Osnabrück - Es war Matthias Heidrich anzusehen. So richtig konnte der Routinier des VfL Osnabrück das so eben Geschehene noch nicht begreifen. Nach 2008/09 zog Heidrich mit den "Lila-Weißen" in der Relegation erneut den Kürzeren. Das 1:3 nach Verlängerung gegen Dynamo Dresden war das Aus und gleichbedeutend mit dem Abstieg in die 3. Liga.

"Wir haben über 36 Spiele nicht den Nachweis erbracht, dass wir die Qualität haben, um in der 2. Bundesliga zu spielen", sprach Heidrich nach der Partie Klartext und analysierte die Fehler.

Frage: Herr Heidrich, Osnabrück hatte die Partie gegen Dynamo lange Zeit im Griff. Was ist dann passiert?

Matthias Heidrich: Mit dem Ausgleich ist das Spiel komplett gekippt. Wir haben uns dann mit etwas Glück in die Verlängerung gerettet, da Dynamo gute Chancen zum Siegtreffer hatte. Das ist das Schlimmste an dieser Niederlage: Sie ist absolut verdient. Und damit ist es auch ein verdienter Abstieg,

Frage: Wie war die Stimmung in der Kabine?

Heidrich: In der Kabine sitzen 30 Leute, die kein Wort raus bringen. Alle sind damit beschäftigt, irgendwie mit dieser Situation umzugehen.

Frage: Waren Sie vor der Partie vom Klassenerhalt überzeugt?

Heidrich: Die vergangenen Wochen haben eigentlich Anlass dazu gegeben, positiv auf die Relegation zu blicken. Leider hat es am Ende nicht gereicht, die Wende zum Guten zu schaffen.

Frage: War der Kader vielleicht nicht stark genug für die 2. Bundesliga?

Heidrich: Wenn man absteigt, hat die Mannschaft über 36 Spiele nicht den Nachweis erbracht, dass sie die Qualität hat, um in der 2. Bundesliga zu bleiben. Das betrifft dann jeden Spieler im Team. Und das Ergebnis gegen Dresden ist die Konsequenz.

Frage: Sie sind im Rückspiel nicht zum Einsatz gekommen. Schmerzt das doppelt?

Heidrich: Ob gespielt oder nicht gespielt - uns eint das Ergebnis. Wir sind als VfL Osnabrück abgestiegen. Natürlich tut es mir sehr weh, dass ich nicht mithelfen konnte. Aber es ist so oder so einfach nur ein trauriger Tag.

Frage: Wie sieht Ihre sportliche Zukunft aus? Bleiben Sie beim VfL?

Heidrich: Aktuell beschäftigt sich sicherlich niemand damit, wie seine persönliche Zukunft aussieht. Auch ich spekuliere an so einem Tag nicht darüber, ob ich weiterhin beim VfL bleibe oder nicht.

Aus Osnabrück berichtet Michael Reis

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