Osnabrücks Paul Thomik hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Doch zunächst muss er sich mit seinen Kollegen auf ein nervenaufreibendes Saisonfinale einstellen.

Frage: Nach dem Spiel gegen Kaiserslautern haben Sie eine Zeitlang allein auf dem Rasen gesessen. Gab es ein Streitgespräch mit dem Fußballgott?

Paul Thomik: Da kam alles zusammen. Uns war schon klar, dass man so ein Heimspiel einfach nicht verlieren darf, aber Kaiserslautern hat uns frühzeitig kalt erwischt, und dann sind wir dem Rückstand 80 Minuten hinterhergelaufen. Ich war aber vor allem mit meiner eigenen Leistung unzufrieden, weil ich weiß, dass ich viel besser spielen kann. Andererseits weiß ich aber auch, dass es wieder aufwärts geht und wir in die Erfolgsspur zurückfinden werden. In der Ruhe liegt die Kraft, diesen Satz müssen wir auch in dieser Situation beherzigen.

Frage: Der VfL konnte in der Rückrunde oft überzeugen, doch am Ende blieben immer wieder Punkte liegen. Fängt man da nicht allmählich an, den verlorenen Chancen nachzutrauern?

Thomik: Wenn ich jetzt sagen würde: Das tangiert uns überhaupt nicht, wäre das glatt gelogen. Aber die Mannschaft hat großes Potenzial und oft gezeigt, dass sie Rückschläge verkraften und anschließend neu angreifen kann. Ich bin fest davon überzeugt: Unser Einsatz wird am Ende belohnt!

Frage: Trotzdem sieht jetzt alles nach einem dramatischen Schlussspurt aus, möglicherweise droht sogar die Relegation. Fühlt ihr euch dieser Anspannung gewachsen?

Thomik: Ja, absolut. Wenn wir es nicht nach 33 oder 34 Spieltagen schaffen, dann zur Not eben nach 36. Aber damit beschäftigen wir uns überhaupt nicht. Wir haben immer noch die Chance, hier wirklich etwas zu bewegen, und ein drittes Jahr in der 2. Liga wäre ein Riesenschritt für den Verein. Das beflügelt uns, dafür geben wir alles, und das sieht man, wie ich glaube, auch auf dem Platz. Nach dem Spiel gegen Kaiserslautern hätte kein einziger von uns noch 20 Minuten weiterspielen können, also am Einsatzwillen hat es wirklich nicht gelegen.