Köln - Nur 80 Kilometer Luftlinie, aber 14 Plätze in der Tabelle trennen Nürnberg und Ingolstadt. Vor dem bevorstehenden Derby am Sonntag (ab 13:15 Uhr im Liveticker) könnten die Unterschiede kaum gravierender sein.

Während der FC Ingolstadt die bis dato beste Saison der Vereinsgeschichte spielt, ist der 1. FC Nürnberg noch nie so schlecht in die 2. Bundesliga gestartet. Immerhin hatte der neue Coach Rene Weiler in der Länderspielpause genug Zeit, um die Spieler kennenzulernen: "Die Vorfreude ist groß, die Mannschaft zieht gut mit, Fortschritte sind im Training erkennbar", sagte der Nachfolger von Valerien Ismael auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Schäfer erhält wieder Vertrauen

Die erste personelle Maßnahme hat Weiler bereits angekündigt. So kehrt die unter Ismael aussortierte Club-Legende Raphael Schäfer wieder in den Kader zurück. Der Torwart-Routinier wird aber nur auf der Bank Platz nehmen. Patrick Rakovsky erhält zwischen den Pfosten weiterhin das Vertrauen.

Trotz der Ausfälle von Danny Blum, Timo Gebhart, Markus Mendler, Peniel Mlapa und dem rotgesperrten Ondrej Petrak kann der Club neben dem berühmten "Trainereffekt" auch auf die eigene Heimstärke hoffen. Zehn von 14 Punkten wurden schließlich vor eigener Kulisse eingefahren

Ingolstadt legt personell nach

Bei Ingolstadt sieht die Lage dagegen ganz anders aus. Wie sich eine Niederlage anfühlt, erlebten die Spieler von Ralph Hasenhüttl in der 2. Bundesliga zuletzt im April. Anschließend gab es 17 Spiele ohne Pleite. Noch beeindruckender ist die Auswärtsstärke der Schanzer: Seit nunmehr 19 Gastspielen und 14 Monaten gab es keine Pleite mehr – Rekord in der 2. Bundesliga.

Das Herzstück der Mannschaft, die Viererabwehrkette, ist inzwischen aber gesprengt worden. Neben dem langen Ausfall von Rechtsverteidiger Danny da Costa muss Hasenhüttl nun auch auf Benjamin Hübner verzichten. Entsprechend hat der Verein in der Länderspielpause reagiert und den arbeitslosen Tobias Levels, noch bestens bekannt aus Gladbacher und Düsseldorfer Zeiten, verpflichtet.

Nur zwei Duelle bisher

Aufgrund der geografischen Nähe wundert es auch nicht, dass inzwischen drei Ex-Clubberer das Trikot vom FCI tragen. Während Almog Cohen und Christian Eigler den Weg zu ihrem ehemaligen Arbeitgeber verletzungsbedingt aber gar nicht erst angetreten haben, hofft Tomas Pekhart auf einen Einsatz von Beginn an.

Beide Teams sind sich in einem Pflichtspiel übrigens erst zweimal begegnet. In der Zweitligasaison 2008/09 konnte Nürnberg beide Spiele klar gewinnen. Heute haben sich die Vorzeichen hingegen klar verändert.

Karol Herrmann