Köln - Dynamo Dresden kämpft in der Relegation gegen den VfL Osnabrück ums sportliche Überleben in der 2. Bundesliga. Einer, der seine Profikarriere 1983 in Dresden begann, ist Ulf Kirsten. Zuvor hatte der "Schwatte" schon vier Jahre in der Dresdner Jugend gespielt.

Doch nicht nur deswegen drückt der ehemalige Nationalspieler und Stürmer von Bayer Leverkusen den Sachsen gegen Osnabrück die Daumen: sein Sohn Benjamin steht in Dynamos Tor. Bei bundesliga.de erklärt Ulf Kirsten, worauf es für Dresden gegen Osnabrück ankommen wird, warum er zuversichtlich ist und dass der VfL in einem Elfmeterschießen schlechte Karten hätte.

bundesliga.de: Guten Tag Herr Kirsten. Ganz Deutschland spricht über das Finale in Wembley. Im Hause Kirsten steht das nächste große Ereignis aber sicher schon am Freitag an, wenn Dynamo in Osnabrück zum ersten Relegationsspiel antritt.

Ulf Kirsten: Ja, leider ist es so gekommen, dass Dynamo in die Relegation muss. Wer im Laufe der Saison nicht die nötigen Punkte einfährt, muss am Ende zittern. Ich drücke Dresden ganz fest die Daumen, dass sie drin bleiben.

bundesliga.de: 2010/11 standen sich die beiden Clubs schon einmal in der Relegation gegenüber. Damals waren die Rollen anders verteilt und Dynamo schaffte den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Wie zuversichtlich sind Sie, dass Dresden sich erneut gegen Osnabrück durchsetzen kann?

Kirsten: Aus meiner Sicht hat Dynamo die bessere Mannschaft. Deshalb denke ich schon, dass sie die Klasse halten werden. Aber nur, wenn sie als Team Gas geben und ihre Leistung abrufen. Solche K.o.-Spiele können ihre eigene Dynamik entwickeln. Ein Spaziergang wird das sicher nicht.

bundesliga.de: Werden Sie sich die Spiele im Stadion anschauen?

Kirsten: Wenn ich noch eine Karte bekomme, werde ich in Osnabrück dabei sein. Beim Rückspiel bin ich schon im Urlaub. Ich war bei der Planung davon ausgegangen, dass Dynamo nicht in die Relegation muss. Ich werde aber auf jeden Fall vor dem Fernseher mitfiebern.

bundesliga.de: Ist es aus ihrer Sicht ein Vorteil, dass das Rückspiel - anders als 2011 - in Dresden stattfindet?

Kirsten: Das könnte schon eine Rolle spielen, denn die Atmosphäre in Dresden wird großartig sein. Andererseits hatte Dynamo zuletzt auswärts Probleme. Ein schlechtes Ergebnis am Freitag in Osnabrück würde den Druck vor dem Rückspiel noch einmal zusätzlich erhöhen.

bundesliga.de: Ihr Sohn spielt seine erste komplette Saison als Stammtorhüter in der 2. Bundesliga. Wie schätzen Sie seine Entwicklung ein?

Kirsten: Ich bin mit Benjamin sehr zufrieden. Er hat schon in der letzten Saison gute Leistungen gebracht und sich auch in dieser Spielzeit konstant stark gezeigt. Er hat Dynamo einige Punkte festgehalten.

bundesliga.de: Besonders bei Strafstößen konnte er zuletzt glänzen. Bei einem möglichen Elfmeterschießen ist das sicher ein Vorteil.

Kirsten: Das stimmt. Bei Elfmetern hat Benjamin wirklich ein sehr gutes Händchen bewiesen und vier von sechs gehalten. Trotzdem sollte Dynamo den Klassenerhalt schon vorher klar machen. Die Chancen stehen gut.

Das Gespräch führte Florian Reinecke