Köln - Es war nicht in erster Linie ein Sieg für das Punktkonto, sondern eigentlich für den an Krebs erkrankten Benjamin Köhler. Mit einer großartigen Geste sorgte das Team vom 1. FC Union Berlin für Gänsehaut und machte dem 34-Jährigen Mut im Kampf gegen den Krebs!

Um Köhler nach der schockierenden Krebs-Diagnose in der vergangenen Woche im schweren Kampf gegen einen bösartigen Tumor im Lymphsystem des Bauches moralisch zu unterstützen, hatte sich die Eisernen etwas Einmaliges einfallen lassen: Nach einem nicht zufällig in der siebten Minute herbeigeführten Ball ins Aus versammelten sich Unions Spieler, Reservisten, Trainer und Betreuer auf dem Rasen vor Köhlers Tribünenplatz, drehten sich in übergestreiften T-Shirts mit seiner Rückennummer 7 sowie der Aufschrift "Gemeinsam kämpfen" zu ihrem Kollegen um und stärkten dem Allrounder mit einem "Eisern bleiben, Benny"-Banner den Rücken.

Köhler reagierte gerührt. "Ihr gebt mir richtig viel Kraft, Energie und Liebe, wie ich sie von meiner Familie bekomme. Man kann es nicht mit Worten beschreiben, aber Eure Hilfe ist mir wichtig", schrieb der frühere U21-Nationalspieler bei Instagram: "Ich werde gestärkt zurückkommen, das verspreche ich Euch."

Spektakulär und bewegend - für alle!

Die Gänsehaut-Atmosphäre berührte im Stadion an der Alten Försterei wohl jeden. Bochums Spieler klatschten Beifall, und der harte Kern der Union-Fans rollte Banner mit "7 - eine Zahl für Zuversicht und Glück" sowie "Kämpfen Benny und komm zurück" aus.

Die bewegende und weit über Berlin hinaus für Aufsehen sorgende Aktion war nur der emotionale Höhepunkt in einer Reihe beachtlicher Zeichen von Solidarität. So hatte Union Berlin etwa unter der Woche, nur einen Tag nach Bekanntgabe von Köhlers Schicksalsschlag, den auslaufenden Vertrag mit dem früheren U21-Nationalspieler demonstrativ bis 2016 verlängert.

Auch schon unmittelbar vor dem Spiel gegen Bochum hatten Köhler und seine Familie die Zuneigung der Union-Fans auf besondere Weise erleben dürfen: Bei der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung schmetterte der Union-Anhang nach der Nennung der Vornamen der Berliner Spieler statt des jeweiligen Nachnamens ein donnerndes "Köhler-Fußball-Gott" in die Arena.