Stolze 370 Einsätze in der 2. Bundesliga weist die Fußballer-Karriere des Jürgen Luginger auf. Abgesehen von einem Intermezzo als Trainer bei Rot-Weiß Oberhausen zwischen dem 28. Oktober und 02. November 2004 im deutschen Fußball-Unterhaus steckt der 40-jährige Niederbayer nun in seiner ersten Saison als Cheftrainer in der 2. Bundesliga. Im Trainingslager in Bitburg spricht er über die anstehende Saison in der 2. Bundesliga.

Frage: Herr Luginger, mit dem Auswärtsspiel bei der TuS Koblenz am 17. August startet für RWO das Unternehmen Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Was sind die Unterschiede zwischen der Regionalliga Nord und der neuen Spielklasse?

Jürgen Luginger: Die Qualität der Gegner und deren Spieler ist höher. Es wird wesentlich schneller gespielt, so dass man sich viel weniger Fehler leisten darf. Denn diese werden dann schneller als in der Regionalliga mit Gegentoren bestraft. Auch die Standardsituationen in der 2. Bundesliga werden gefährlicher sein.

Frage: Gibt es Spieler, auf die Sie sich besonders freuen?

Luginger: Grundsätzlich freue ich mich selbstverständlich auf alle Spiele in der 2. Bundesliga, denn für dieses Ziel haben wir hart gearbeitet. Doch es wird bestimmt ein besonderes Erlebnis für unsere Spieler in WM-Stadien wie Kaiserslautern, München oder Nürnberg aufzulaufen. Ich persönlich freue mich auf ein Wiedersehen mit Thorsten Fink, der den Mitaufsteiger FC Ingolstadt 04 trainiert. Mit ihm habe ich 2005 den Fußballlehrer-Lehrgang absolviert. Auch mit Jörn Andersen, dem neuen Trainer des FSV Mainz 05, verbindet mich natürlich eine besondere Beziehung, schließlich war ich unter ihm Co-Trainer bei RWO. Es wird also eine sehr interessante Saison für uns.

Frage: Wird es auch eine erfolgreiche?

Luginger: Das hoffe ich doch sehr! Dafür arbeiten wir zurzeit hier in Bitburg täglich sehr intensiv. Wir werden in der Vorbereitung die Basis schaffen, damit am Ende der Klassenerhalt herausspringt. Unsere Jungs haben in der letzten Saison bewiesen, dass sie es können und was in ihnen steckt. Daher trauen wir auch allen den Sprung in die 2. Liga zu.

Frage: Schon in der letzten Regionalliga-Saison hatten die wenigsten Fußball-Experten RWO auf dem Zettel der Kandidaten für die 3. Liga, geschweige denn für die 2. Bundesliga. Mit Sicherheit wird unsere Elf auch in dieser Spielzeit zum Kreis der "sicheren Absteiger" zählen. Kann es ein Vorteil sein, wieder unterschätzt zu werden?

Luginger: Uns wird keiner unterschätzen. Denn auch die Zweitligisten haben in der letzten Saison viele unserer Spiele in der Regionalliga gesehen und wissen, dass wir nicht aufgestiegen sind, weil die anderen nicht wollten. Wir müssen unser Ziel wieder über die mannschaftliche Geschlossenheit erreichen. Da haben wir einen Vorteil.