Berlin - Das war ein Freundschaftsspiel, welches seinem Namen alle Ehre machte. In einer durchwachsenen Partie trennten sich der 1.FC Union Berlin und der KSV Hessen Kassel 3:0.

Beide Mannschaften lieferten sich ein Spiel auf Augenhöhe - von einem Klassenunterschied war fast nichts zu sehen. Die Union-Fans konnten schlussendlich dank des Ergebnisses zufrieden sein. Trainer Uwe Neuhaus nutzte das Spiel für einige Wechsel innerhalb der Mannschaft und formierte sein Team in einem 4-1-3-2-System.

Gäste beginnen stark

Der offensive Start der Gäste aus Hessen überraschte die Mannschaft von Uwe Neuhaus offensichtlich. Mit schnellen, kurzen Pässen konnte der KSV die Abwehr der Unioner in den Anfangsminuten in Bedrängnis bringen. Vor allem über die, mit Kai Koitka und Rene Ochs, stark besetzten Flügel waren die "Löwen" gefährlich.

So musste Jan Glinker schon in der dritten Minute eingreifen, um einen frühen Rückstand zu verhindern. Die "Eisernen" versuchten den Ball erstmal in den eigenen Reihen zu halten. So mussten die Berliner Fans fast eine Viertelstunde warten, bevor sie den ersten gefährlichen Angriff ihrer Mannschaft sehen konnten. Paul Thomik war es, der sich über die rechte Seite durchsetzte, in Richtung des gegnerischen Strafraums zog und den besser postierten Halil Savran anspielte. Der Deutsch-Türke schloss überhastet ab und traf erst einen Abwehrspieler und dann im Nachschuss den Torwart des KSV Morten Jensen (14.).

Mit zunehmendem Spielverlauf wurden die Unioner sicherer und hatten augenscheinlich mehr Ballbesitz. Hessen Kassel verlegte sich jetzt mehr und mehr aufs Kontern und spielte sich so einige Chancen heraus (19.,24, 39.). Zwingende Aktionen sprangen für die Gäste allerdings nicht heraus - der "tödliche Pass" fehlte. Die Partie hielt im Folgenden bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Sebastian Schmickartz keine weiteren Höhepunkte bereit.

Neuhaus kritisch

Beide Trainer wechselten zur zweiten Hälfte doppelt. Mirko Dickhaut entschied sich sogar für einen Torwarttausch. Den bis dahin nicht weiter geforderten Morten Jensen, ersetzte der Trainer durch Sven Hoffmeister. Uwe Neuhaus bewies vor allem mit der Hereinnahme von Christopher Quiring ein glückliches Händchen. Der quirlige Flügelflitzer belebte die Partie wesentlich. Union konnte nun mehr Druck über die Außen machen und wurde prompt belohnt.

Ein cleverer Pass von Paul Thomik auf Halil Savran, der den Ball rechts an Hoffmeister vorbeischieben konnte, bedeutete das 1:0 für die Hausherren. Wer das für die Initialzündung hielt, wartete vergeblich. Die Partie verlor an Tempo und gewann dafür an Ungenauigkeit. Eine gute Einzelaktion von Quiring war es dann, die kurz vor Schluss doch noch mal Fußballkunst aufblitzen ließ und zum zweiten Tor für Union führte (86.). Karim Benyamina erhöhte in der 88. Minute noch auf den Endstand von 3:0 und setzte damit auch den Schlusspunkt unter ein schweres Stück Arbeit.

Uwe Neuhaus konnte mit dem Resultat zwar zufrieden sein, bemängelte aber die Spielweise seiner Mannschaft. "Mit der ersten Hälfte kann ich nicht zufrieden sein. Das war nur Dienst nach Vorschrift. Mir hat Lauffreude, Spielintensität und Zweikampfbereitschaft gefehlt. Bei allem Respekt für Kassel, mein Team muss sich einen solchen Gegner schon in der ersten Hälfte so zurechtlegen, dass das Ergebnis klar ist", hielt der Trainer kritisch fest.

Aufstellung Union: Glinker - Menz (46.Quiring), Göhlert, Rauw (46.Madouni), Kohlmann - Younga-Mouhani, Thomik, Hofmann, Brunnemann - Savran, Benyamina