München - In der 2. Bundesliga herrscht in allen Tabellenregionen dichtes Gedränge und Hochspannung. Deshalb heißt es auch in den Sonntagspartien des 24. Spieltags: unbedingt punkten!

Eintracht Frankfurt will mit aller Macht zurück in die Bundesliga. Ein weiterer wichtiger Schritt dafür wären drei Punkte gegen Energie Cottbus. Erzgebirge Aue und der FSV Frankfurt kämpfen im direkten Duell um wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Diesen will auch Tabellenschlusslicht Hansa Rostock unbedingt vermeiden. Deshalb hat der FCH nur ein Ziel: Im Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig müssen Punkte her (alle Spiele So., ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Durch die 2:4-Niederlage beim SC Paderborn ist die Spitzengruppe der 2. Bundesliga noch enger zusammengerückt. Eintracht-Trainer Armin Veh ließ die Mannschaft das Spiel selbst analysieren, zog aber auch seine eigenen Schlüsse: "Fußball ist ein Wochengeschäft, man muss respektieren, dass auch der Gegner mal stark ist, wir spielen nicht alleine in der Liga. Wir haben viele Dinge in den Wochen vorher gut gemacht, wir dürfen so etwas wie gegen Paderborn einfach nicht wiederholen und nicht mit Angst ins Spiel gehen." Personell kann der 51-Jährige aus dem Vollen schöpfen, auch der zuletzt verletzte Pirmin Schwegler ist gegen die Lausitzer wieder mit an Bord.

Beim FC Energie herrscht nach dem Optimismus. "Wir sind mal dran, auswärts etwas zu holen", meinte FCE-Trainer Rudi Bommer vor dem Gastauftritt seiner Mannschaft beim Aufstiegsaspiranten aus Frankfurt: "Die Mannschaft brennt jedenfalls." Außerdem "haben die Jungs gut trainiert", fällt das Fazit des 54-Jährigen nach der Arbeitswoche positiv aus. In den beiden bisherigen Auswärtsspielen unter seiner Regie war der FC Energie zwar in München und Karlsruhe leer ausgegangen, "doch wir haben uns beiden Spielen Torchancen erarbeitet. Das streben wir auch in Frankfurt an."

Die konkrete Besetzung des Kaders ließ Bommer noch offen. Festgelegt hat sich der Coach lediglich, dass Uwe Hünemeier erstmals 2012 zum 18-köpfigen Aufgebot gehören wird. Markus Brzenska (Aufbautraining), Christopher Schorch (Reha nach Knie-OP), Clemens Fandrich und Alexander Ludwig (beide Trainingsrückstand) fallen definitiv aus.



Schiedsrichteransetzungen

Eintracht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht beschreibt den Gegner Hansa Rostock im Vorfeld der Partie als "keinen typischen Tabellenletzten" und warnt: "Mit Spielern wie Mintal, Borg oder auch Perthel verfügen sie über eine gewisse Qualität. Gerade die Außen Jänicke und Jordanov sorgen häufig mit schnellem Umschaltspiel für Gefahr." Auf die Frage, ob er am Sonntag eine stürmische und offensive Rostocker Mannschaft erwarte, entgegnete der Pfälzer: "Hansa wird sicherlich nicht blind ins offene Messer laufen. Aber sie wissen auch, dass es gegen uns gefährlich wird, wenn man sich ausschließlich hinten reinstellt und selbst nichts fürs Spiel tut."

Ob Kapitän Dennis Kruppke und Linksaußen Mirko Boland gegen Hansa mitwirken können, ist noch unklar. "Hinter beiden steht noch ein Fragezeichen für Sonntag", stellt Lieberknecht fest. Nicht im Kader der "Löwen" werden Marcel Correia (Aufbautraining), Matthias Henn (Reha), Benjamin Kessel (Reha) und Steffen Bohl (Reha) stehen.

Trotz der zuletzt verlorenen Punkte in den Duellen mit den direkten Konkurrenten Alemannia Aachen und FC Ingolstadt ist Hansa-Coach Wolfgang Wolf optimistisch, dass sich die nötigen Erfolgserlebnisse noch einstellen werden. "Sieht man einmal von der ersten Halbzeit in Bochum ab, waren wir zuletzt in allen Spielen die bessere Mannschaft. Jedes Spiel hätten wir gewinnen können, wenn nicht sogar müssen", macht Wolf deutlich, dass seine Mannschaft das Potenzial für die 2. Bundesliga hat. "Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen. Unsere wenigen Fehler müssen wir noch weiter minimieren, am besten gegen Null fahren." Jörg Hahnel, Stephan Gusche und Tino Semmer plagen sich mit Erkältungen herum. Ob sie mitwirken können, ist noch offen. Auf jeden Fall treten Matthias Holst (5. Gelbe Karte), Pavel Kostal (Fuß-OP) und Mohammed Lartey (Schambein-OP) die Reise erst gar nicht mit an.



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Seit sieben Spielen wartet der FC Erzgebirge Aue nun auf einen Sieg, solange wie kein anderes Team in der Liga. Auch gegen den FSV Frankfurt dürfte ein dreifacher Punktgewinn alles andere als ein Selbstläufer werden. "Die Frankfurter sind wieder eine gefestigte Mannschaft, sie haben in den vergangenen Wochen vernünftig gepunktet", weiß Aue-Trainer Karsten Baumann und verrät gleich die Stärken der Gastmannschaft: "Sie haben sehr viele gute Einzelspieler, die sich in den letzten Spielen als Mannschaft wirklich gefunden haben." Bis auf das Duo Kevin Stephan (Reha) und Halil Savran (Mittelhandbruch) kann Baumann gegen den FSV auf alle Spieler zurückgreifen.

Nach dem vor Wochenfrist hat FSV Frankfurt mit dem FC Erzgebirge gleich den nächsten direkten Konkurrenten vor der Brust. FSV-Cheftrainer Benno Möhlmann erwartet "einen schweren Gegner, der im ersten Heimspiel mit dem neuen Trainer eine Basis finden will, um in die Erfolgsspur zurück zu kommen". Außerdem müsse seine Mannschaft darauf gefasst sein, dass "Aue durch körperlichen und läuferischen Einsatz dominieren will und über Standardsituationen oder über druckvolles Angriffsspiel zum Erfolg kommen möchte".

Sieben Zähler aus vier Spielen holten die Frankfurter mit Möhlmann als Trainer. Dementsprechend rechnet der 57-Jährige seinem Team auch im Erzgebirge gute Chancen aus. "Ich habe den Glauben und das Vertrauen in die Mannschaft und bin sehr zuversichtlich", zeigte sich Möhlmann optimistisch: "Wir werden von unserer Seite läuferisch, kämpferisch und auch fußballerisch unser Bestes geben." Dem FSV fehlen Chadli Amri (Wadenbeinbruch), Mario Fillinger (Knöchelbruch), Sven Müller (Reizerguss im Knie) und Tufan Tosunoglu (Quadrizepsmuskelriss).



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