Freiburg - Trotz zuletzt drei Spielen ohne Sieg führt der Sport-Club Freiburg die Tabelle in der 2. Bundesliga an. Vincenzo Grifo hat daran maßgeblichen Anteil. Der vom FSV Frankfurt in den Breisgau gekommene Spielmacher ist der zweitbeste Goalgetter des SC. Im Interview mit bundesliga.de spricht er über die Konkurrenz, Freiburger Offensiv-Qualitäten und seine starke Freistoß-Quote.

bundesliga.de: Herr Grifo, nach 14 Spielen ist der SCF Spitzenreiter in der 2. Bundesliga, allerdings punktgleich mit dem FC St. Pauli und RB Leipzig. Sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden? 

Vincenzo Grifo: Vor der Saison hätte ich das sofort unterschrieben. Allerdings haben wir zuletzt schon ein paar Punkte zu viel liegen gelassen. So ist es halt wahnsinnig eng da oben. Das überrascht uns aber nicht wirklich, in dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Das hat der vergangene Spieltag gezeigt.

bundesliga.de: Zuletzt konnten drei Spiele in Folge nicht gewonnen werden. Was war los?

Grifo: Wir haben in den vergangenen drei Spielen gesehen, dass wir nicht konstant genug sind. Gerade auswärts erspielen wir uns zu wenige Torchancen, daheim gegen Braunschweig haben wir eine 2:0-Führung wieder hergegeben. Daran müssen wir arbeiten.

"Leipzig ist wohl bis zum Schluss vorne dabei"

bundesliga.de: Welche Clubs sehen Sie als Hauptkonkurrenten um den Aufstieg und warum?

Grifo: Leipzig ist wohl bis zum Schluss ganz vorne mit dabei, die haben einen starken Kader mit vielen jungen Spielern. Das wird für alle anderen ein harter Kampf, an denen dran zu bleiben. Aber wir schauen nicht auf die Gegner, wir schauen auf uns. Und so schlecht sieht es ja nicht aus für uns.

bundesliga.de: Mit 30 Toren hat Freiburg die mit Abstand meisten Treffer in der 2. Bundesliga erzielt. Was ist das Geheimnis ihrer starken Offensive?

Grifo: Wir haben mit Nils Petersen oder Maximilian Philipp sicherlich eine Offensive, vor denen sich die Gegner in Acht nehmen sollten. In einigen Spielen ist es auch richtig rund gelaufen, da haben wir zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und es dann einfacher gehabt nachzulegen. Letztlich kommt es darauf an, dass wir als Mannschaft gut funktionieren. Man darf nicht vergessen, dass wir auf vielen Positionen neu besetzt sind und nicht so eingespielt sind wie andere Mannschaften in der Liga.

"Ich will mich in Freiburg verbessern"

bundesliga.de: Sie selbst trafen schon sechs Mal, liegen damit nur ein Tor unter ihrem Rekord aus der Vorsaison. Passt der SCF perfekt zu ihrem Spiel?

Grifo: Bisher passt es wirklich gut. Ich bin nach Freiburg gegangen, um mich zu verbessern, und mit Christian Streich habe ich da auf jeden Fall den richtigen Trainer. Ich fühle mich hier richtig wohl. Die Menschen im Verein sind sehr liebenswürdig, die Stadt ist klein aber fein. Das sind gute Voraussetzungen, um sich weiterzuentwickeln.

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bundesliga.de: Drei Mal trafen Sie in dieser Saison bereits per direkt verwandeltem Freistoß, sind damit der erfolgreichste Freistoßschütze im deutschen Profifußball – auch der beste?

Grifo: Der Beste? Das würde ich nie von mir behaupten! Es gibt vor allem in der Bundesliga jede Menge richtig guter Freistoßschützen. Hakan Calhanoglu zum Beispiel, mit dem habe ich in der Jugend beim KSC zusammengespielt und wir haben auch Freistöße gemeinsam trainiert. Hakan ist schon ein außerordentlich begabter Fußballspieler und hat das bereits über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau bewiesen.

bundesliga.de: Wie oft trainieren Sie Freistöße?

Grifo: Das kommt aus dem Bauch heraus. Wenn ich das Gefühl habe, dass es gerade passt, schnappe ich mir den Ball und schieße 20 Minuten Freistöße. Es ist aber nicht so, dass ich mich nach jedem Training auf den Platz stelle und die Torleute nerve. Aber es ist natürlich schon was dran: je mehr man übt, desto mehr wird man belohnt.

bundesliga.de: Was sind Ihre Ziele in dieser Saison – mit dem SC Freiburg aber auch persönlich?

Grifo: Klar, wir wollen möglichst lange da stehen, wo wir im Moment stehen. Wenn uns das gelingt und ich dabei ohne Verletzungspech mithelfen kann, bin ich rundum zufrieden.