meine Mannschaft an ihr Limit geht, ist sie konkurrenzfähig", sagte Stipic, der gegen die "hohe Qualität" des FCN viel Leidenschaft fordert.

Darmstadt will endlich in Sandhausen punkten

"Die Fans haben uns bei den vergangenen Auswärtsspielen extrem gepusht, daher hoffen wir natürlich auf eine erneut kräftige Unterstützung unserer Anhänger in Sandhausen", sagte Darmstadts Trainer Schuster. Dass es in bisher fünf Pflichtspielen zwischen den Lilien und dem SVS noch keinen Auswärtssieg gab und Darmstadt überhaupt noch keinen Punkt in Sandhausen holte, wird sein Team extra motivieren.

SVS-Trainer Alois Schwartz hat auf jeden Fall viel Respekt: "29 Punkte nach der Vorrunde sind für einen Aufsteiger enorm. Das ist eine sehr kompakte Mannschaft."

Leipzig peilt nächsten Auswärtssieg an

Leipzig will das positive Erlebnis nach dem wichtigen Sieg in Fürth mit nach Aalen nehmen und sich dort gleich den zweiten Auswärtserfolg innerhalb von 120 Stunden sichern. 136 Tage nach dem torlosen Zweitliga-Auftakt erwartet RB wie schon im Hinspiel eine kampfstarke Mannschaft.

"Aalen steckt zwar mitten im Abstiegskampf, aber der VfR ist eine typische Ostalb-Mannschaft. Die Spieler punkten durch ihre Arbeitermentalität, sie geben nie auf und stemmen sich mit allem, was sie haben, dagegen", sagte Rani Khedira.

Aalen-Coach Stefan Ruthenbeck weiß um die Schwere der Aufgabe gegen den favorisierten Aufsteiger: "Sie betreiben einen enormen Aufwand im Spiel gegen den Ball, legen nach Ballgewinn den Hebel blitzschnell um."