Karlsruhe - Nach dem 1:1 beim Karlsruher SC wusste Oliver Reck, der Trainer von Fortuna Düsseldorf, nicht so recht, ob er sich eher freuen oder grämen sollte. Nach dem Platzverweis per gelb-roter Karte in der 39. Minute für Fortunas Verteidiger Jonathan Tah und dem Rückstand durch ein Elfmetertor von Rouwen Hennings (55.) war das Ergebnis durchaus ein Erfolg für die Rheinländer. Sie wahrten damit den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen.

Und es gab natürlich noch die schöne Geschichte von Oliver Fink. Nach zehn Monaten Verletzungspause nach einem Kreuzbandriss verlängerte der Mittelfeldspieler nach einem Freistoß von Michael Liendl den Ball per Kopf zum Ausgleich ins Karlsruher Tor (60.). Fink war überglücklich hinterher und erklärte nach langer Leidenszeit erleichtert:

"Ich bin einfach nur froh, dass ich wieder auf der Wiese stehe und dort meinen Kopf in Bälle halten kann." Für Fink war das ein Comeback wie es besser nicht hätte laufen können. Und nach seinem Ausgleich verteidigten die Düsseldorfer geschickt bis zum Schlusspfiff und retteten das Remis über die Zeit.

Personelle Ausfälle - Reck muss Umstellen

Doch das war es auch schon mit den guten Nachrichten aus Düsseldorfer Sicht. Schon vor dem Anpfiff musste Leistungsträger Silvio Pinto wegen einer Knieprellung auf die Anreise zum Spiel verzichten. Und weil Bruno Soares in Karlsruhe seine fünfte Gelbe Karte sah, wird der Verteidiger am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Aue ebenso gesperrt fehlen wie Tah. Trainer Reck wird die Abwehr, die beim KSC eine Fünferabwehrkette war, kräftig umbauen müssen.

Und zu allem Überdruss wird wohl auch Christian Gartner länger ausfallen, der defensive Mittelfeldspieler humpelte kurz vor der Pause verletzt vom Platz. Der ehemalige Kapitän Andreas "Lumpi" Lambertz könnte Gartner gegen Aue wie in Karlsruhe ersetzen. Angesichts des Spielverlaufs hatte Fortuna Trainer Reck nicht Unrecht mit seiner Bewertung des Ergebnisses: "Der Punkt war nicht unverdient."

KSC will Effektivität steigern

Sein Kollege Markus Kauczinski vom KSC hingegen, war mit der Leistung seiner couragiert nach vorne spielenden Elf zufrieden, nicht ganz aber mit dem Ergebnis. Die erste Halbzeit sei sehr gut gewesen, analysierte er. Und gegen dann in der zweiten Halbzeit sehr tief stehende Fortunen sei es schwer gewesen, Chancen herauszuspielen. "Die haben mit Mann und Maus verteidigt", hatte auch Torschütze Hennings festgestellt. Und dennoch fand Kauczinski, dass seine Elf es in der zweiten Halbzeit hätte besser machen können. Seine Spieler hätten schneller in die Spitze spielen müssen, kritisierte er. Die Effektivität zu steigern, ist ja in dieser Rückrunde ein Ziel des KSC.

Man darf gespannt sein, ob das gelingt. Das Remis ist für den KSC im Aufstiegskampf kein riesiger Rückschlag, auch wenn KSC-Sportdirektor Jens Todt sagte: "Wir haben zwei Punkte liegen lassen." Zwar hat nach der Führung der "letzte Punch" (Todt) beim KSC gefehlt, aber Düsseldorf war eben auch ein Gegner, der nicht zu Unrecht selbst Aufstiegshoffnungen hegt. Todt glaubt, dass am Ende im engen Aufstiegsrennen jene Teams die Nase vorne haben, die am konstantesten spielen und auch in nicht so guten Phasen weiter punkten. Am kommenden Freitag kann der KSC in Heidenheim beweisen, einen langen Atem zu haben.

Aus Karlsruhe berichtet Tobias Schächter